Pressemitteilung anlässlich der SuperReturn International
„Wir haben kein Kapitalproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“: BVK fordert von der Bundesregierung steuerliche Wettbewerbsfähigkeit auf europäischem Niveau
„Deutschland hat kein Kapitalproblem. Deutschland hat ein Umsetzungsproblem. Während andere europäische Länder Investitionen anziehen, diskutieren wir noch immer über Sonderwege und steuerliche Hürden. Wer Wachstum, Innovation und Transformation will, muss endlich europäische Augenhöhe schaffen. Kapital darf kein Verdachtsfall sein, sondern muss willkommen sein“, sagt Ulrike Hinrichs, Vorstandssprecherin des Bundesverbandes Beteiligungskapital (BVK).
„Der internationale Wettbewerb wartet nicht auf Deutschland. Wenn wir Start-ups skalieren, den Mittelstand transformieren und Unternehmensnachfolgen sichern wollen, brauchen wir mehr Investitionsfreiheit, mehr Geschwindigkeit und vor allem wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln“, so Dr. Ingo Krocke, Vorstandssprecher des BVK und CEO der Auctus Capital Partners AG.
Anlässlich des BVK-Fachforums im Rahmen der SuperReturn International in Berlin fordert der BVK einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel für mehr Wachstum, Innovation und Investitionen. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach international anschlussfähigen und steuerlich wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen, die privates Kapital in Deutschland mobilisieren statt behindern.
Die Botschaft der Beteiligungsbranche ist eindeutig: Deutschland kann sich Zukunft nicht zusammensparen. Wer die Transformation der Wirtschaft finanzieren, technologische Souveränität stärken und neue Weltmarktführer hervorbringen will, muss privates Kapital aktiv einbinden. Dafür braucht es verlässliche Regeln, Investitionsfreiheit und europäische Wettbewerbsfähigkeit.
Aus Sicht des BVK verliert Deutschland im Wettbewerb um Kapital zunehmend an Attraktivität. Während andere europäische Staaten gezielt Investitionen fördern und rechtliche Klarheit schaffen, bestehen hierzulande weiterhin Unsicherheiten und strukturelle Nachteile für Beteiligungskapital. Der BVK fordert die Bundesregierung deshalb auf, Investitionen nicht länger schlechter zu stellen als in den wichtigsten europäischen Nachbarländern.
Die Bedeutung der Branche für den Standort Deutschland ist erheblich: Mehr als 6.500 Unternehmen werden in Deutschland von Beteiligungskapital finanziert. Sie beschäftigen rund 1,6 Millionen Menschen und erwirtschaften einen Umsatz von rund 320 Milliarden Euro. Allein zwischen 2021 und 2025 wurden 79,3 Milliarden Euro Beteiligungskapital investiert. Im Jahr 2025 flossen nach vorläufigen BVK-Zahlen 15,7 Milliarden Euro in 897 Unternehmen.
Gleichzeitig verschärft sich der internationale Wettbewerb um Kapital, Talente und Technologien. Marktanalysen für das erste Quartal 2026 zeigen, dass Europa beim weltweiten Venture Capital-Volumen weiter deutlich hinter den USA zurückliegt. In zentralen Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Deep Tech, Robotik und Defence investieren die USA und Asien schneller und konsequenter.
„Die Frage lautet nicht, ob Deutschland gute Ideen hat“, so Hinrichs. „Die Frage lautet, ob wir bereit sind, ihnen ausreichend Kapital, Geschwindigkeit und unternehmerische Freiheit zu geben. Wer über Wettbewerbsfähigkeit spricht, muss über Kapital sprechen.“
Im Mittelpunkt des BVK-Fachforums stehen zentrale Zukunftsfragen des Standorts Deutschland: die Finanzierung von Start-ups und Scale-ups, die Unternehmensnachfolge im Mittelstand, der Ausbau des Deutschlandfonds, europäische Venture Capital-Initiativen, Secondaries, Private Wealth sowie neue Finanzierungsinstrumente wie ELTIFs.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Deutschlandfonds. Aus Sicht des BVK kann er zu einem wichtigen Baustein für die Finanzierung von Innovation und Transformation werden. Voraussetzung ist jedoch, dass öffentliche Mittel privates Kapital hebeln und nicht verdrängen. Entscheidend sind marktkonforme Strukturen, schnelle Umsetzung und klare Investitionsanreize für private Kapitalgeber.
„Private Equity und Venture Capital sind kein Spezialthema für Finanzexperten“, betont Krocke. „Sie sind das Betriebskapital der Transformation. Ohne privates Kapital werden weder die industrielle Erneuerung noch die technologische Aufholjagd Deutschlands gelingen.“
Das BVK-Fachforum macht deutlich: Die Beteiligungsbranche ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt ist die Politik am Zug, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Denn wer Wachstum will, muss Investitionen ermöglichen. Und wer Investitionen will, muss Kapital willkommen heißen.

Die vollständige Bildergalerie finden Sie hier auf unserer Website. Die Agenda sowie nähere Informationen zum BVK Fachforum und zur BVK Night finden Sie hier.
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Über den BVK: Der Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) ist die Interessenvertretung der Private Equity-Branche in Deutschland. Im Verband organisiert sind Private Equity-Gesellschaften – von Venture Capital über Wachstumsfinanzierung bis zum Buy-out-Bereich – sowie institutionelle Investoren, die in Private Equity investieren. Der BVK vertritt insgesamt 300 Mitglieder, darunter 175 Beteiligungsgesellschaften sowie 25 Investoren. Ziel des BVK ist die Schaffung eines bestmöglichen Umfelds für Beteiligungskapital in Deutschland. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.bvkap.de
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Marlene Merck, Leiterin Kommunikation BVK
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