Corporate Venture Capital-Gesellschaften

Was sind Corporate Venture Capital-Gesellschaften (CVCs)?

Bei Corporate Venture Capital (CVC)-Gesellschaften handelt es sich um spezielle Investmentgesellschaften von Unternehmen, die strategische Investments tätigen, meist in Anlehnung an das Kerngeschäft des Unternehmens.

Im Gegensatz zu anderen Venture Capital (VC)-Gesellschaften zielen sie sowohl auf die finanziellen Renditen, als auch auf den strategischen Mehrwert, der sich aus der Partnerschaft zwischen dem Unternehmen und dem finanzierten Partner-Unternehmen generieren lässt.

In Deutschland gibt es heute mehr als 100 Corporate-Venture-Capital-Gesellschaften, von denen die wichtigsten im BVK organisiert sind. 2019 wurden über 400 Mio. € durch CVC-Gesellschaften in Deutschland investiert.

Welche Rolle, Zielsetzung und Fokus haben Corporate Venture Capital-Unternehmen?

Corporate Venture Capital-Gesellschaften haben unterschiedliche, mit den jeweiligen Unternehmensleitungen abgestimmte Strategien und Ziele. Neben der Erwirtschaftung einer angemessenen Rendite verfolgen sie in der Regel auch strategische Ziele des Unternehmens und sind damit Instrument des Innovationsmanagements.

Dabei ist vielen CVCs gemeinsam, dass sie darauf spezialisiert sind, neue, bahnbrechende Technologien und/oder Geschäftsmodelle aufzuspüren und zu finanzieren, um damit das interne Innovationsmanagement zu beschleunigen, die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) zu ergänzen und neue Geschäftsfelder aufzubauen. Auch investieren CVC-Gesellschaften zum Wohle ihrer Portfoliounternehmen gern in Partnerschaft mit anderen Wagniskapitalgebern.

Der konkrete Investmentfokus nach Technologien, Regionen und Entwicklungsphasen, die Zielsetzung (Erwirtschaftung finanzieller Renditen und/oder strategischen Mehrwertes), die organisatorische Aufbau- und Ablauforganisation, sowie die Spielregeln zur Zusammenarbeit mit dem Mutterunternehmen einer CVC-Gesellschaft werden entsprechend der individuellen Strategie des Unternehmens ausgestaltet und können in der Praxis recht unterschiedlich sein.

Die Möglichkeit durch Corporate Venture Capital Märkte und Technologien beobachten zu können, die oft als "window on technology" bezeichnet wird, gestattet es, großen Unternehmen Innovationen und Tendenzen frühzeitig zu erkennen und die eigene Strategie danach auszurichten.

Die Stärke des CVC-Gebers liegt darin, mehr als "nur" Geld zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht beispielsweise durch Einbindung in die internationalen Vertriebskanäle des Unternehmens oder den Abschluss von Kooperations- oder OEM-Verträgen. Das Unternehmen kann oft auch ein erster Kunde für das Startup sein. Dadurch kann der Unternehmenswert des Start-ups zum Wohle beider Interessen wesentlich gesteigert werden.