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IPO-Umfrage 2006: Beteiligungsgesellschaften streben weitere Börsengänge an
- IPO-Geschehen profitiert von Private Equity-finanzierten Unternehmen
- 143 Portfoliounternehmen als börsenreif klassifiziert
- Entry Standard belebt Börsenplatz Deutschland
Die deutschen Private Equity-Gesellschaften haben maßgeblich am IPO-Aufschwung hierzulande mitgewirkt und verfügen nach eigener Einschätzung über zahlreiche börsenfähige Unternehmen in ihren Portfolios. Die Verbesserung der IPO-Bedingungen ist insbesondere auf die Einführung des Entry Standard im letzten Jahr zurückzuführen, die der deutsche Börsenlandschaft zu einem Zuwachs an Attraktivität verholfen hat. Dies ist das Ergebnis der IPO-Umfrage 2006, die der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e. V. (BVK) im März 2006 durchgeführt hat. Insgesamt 99 Private Equity-Gesellschaften gaben darin ihre Einschätzung zur aktuellen Börsensituation ab.
IPO-Aufschwung dank Private Equity
Von den 35 Neuemissionen in den geregelten Märkten der Frankfurter Wertpapierbörse seit dem Jahr 2002 waren 15 mit Private Equity finanziert. Auffällig ist, dass mit dem Aufleben der deutschen IPO-Aktivitäten im Jahr 2005 ein besonders hoher Anteil von Börsenkandidaten mit einer vorherigen Venture Capital-Finanzierung bzw. einem Buy-out festzustellen war. „Neun der 15 Neuemissionen des Jahres 2005 in Prime und General Standard sind im Vorfeld mit Private Equity finanziert worden“, erklärt Thomas Pütter, Vorstandsvorsitzender des BVK. „Im laufenden Jahr waren es drei der bisher neun Börsenneulinge.“ Darüber hinaus zog auch der im Oktober 2005 eingeführte Entry Standard Private Equity-finanzierte Unternehmen an. Im vergangenen Jahr nutzten zwei, im laufenden Jahr bislang vier entsprechende Unternehmen das neue Segment zum Börsengang.
Erhebliches IPO-Potenzial bei Private Equity-finanzierten Unternehmen
Zahlreiche Unternehmen werden derzeit als Börsenkandidaten diskutiert oder haben bereits offiziell ihre IPO-Absichten geäußert. Hierunter fallen vielfach Portfoliounternehmen von Beteiligungsgesellschaften. „Von den derzeit als Börsenkandidaten gehandelten Unternehmen ist mindestens jedes zweite Private Equity-finanziert“, erläutert Dr. Holger Frommann, BVK-Geschäftsführer. Neben diesen öffentlich diskutierten Unternehmen existieren aber noch weitere Private Equity-finanzierte Börsenaspiranten: Laut Umfrageergebnis verfügen fast zwei Drittel der Beteiligungsgesellschaften über mindestens ein börsenfähiges Unternehmen in ihrem Portfolio.
Insgesamt 143 Unternehmen kommen nach Meinung der Beteiligungsgesellschaften für einen Börsengang in Frage. 37 Beteiligungsgesellschaften gaben an, für insgesamt 61 Unternehmen an konkreten Börsenvorbereitungen für einen IPO noch in diesem Jahr zu arbeiten. Bei weiteren 42 Unternehmen haben Vorbereitungen für einen Börsengang im kommenden Jahr begonnen.
Private Equity-Branche begrüßt Entry Standard
In den beiden Vorgängerstudien beklagten die Beteiligungsgesellschaften noch das Fehlen eines auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ausgerichteten Börsensegmentes. „Mit der Einführung des Entry Standard hat die Deutsche Börse auf Kritik reagiert und ein KMU-Segment geschaffen, das durch seine Regelungen einen schnellen und kostengünstigen Börsengang für diese Unternehmen ermöglicht“, sagt Pütter. So machen die befragten Gesellschaften neben der allgemein besseren Kapitalmarktstimmung vor allem das gestiegene Investoreninteresse an deutschen Neuemissionen und die Einführung des Entry Standard für die auflebenden IPO-Aktivitäten in Deutschland verantwortlich.
Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die neue Börsensegmentierung, bestehend aus Prime, General, Open und Entry Standard, mit der Mindestnote „gut“. Damit liegt die Bewertung deutlich höher als im letzten Jahr, in dem fast 60 Prozent lediglich die Note „ausreichend“ oder schlechter vergaben. Die Segmente Open und Entry Standard werden hierbei im Vergleich zu den gesetzlich regulierten Open und Prime Standard als die deutlich geeigneteren für den Börsengang von KMU und als Exit-Kanal für Beteiligungsgesellschaften eingeschätzt. „Am besten schneidet der neu geschaffene Entry Standard ab, was aber angesichts seiner Regelungen und Zielgruppe nicht überrascht“, so Frommann.
Börsenplatz Deutschland erhält gute Noten
Aber nicht nur der neu geschaffene Entry Standard wurde auf Anhieb als äußerst attraktiv eingeschätzt, auch Prime und General Standard konnten in der Gunst der befragten Beteiligungsgesellschaften zulegen. Befragt nach den für einen IPO bevorzugten Börsenplätzen lag der Schwerpunkt mit insgesamt 56 Nennungen beim Entry Standard. Mit zusammen 70 Nennungen erhielten die gesetzlich geregelten Segmente Prime und General Standard eine deutlich höhere Bewertung als im Vorjahr. Während der AIM im letzten Jahr noch auf dem zweiten Platz rangierte, wurden die internationalen Konkurrenzbörsen wie AIM London, Euronext oder NASDAQ in diesem Jahr weit weniger oft genannt. „Zu der positiveren Einschätzung der nationalen Börsen haben neben der Einführung des Entry Standard sicher auch die gestiegene Zahl deutscher IPOs und die positiven IPO-Beispiele des letzten Jahres beigetragen. Diese haben bewiesen, dass auch an deutschen Börsen erfolgreiche Börsengänge möglich sind“, sagt Pütter.
Beteiligungsgesellschaften sind optimistisch
„Auch wenn der Börsengang seit dem vergangenen Jahr wieder an Attraktivität gewonnen hat, streben Beteiligungsgesellschaften ihn nur für geeignete Portfoliounternehmen an“, ergänzt Frommann. „Nicht alle Beteiligungsgesellschaften verfolgen diese Exit-Option für ihre Portfoliounternehmen.“ Historisch gesehen sei der Verkauf an industrielle Käufer (Trade sale) der wichtigste Weg des Beteiligungsverkaufs. „Börsenbewertungen haben aber indirekt auch Auswirkungen auf die Bewertungen bei M&A-Transaktionen, weshalb wir bei dem anhaltend positiven Börsen- und M&A-Umfeld weiterhin gute Exit-Chancen sehen“, schließt Pütter ab.
Weitere Grafiken entnehmen Sie der Vollversion der IPO-Studie 2006 im Anhang.
Anmerkungen:
Terminologie
Beteiligungskapital oder Private Equity bezeichnet die Vergabe von Beteiligungskapital an nicht börsennotierte Unternehmen in allen Unternehmensphasen, d. h. Venture Capital und Buy-outs. Venture Capital bezieht sich auf Early stage- (Frühphasenfinanzierung: Seed und Start up) und Later stage-(Expansions-) Finanzierung.
Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)
Thomas Pütter, Vorstandsvorsitzender
Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
bvk@bvk-ev.de
www.bvk-ev.de
VOCATO public relations
Birgit Brabeck
Bahnstraße 19
50858 Köln
Tel.: 0 22 34 / 6 01 98-18
bbrabeck@vocato.com
Über den BVK
Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern
Dokumente:
- Studie IPO-Markt 2006 - Einschätzung der aktuellen Börsensituation aus Sicht der deutschen Beteiligungsgesellschaften (PDF, 139 KB) Hinweis: Datei wird in neuem Fenster geöffnet
- PM IPO-Umfrage 2006 (PDF, 92 KB) Hinweis: Datei wird in neuem Fenster geöffnet
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