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Private Equity Stifterkreis

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BVK-Statistik zum 3. Quartal 2006

14. November 2006

Deutsche Beteiligungsgesellschaften steigern erneut Investitionstätigkeit

Der deutsche Beteiligungsmarkt verzeichnete im dritten Quartal 2006 eine deutliche Erholung im Fundraising sowie kräftige Zunahmen bei den Investitionen. Das zeigt die Quartalsstatistik des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK), die heute veröffentlicht wurde. Die Beteiligungsgesellschaften sammelten im Fundraising in den ersten neun Monaten 1.871,7 Mio. € ein, was einen Anstieg um gut 20 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 (1.548,6 Mio. €) bedeutet. Die Investitionen summierten sich auf 1.449,2 Mio. € (2005: 1.116,0 Mio. €). Das Portfolio der untersuchten Gesellschaften blieb zum 30.09.2006 fast unverändert bei 21,6 Mrd. €, investiert in 5.918 Unternehmen. Rege Fundraising-Aktivitäten für kleine und mittlere Buy-outs Im dritten Quartal flossen den Beteiligungsgesellschaften neue Mittel in Höhe von 1.025,4 Mio. € zu. Damit konnten deutlich mehr neue Mittel eingesammelt werden als in den vorherigen Jahresquartalen (Q1: 553,1 Mio. €; Q2: 293,2 Mio. €) sowie im Vergleichszeitraum des Vorjahres (864,1 Mio. €). Der Löwenanteil des Fundraisings im dritten Quartal entfiel auf Fonds für Buy-outs in klassischen mittelständischen Unternehmen. Von den im unabhängigen Fundraising eingeworbenen Mitteln (681,0 Mio. €) entfielen allein 600 Mio. € auf vier Fonds für kleine und mittelgroße Buy-outs. „Bereits seit dem letzten Jahr beobachten wir zahlreiche neue Fonds für Mittelstands-Buy-outs. Dagegen bleibt der Venture Capital-Bereich deutlich zurück“, sagte BVK-Vorstandsmitglied Rolf Christof Dienst, General Partner der Wellington Partners Venture Capital GmbH.

Buy-out-Investitionen weiterhin dominierend
Die Beteiligungsgesellschaften investierten im dritten Quartal insgesamt 509,9 Mio. € in 290 Unternehmen. Dies ist der Höchstwert in diesem Jahr, in dem die bisherigen Investitionen auf 1.449,2 Mio. € kletterten. Die Zahl der im Jahresverlauf finanzierten Unternehmen stieg leicht von 668 auf 686. Im Buy-out-Bereich wurden insgesamt 268,4 Mio. € investiert, das entspricht 52,6 Prozent der Gesamtinvestitionen des dritten Quartals. Wie in den ersten zwei Jahresquartalen dominierten allerdings auch im dritten Quartal kleine und mittlere Transaktionen die Investitionen im Buy-out-Bereich. Die übrigen Investitionen wurden im Venture Capital-Bereich getätigt: Mit 241,4 Mio. € übertrafen diese zwar deutlich die beiden Vorquartale (Q1: 187,6 Mio. €, Q2: 176,8 Mio. €). In der Summe (605,8 Mio. €) blieb der Venture Capital-Bereich 2006 dennoch leicht unter dem Vorjahresniveau (618,0 Mio. €).

„Das Umfeld für Venture Capital, insbesondere im Hightech-Bereich, in Deutschland ist schwierig“, so Dienst. „Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen, um das Fundraising anzukurbeln und so mehr Investitionen in wachstumsorientierte Unternehmen zu ermöglichen.“

Starke Gegensätze im Venture Capital-Segment
Betrachtet man die Teilsegmente des Venture Capital-Bereichs, bietet sich im dritten Quartal ein geteiltes Bild: Seed-Investitionen, also die Finanzierung von Geschäftsideen zum Zweck der Unternehmensgründung, sind im Vergleich zum Vorquartal sprunghaft angestiegen. Mit 10,9 Mio. € in 36 Unternehmen lagen sie sowohl nach Volumen (176 Prozent) als auch nach Anzahl der Finanzierungen (32 Prozent) über dem Vorquartal. Dienst: „Diese erfreuliche Entwicklung können wir eindeutig auf die Aktivitäten des High-Tech Gründerfonds zurückführen.“ Dennoch musste der gesamte Early Stage-Bereich, also Seed- und Start up-Finanzierungen, mit lediglich 58,3 Mio. € (Q2: 71,8 Mio. €) kräftige Einbußen hinnehmen.

Der Großteil der Venture Capital-Investitionen im dritten Quartal entfiel auf Later Stage-Investitionen: 183,1 Mio. € (Q2: 105,0 Mio. €) flossen in 157 Unternehmen (Q2: 128). „Ausschlaggebend waren insbesondere einige größere Expansionsfinanzierungen in mittelständische Unternehmen in der Größenordnung von 5 bis 15 Mio. €“, erklärte Dr. Holger Frommann, BVK-Geschäftsführer, den Anstieg. „Das zeigt, dass der traditionelle Mittelstand ebenso von Beteiligungskapital profitiert wie die jungen, noch nicht etablierten Firmen.“

Exit-Volumen durch große Einzelverkäufe auf neuem Höchststand
Mit 573,9 Mio. € überstieg das Exit-Volumen im dritten Quartal deutlich das Vorquartal (316,5 Mio. €) wie auch das Vorjahresquartal (569,0 Mio. €). Die beiden größten Verkäufe des Quartals waren Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften, weshalb dieser Bereich allein 65,9 Prozent des gesamten Exit-Volumens ausmachte. Weitere 10,7 Prozent entfielen auf Trade Sales. Zwei mit Beteiligungskapital finanzierte Unternehmen sind an die Börse gegangen. Totalverluste zeigten sich mit 20,9 Mio. € (Q2: 21,6 Mio. €) weiterhin abnehmend.

Erwartungen bis Jahresende
Im weiteren Jahresverlauf erwartet der BVK aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre noch einen kräftigen Anstieg bei den Investitionen, da die meisten Gesellschaften bis Jahresende ihre Transaktionen abschließen werden. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Ergebnis des Vorjahres erreicht werden kann. Das Fundraising sollte weiter ansteigen, da viele Gesellschaften ihre aufgelegten Fonds bis zum Jahresende schließen wollen. „Es werden vor allem Fonds für Mittelstands-Buy-outs sein, die noch in diesem Jahr geschlossen werden“, erklärte Dienst. „Wir hoffen allerdings auch auf einige Erfolgsmeldungen aus dem Venture Capital-Bereich.“ Für das Fundraising hofft der Verband vor allem auf Bewegung in Sachen Private Equity-Gesetz: „Trotz der Ankündigung der Regierung im August 2006 hat das geplante Private Equity-Gesetz bisher keine Konturen angenommen“, erklärte Frommann. Gerade im Venture Capital-Bereich bedürfe es aber verbesserter rechtlicher Rahmenbedingungen, um neue, auch ausländische Investoren anzuziehen. „Derzeit sind wir im Venture Capital-Fundraising immer noch stark auf öffentliche und regionale Initiativen angewiesen“, sagte Venture Capitalist Rolf Christof Dienst. „Für uns ist es unbedingt erforderlich, international wettbewerbsfähige Strukturen für Venture Capital in Deutschland zu schaffen.“

DIE WICHTIGSTEN ERGEBNISSE DES 3. QUARTALS 2006
30.09.2005 = Q 1-3/2005   30.09.2006 = Q 1-3/2006
1.548,6 Mio. € Fundraising 1.871,7 Mio. €
1.116,0 Mio. € in 668 Unternehmen Investitionen 1.449,2 Mio. € in 686 Unternehmen
498,0 Mio. € in 50 Unternehmen … davon Buy-outs 843,4 Mio. € in 67 Unternehmen
618,0 Mio. € in 618 Unternehmen … davon Venture Capital 605,8 Mio. € in 619 Unternehmen
1.333,0 Mio. € Exit-Volumen 1.387,2 Mio. €
147,1 Mio. € … davon Total-verluste 76,2 Mio. €

Anmerkungen:

Terminologie
Beteiligungskapital oder Private Equity bezeichnet die Vergabe von Beteiligungskapital an nicht börsennotierte Unternehmen in allen Unternehmensphasen, d. h. Venture Capital und Buy-outs. Venture Capital bezieht sich auf Early stage- (Frühphasenfinanzierung: Seed und Start up) und Later stage-(Expansions-) Finanzierung.

Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)
Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer
Reinhardtstraße 27c, 10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
bvk@bvk-ev.de, www.bvk-ev.de

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Über den BVK
Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in eutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern.