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BVK begrüßt Einführung des Entry Standard durch die Deutsche Börse AG

11. Oktober 2005

Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - German Private Equity and Venture Capital Association e. V. (BVK) begrüßt die Einführung des Entry Standard als neues Segment für den Börsengang von kleinen und mittleren Unternehmen.

„Wir freuen uns, dass die Deutsche Börse AG in ihren Gesprächen mit dem BaFin diese Lösung gefunden hat“, sagt Thomas U.W. Pütter, Vorstandsvorsitzender des BVK. „Dies gibt dem deutschen Kapitalmarkt einen wichtigen Impuls und trägt zur Verbesserung der Finanzierungssituation kleiner und mittlerer Unternehmen bei.“

Mit dem Start des Entry Standard als neuem Teilbereich innerhalb des Open Market (ehemals Freiverkehr) am 25. Oktober kommt die Deutsche Börse AG einer seit langem gestellten Forderung des BVK nach. Deutschland fehlte ein Börsensegment, das auf die Ansprüche kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet ist. Bei der Konzeptionierung des Entry Market wurden auch die vom BVK kritisierten IPO-Hürden für kleine und mittlere Unternehmen in General und Prime Standard wie hohe Kosten durch umfassende Zulassungs- und Folgepflichten sowie fehlende Wahrnehmung durch Investoren berücksichtigt. „Die jetzige Lösung bietet eine unkomplizierte und kostengünstige Alternative zum Börsengang in den regulierten Segmenten General Standard und Prime Standard“, so Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer des BVK. „Kleine und mittlere Unternehmen haben nun die Möglichkeit zum Börsengang bei geringeren Kosten. Die im Vergleich zum Open Market erhöhten Transparenzanforderungen und der geplante Index sichern ihnen zudem ein gewisses Maß an Visibilität bei Investoren.“

Die Gründung eines Teilbereiches des Open Market als Schaufenster für ausgewählte Unternehmen entspricht einer vom BVK favorisierten Struktur. „Der Entry Standard ist in unseren Augen eine optimale Ergänzung zu den bestehenden Segmenten General und Prime Standard“, erläutert Pütter. „Wir erwarten, dass viele Unternehmen diesen Bereich zum Börseneinstieg nutzen und dann später in die anderen Segmente aufsteigen.“

Der BVK hatte unter anderem in zwei Studien auf die nachteilige Börsenstruktur für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland hingewiesen. Die deutschen Beteiligungsgesellschaften verfügen in ihren Portfolios über zahlreiche börsenreife Unternehmen, deren Börsengang maßgeblich durch die ungeeignete Börsenstruktur verhindert wurde. „Wir sehen ein beachtliches IPO-Potenzial bei den Portfoliounternehmen, das jetzt besser ausgeschöpft werden kann“, so Frommann. „Zudem erschließen sich für die Unternehmen durch den Börsengang dringend benötigte Finanzierungsquellen für das weitere Wachstum.“ Die jüngst zunehmende Zahl von Börsengängen zeigt das wieder erstarkte Interesse der deutschen Unternehmen an der Börse. Beteiligungsgesellschaften haben maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen, denn sieben der acht Neuemissionen seit Jahresbeginn in Deutschland wurden durch Private Equity-finanzierte Unternehmen durchgeführt. „Die Einführung des Entry Standard war eine wichtige und richtige Entscheidung der Deutschen Börse AG. Damit erweitern sich die Finanzierungsmöglichkeiten der kleinen und mittleren Unternehmen, und Beteiligungsgesellschaften können ihre Beteiligungen besser in eine neue unabhängige Zukunft einführen“, sagt Pütter abschließend.