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BVK: Deutscher Buy-out-Markt folgt europäischem Wachstumstrend
[Pressemitteilung vom 21. April 2005]
Buy-outs haben einen wesentlichen Anteil am neuerlichen Wachstum im deutschen Beteiligungsmarkt. Dies geht aus der heute veröffentlichten Untersuchung zum deutschen Buy-out-Markt 2004 des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) hervor. Dazu wurden die Eigenkapitalinvestitionen von Beteiligungsgesellschaften bei 60 erfassten Buy-outs (Vorjahr: 51) untersucht.
2,7 Mrd. €, also fast drei Viertel der gesamten Eigenkapitalinvestitionen des Jahres 2004 in Höhe von 3,8 Mrd. €, entfielen auf Buy-out-Transaktionen. Damit haben Buy-outs im insgesamt wachsenden deutschen Beteiligungsmarkt ihre dominierende Stellung untermauert. Gegenüber dem Jahr 2003 wuchs das erfasste Investitionsvolumen im Buy-out-Segment um 57 Prozent, während der Gesamtmarkt einen Zuwachs von rund 56 Prozent verzeichnete. „Seit nunmehr fünf Jahren sehen wir einen Wachstumstrend im deutschen Buy-out-Markt. Deutschland hat seinen Ruf als attraktiver Standort für Übernahmen durch Private Equity-Investoren gefestigt“, sagt der amtierende BVK-Vorsitzende Thomas Pütter.
Leveraged Buy-outs weiter auf dem Vormarsch
Markttreiber waren neben den Übernahmen im klassischen deutschen Mittelstand vor allem Secondary-Transaktionen, also Unternehmensverkäufe zwischen einzelnen Beteiligungsgesellschaften. “Buy-out-Gesellschaften restrukturieren die Unternehmen, setzen ihre finanziellen Mittel und ihr Management Know-how ein, um neue Wachstums- und Wertsteigerungspotenziale zu heben“, ergänzt Dr. Holger Frommann, BVK-Geschäftsführer. Ihren anhaltenden Wachstumstrend führen vor allem die Leveraged Buy-outs (LBO’s) fort. Auf diese Gruppe entfielen mit 2,0 Mrd. € rund drei Viertel des gesamten Buy-out-Investitionsvolumens. Im Rahmen von MBO’s wurden 670 Mio. €, von MBI’s 50 Mio. € investiert. „Deutschland liegt weiter im europäischen Trend. In Großbritannien, Frankreich und Italien spielen Buy-out-Transaktionen und insbesondere LBO’s ebenfalls seit Jahren die dominierende Rolle“, unterstreicht Pütter.
Traditionelle Branchen im Visier
Die meisten Investitionen fanden in den Bereichen Maschinen-/Anlagenbau (17), Konsumgüter (7) und Medizin (5) statt. Dem Volumen nach dominierten im abgelaufenen Jahr jedoch die Branchen Medizin (22,2 Prozent), Konsumgüter (14,2 Prozent) und Sonstiges (13,5 Prozent). Hier ist allerdings der Einfluss sehr großer Transaktionen zu beachten.
Fast ein Drittel der Mittel wurde im europäischen Ausland investiert, vor allem in Großbritannien und Belgien. Innerhalb Deutschlands gab es, wie bereits im Jahr 2003, eine starke regionale Konzentration: Annähernd das gesamte nationale Investitionsvolumen entfiel auf die vier Bundesländer Nordrhein-Westfalen (31,4 Prozent) Bayern (29,3 Prozent), Niedersachsen (15,2 Prozent) und Baden-Württemberg (14,7 Prozent). „Eine ausgebaute Industriestruktur und ein etablierter Mittelstand bieten Private Equity-Investoren in diesen Regionen immer wieder attraktive Investitionsmöglichkeiten“, erläutert Pütter.
Durchschnittliches Investitionsvolumen gestiegen
Mit 58 Prozent floss der Großteil des Investitionsvolumens auch 2004 in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Der Anzahl nach ergibt sich ein differenzierteres Bild: Die meisten Buy-outs gab es bei Unternehmen mit 200 bis 499 Beschäftigten, der Umsatzgröße nach waren es vor allem Unternehmen mit 10 bis 50 Mio. € bzw. mehr als 100 Mio. € Jahresumsatz. Aufgrund zahlreicher sehr großer Investitionen stieg das durchschnittliche Investitionsvolumen pro Unternehmen auf 44,8 Mio. € (Vorjahr: 33,5 Mio. €). Bei fast zwei Dritteln (38) der Buy-out-Transaktionen wurden weniger als 15 Mio. € investiert; bei sieben Buy-outs wurden allerdings auch mehr als 100 Mio. € investiert.
Exitvolumen auf geringem Niveau
Durch einige große Unternehmensverkäufe erreichte das Exitvolumen einen Wert von 519,5 Mio. €. Wichtigste Exitkanäle waren Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften (Secondary Buy-outs) mit 56,1 Prozent und Trade sales mit 32,2 Prozent. „Aufgrund fehlender Verkaufsmöglichkeiten über den IPO- und M&A-Markt haben die Beteiligungsgesellschaften verstärkt auf Secondary-Verkäufe zurückgegriffen. Für 2005 sehen wir allerdings eine Entspannung der Exitsituation durch die weitere Öffnung der Börsen und eine Rückkehr der strategischen Käufer“, so Pütter.
Ausblick: Viele Anzeichen für weiteres Wachstum
„Das Ergebnis des Jahres 2004 ist ein vorläufiger Höhepunkt im deutschen und europäischen Buy-out-Markt. Private Equity-Investoren haben sich als willkommene Unternehmenskäufer etabliert, aber ob der starke Wachstumstrend auch 2005 anhalten wird, bleibt abzuwarten“, prognostiziert Frommann. Deutschland bleibt für deutsche und internationale Private Equity-Investoren ein attraktives Ziel, denn Konzerne trennen sich weiterhin von Randaktivitäten und im Mittelstand nimmt die Akzeptanz für Beteiligungsgesellschaften zu. „Deutschland bietet auch künftig zahlreiche Investitionschancen. Viele Buy-out-Gesellschaften haben neue Fonds aufgelegt und werden den deutschen Markt sehr genau beobachten“, schließt Pütter ab.
Die Buy-out-Statistik 2004 ist online abrufbar unter www.bvk-ev.de
Anhang
Terminologie:
Beteiligungskapital oder Private Equity bezeichnet die Vergabe von Beteiligungskapital an nicht börsennotierte Unternehmen in allen Unternehmensphasen, d. h. Venture Capital, Buy-outs und Mezzanine-Finanzierungen.
Buy-outs umfassen drei Investitionsarten:
- Management Buy-outs (MBO’s): Übernahme eines Unternehmens durch das vorhandene Management; das Management hält mehr als 10Prozent der Unternehmensanteile.
- Management Buy ins (MBI’s): Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management; das Management hält mehr als 10Prozent der Unternehmensanteile.
- Leveraged Buy-outs (LBO’s): Überwiegend fremdkapitalfinanzierte Übernahme eines Unternehmens; das Management hält weniger als 10Prozent der Unternehmensanteile.
Die Teilstatistik Buy-outs basiert auf der bereits im Februar vom BVK veröffentlichten Private Equity-Gesamtmarktstatistik. Analysiert wurden ausschließlich die Eigenkapitalinvestitionen der Beteiligungsgesellschaften im Jahr 2004 unter Vernachlässigung von Mezzanine- oder Fremdkapitalanteilen der Buy-out-Transaktionen.
Über den BVK
Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern.
Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)
Thomas Pütter, amtierender Vorstandsvorsitzender
Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
E-Mail: bvk@bvk-ev.de
http://www.bvk-ev.de
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