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BVK-Teilstatistik Venture Capital 2004: Erholung bei Venture Capital

14. März 2005

[Pressemitteilung vom 14. März 2005]

Investitionen in Neugründungen sowie wachstumsstarke junge und etablierte Unternehmen haben im Jahr 2004 erstmals seit dem Jahr 2000 Zuwächse verzeichnet. Dies geht aus der heute vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK) veröffentlichten Teilstatistik für Venture Capital hervor.

Die 80 berücksichtigten Beteiligungsgesellschaften investierten im Jahr 2004 insgesamt 1.079,4 Mio. € in 890 kleine und mittlere Unternehmen (2003: 707,9 Mio. € in 825 Unternehmen); das entspricht beim Volumen einem Wachstum um rund 53 Prozent und bei der Anzahl der Unternehmen um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gemessen am Investitionsvolumen des gesamten Private Equity-Marktes (Venture Capital und Buy outs) in Höhe von rund 3,8 Mrd. € ging der Anteil von Venture Capital allerdings leicht auf 28,7 Prozent zurück (2003: 29,4 Prozent).

Deutliche Zuwächse bei Early stage- und Later stage-Venture Capital

„Der Venture Capital-Markt hat drei schwere Jahre hinter sich. Venture Capital-Investitionen erreichten ihren Tiefstwert im ersten Quartal 2003. Ab diesem Zeitpunkt haben vor allem die Later stage-Investitionen beständig zugenommen, während der Early stage-Bereich eher stagnierte“, konstatiert der amtierende BVK-Vorsitzende Thomas Pütter. Die Early stage-Investitionen in junge, vornehmlich technologieorientierte Unternehmen waren seit dem Boom von 1,6 Mrd. € im Jahr 2000 bis auf 292,4 Mio. € im Jahr 2003 eingebrochen. Dieser Teilbereich konnte 2004 mit 353,5 Mio. € erstmals seit drei Jahren wieder einen Anstieg verzeichnen, wobei insbesondere im vierten Quartal 2004 mehr Investitionen realisiert wurden. Die Investitionen im Bereich Later stage-Venture Capital waren ebenfalls stark zurückgegangen bis auf 415,5 Mio. €. 2004 erreichten auch sie mit 725,9 Mio. € erstmals seit 2000 wieder ein Plus. Unterm Strich ergeben sich für 2004 Zuwächse von fast 75 Prozent bei Later stage- und 21 Prozent bei Early stage-Venture Capital.

Finanzierungswandel begünstigt Expansionsfinanzierungen

„Later stage-Investitionen haben vorrangig das Wachstum im gesamten Venture Capital-Markt vorangetrieben“, so Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer des BVK. „In diesem Bereich machen sich die Veränderungen in den Finanzierungsstrukturen der Unternehmen positiv bemerkbar.“ Die Zahl großer Expansions- und Replacement-Finanzierungen bei etablierten Mittelständlern, teilweise mit Mezzanine-Kapital, hat deutlich zugenommen. „Das Finanzierungsinstrument Private Equity wird inzwischen auch von etablierten Mittelständlern verstärkt genutzt“, ergänzt Pütter. Allein die Expansionsfinanzierungen wuchsen im Vergleich zu 2003 von 373,8 auf 611,9 Mio. €, Replacement-Finanzierungen sogar von 4,3 auf 92,5 Mio. €.

Typische Venture Capital-Investition: Klein, technologieorientiert und aus Süddeutschland

Die größten Einzelinvestitionen erfolgten in den traditionellen Branchen wie Maschinenbau und Industrieautomation, weshalb im Gegenzug der Anteil der Venture Capital-Investitionen in die Technologiebranchen Informations- und Kommunikationstechnologien, Biotechnologie und Medizin von rund 55 Prozent auf knapp 49 Prozent aller Venture Capital-Investitionen sank. Dennoch blieben technologieorientierte Unternehmen nach wie vor Schwerpunkt der Investitionsaktivitäten: Allein im Early stage-Bereich entfielen auf sie fast 76 Prozent des Investitionsvolumens. Regionale Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren im vergangenen Jahr die Bundesländer Bayern mit 24,7 Prozent sowie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 20 Prozent des Investitionsvolumens.

Venture Capital grundlegend für Gründungsfinanzierungen

Wenig überraschend ist die Tatsache, dass es sich bei der Mehrzahl der finanzierten Unternehmen um kleine Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten (83 Prozent) bzw. mit bis zu 10 Mio. € Jahresumsatz (81 Prozent) handelt. Nach Berechnungen des BVK beschäftigten die im Jahr 2004 mit Venture Capital finanzierten Unternehmen rund 119.000 Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Umsatz von 9,3 Mrd. €. Allein auf Seed- und Start up-Finanzierungen entfielen davon 9.900 Mitarbeiter und 660 Mio. € Umsatz.

Leichte Verbesserungen bei den Exits

Das Exitvolumen im Venture Capital-Markt stieg von 772,6 Mio. € im Vorjahr auf 1.022,9 Mio. € . Hauptexitkanal blieben Totalverluste mit 399,9 Mio. €, wovon allein 266,3 Mio. € bzw. rund 71 Prozent auf Early stage-Engagements zurückzuführen sind. „Volumen und Anteil der Totalverluste sind aufgrund der höheren Ausfallrisiken bei sehr jungen Unternehmen und Gründungen immer deutlich höher als in anderen Marktsegmenten“, erklärt Frommann. Weitere große Anteile entfielen auf Trade sales mit 20 Prozent und Rückzahlungen mit 14,5 Prozent. Zwar sind leichte Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar, aber die Exitsituation im Venture Capital-Bereich bleibt problematisch, da strategische Käufer fehlen.

Aussichten

„Wir sind optimistisch, dass sich der Venture Capital-Markt weiter erholen wird. Allerdings werden die wesentlichen Impulse vom Later stage-Bereich ausgehen. Speziell beim etablierten Mittelstand sehen wir weiteres Potenzial. Early stage- und hier insbesondere Seed-Finanzierungen bleiben weiter problematisch“, schließt Pütter ab. Weitere Verbesserungen für die Finanzierung junger Unternehmen und Gründungen erwartet der BVK vom ERP/EIF-Dachfonds und dem neuen ERP-Startfonds. Hier sollten bereits 2005 Impulse bemerkbar werden.

Early stage-Venture Capital 2004 in Zahlen
Venture Capital 2004 in Zahlen

Anmerkungen:

Terminologie
Die Teilstatistik Venture Capital basiert auf der bereits im Februar vom BVK veröffentlichten Private Equity-Gesamtmarktstatistik und gibt einen Einblick in den deutschen Beteiligungsmarkt unter Vernachlässigung von Buy out-Transaktionen. Die Statistik erfasst alle Investitionen und Exits in Early stage- (Seed-, Start up-Investitionen) und Later stage-Venture Capital (Expansion-, Turnaround-, Replacement- und Bridge-Investitionen).

Über den BVK
Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern. 
 

Pressekontakt:

Bundesverband Deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)
Thomas Pütter, amtierender Vorstandsvorsitzender
Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
E-Mail: bvk@bvk-ev.de
http://www.bvk-ev.de

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