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Positive Stimmung im Beteiligungsmarkt - Gesellschaften erwarten Besserung ihres Geschäftsklimas

15. Februar 2005

[Pressemitteilung vom 15. Februar 2005]

Die Stimmung der deutschen Beteiligungsgesellschaften hat sich im vierten Quartal 2004 gegenüber dem Vorquartal nochmals leicht verbessert. Das German Private Equity Barometer, der unter den im Bundesverband Deutscher Kapitalgesellschaften e.V. (BVK) organisierten Beteiligungsgesellschaften von BVK und KfW erhobene Geschäftsklimaindex, erreichte im abgelaufenen Quartal seinen zweithöchsten Stand seit Start der Erhebung zum Jahresbeginn 2003. Damit setzt sich die Stabilisierung des positiven Stimmungstrends aus den Vorquartalen fort.

Positive aber geteilte Marktstimmung

34 % der befragten Gesellschaften schätzen ihre Lage als gut ein, weitere 48 % als befriedigend. Zur positiven Einschätzung des Private Equity-Klimas trugen die nach wie vor niedrigen Einstiegsbewertungen, das vor allem für Buy out-Gesellschaften vorteilhafte, niedrige Zinsniveau, die weiterhin große Nachfrage nach Beteiligungskapital, die hohe Qualität der eingereichten Business-Pläne und die steigende Innovationsfreudigkeit der Unternehmen.

Per Saldo sieht der Gesamtmarkt die aktuelle Lage weiter positiv, allerdings wird das gute Geschäftsklima vor allem von der überdurchschnittlich positiven Stimmung im Segment der Spätphasen-Finanzierer und weniger als noch in der ersten Jahreshälfte von den Early Stage-Finanzierern getragen. „Während der positive Stimmungstrend im Later stage-Bereich seit nunmehr sechs Quartalen anhält, scheint bei den Early stage-Investoren der Optimismus der ersten sechs Monate 2004 vorerst verflogen zu sein“, so Dr. Thomas Kühr, Vorstandsvorsitzender des BVK. „Während Later stage-Investoren und Buy out-Spezialisten von einer sich bessernden Geschäftslage und einer steigenden Nachfrage nach Beteiligungskapital berichten, sehen sich die Early stage-Gesellschaften immer noch zahlreichen Problemen gegenüber. Die Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer angespannten Situation speziell beim Fundraising und bei den Exits hat sich bisher nicht erfüllt“, ergänzt BVK-Geschäftsführer Dr. Holger Frommann.

Einig sind sich Early stage- und Later stage-Investoren bei der negativen Einschätzung der Konjunktur und der steuerlichen Rahmenbedingungen. Zudem sahen die Marktteilnehmer im vierten Quartal die negativen Entwicklungen bei Gründungen und Insolvenzen, den Abschreibungsbedarf und die fehlende Investitionsbereitschaft von Investoren beim Fundraising kritisch.

Verhalten positiver Ausblick

Den Prognosen der Befragten zu Folge wird der Optimismus in der Branche anhalten. Der Anteil der Gesellschaften, die ihre Lage in sechs Monaten als befriedigend oder gut erwarten, ist mit 82,0 % jedoch etwas niedriger als noch bei der Befragung im Vorquartal mit 94,4 %,. Außerdem schätzen auch 18,0 % ihre Zukunft als schlecht ein, deutlich mehr als noch im dritten Quartal mit 5,6 %. „Die Gesellschaften sehen ihre Lage in sechs Monaten im Vergleich zur aktuellen Lage deutlich positiver– und zwar unabhängig vom Marktsegment. Allerdings ist der Optimismus etwas verhaltener geworden“, erklärt Kühr. Zwar äußerten sich sowohl Early stage- als auch Later stage-Gesellschaften gleichermaßen optimistisch, dennoch überwiegen im Later stage-Segment die für die Zukunft optimistisch eingestellten Gesellschaften gegenüber den Pessimisten weitaus stärker als im Fühphasensegment.

Ausschlaggebend für den Optimismus hinsichtlich der erwarteten Geschäftslage sind deutlich positivere Einschätzungen der Investitionsbereitschaft institutioneller Investoren, der Nachfrage nach Beteiligungskapital, der Konjunkturentwicklung und der Aktienmarktentwicklung im Vergleich zum jetzigen Zeitpunkt. Early stage-Gesellschaften sind im Vergleich zu Later stage-Gesellschaften zudem deutlich optimistischer hinsichtlich einer Verbesserung der Exitsituation, während im Gegenzug die Later stage-Gesellschaften auf ein weiterhin als positiv eingeschätztes Zinsniveau sowie auf eine fortgesetzt günstige Nachfragesituation setzen. Keine Besserung sehen dagegen beide Gruppen bei den steuerlichen Rahmenbedingungen.

Die Einschätzungen der einzelnen Beteiligungsgesellschaften in der Umfrage decken sich im Wesentlichen mit den Trends, die die Entwicklung im deutschen Beteiligungsmarkt im vergangene Jahr geprägt haben und mit den im Rahmen der BVK-Statistik erfassten Marktdaten. „Auch der BVK erwartet nach dem hoffnungsvollen Jahr 2004 für das Jahr 2005 eine weitere Verbesserung der Situation im deutschen Private Equity-Markt. Allerdings gehen wir konform mit der Einschätzung der Umfrageteilnehmer, dass sich der Bereich der Spätphasenfinanzierer besser entwickeln wird als der Frühphasenbereich“, so Dr. Frommann.

Informationen zum German Private Equity Barometer:

Das von der KfW konzipierte und in Kooperation von Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK) und KfW Bankengruppe vierteljährlich erhobene und exklusiv im Handelsblatt veröffentlichte German Private Equity Barometer gibt Auskunft über die aktuelle und erwartete Geschäftslage auf dem deutschen Beteiligungsmarkt insgesamt und differenziert für die beiden Segmente Early Stage (Seed- und Start-Up-Finanzierungen) und Wachstum (Wachstums- und Buy-Out/Buy-In-Finanzierungen). Als Datengrundlage zur Ermittlung des Barometers werden BVK-Mitgliedsunternehmen vierteljährlich zu ihrer aktuellen sowie der in den jeweils nächsten 6 Monaten erwarteten Geschäftslage sowie ihrer Einschätzungen wichtiger Bestimmungsfaktoren befragt.  

Über den BVK
Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern. 

Pressekontakt:

Bundesverband deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)

Dr. Thomas W. Kühr, Vorstandsvorsitzender
Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
e-mail: BVK@BVK-eV.de
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