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BVK-Statistik zum dritten Quartal: PE-Investitionen und Fundraising steigen weiter

17. November 2004

[Pressemitteilung vom 17. November 2004]

Positive Entwicklungen beim Investitionsvolumen und beim Fundraising im dritten Quartal, so die Grundaussage der Quartalsstatistik, die der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) heute in Berlin vorstellt.

Die Neuinvestitionen erreichten insgesamt 936,0 Mio. €, davon wurden 913,5 Mio. € direkt in Unternehmen und weitere 22,6 Mio. € in andere Private Equity-Fonds investiert. Das ist das zweithöchste Quartalsergebnis seit dem vierten Quartal 2001 - nur das vierte Quartal 2003 lag mit 1.086,7 Mio. € im Ergebnis höher. „Erstmals seit mehreren Jahren beobachten wir im laufenden Jahr wieder einen innerjährigen Zyklus ohne Sprünge, wie er bis zum Jahr 2000 vorherrschte“, sagt Dr. Thomas W. Kühr, Vorstandsvorsitzender des BVK. In der Vergangenheit waren dem Volumen nach bis zu zwei Drittel des Neugeschäfts in der jeweils zweiten Jahreshälfte
realisiert worden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1.348,9 Mio. €) schließen die ersten neun Monate des Jahres 2004 in Höhe von 2,3 Mrd. € mit einem deutlichen Zuwachs von rund 72% ab. „Einen weiterhin positiven Verlauf im vierten Quartal vorausgesetzt, könnten sich die Neuinvestitionen im laufenden Jahr auf über 3 Mrd. € summieren, was deutlich über den Vorjahresergebnissen liegen würde“, so Kühr weiter.
Die in der Statistik erfassten Gesellschaften verfügten per 30.09.2004 über ein Portfolio (insgesamt investiertes Kapital) von 19,3 Mrd. €, das in 5.558 Unternehmen investiert wurde.

Buy outs und Later stage-Investitionen sind Gewinner

Buy out-Investitionen waren im dritten Jahresquartal 2004 erneut das stärkste Segment. Wie im Vorquartal machten sie mit 641,2 Mio. € über 70% der gesamten Investitionen aus. In den ersten neun Monaten des Jahres erreichten Buy out- Investitionen ein Volumen von 1.568,2 Mio. € (67,5% der Gesamtinvestitionen), das entspricht fast einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreswert (857,9 Mio. €). Auch die Venture Capital-Aktivitäten haben im dritten Quartal zugenommen. Aufgrund einiger größerer Later stage-Investitionen legten sie kräftig zu auf 272,2 Mio. €, investiert in 278 Unternehmen. Damit übertreffen sie die Ergebnisse der
Vorquartale (Q1: 263,7 Mio. €; Q2: 219,3 Mio. €) und erreichen ihr höchstes Volumen seit dem zweiten Quartal 2002. Einen Rückgang mussten im dritten Quartal Early stage-Investitionen hinnehmen: Mit 59,6 Mio. € fielen die Investitionen in diesem Bereich um rund 21% gegenüber dem Vorquartal (75,7 Mio. €). Dazu sagt Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer des BVK: „Die Situation in diesem Marktsegment bleibt schwierig. Gründungsfinanzierungen sind weiterhin problematisch. Investoren sind immer noch zurückhaltend und tendieren eher dazu, in das Wachstum bereits bestehender Unternehmen zu investieren.“ Kühr ergänzt:
“Deshalb begrüßen wird die Einführung des neuen ERP-Startfonds der KfW, der zusammen mit dem ERP-EIF-Dachfonds insbesondere dem Early stage-Segment neue Impulse verleihen soll.“

Branchenschwerpunkte im dritten Quartal 2004 waren die Bereiche Medizin-Healthcare (38,3%) und Maschinen-/Anlagenbau (25,2%). Hier wurden die zwei größten Transaktionen des Quartals realisiert. Da diese gleichzeitig Auslandsinvestitionen waren, lag der Anteil der im Inland investierten Mittel im dritten Quartal bei lediglich 42,7%. In Deutschland war Nordrhein-Westfalen mit 41,8% das investitionsstärkste Bundesland. Fünf der sieben größten in Deutschland getätigten Investitionen erfolgten hier. Mit größerem Abstand folgen Bayern (22,1%), Baden-Württemberg (12,7%) und Berlin (6,2%).

Totalverluste auf Normalniveau

Insgesamt wurden im dritten Quartal Abgänge in Höhe von 341,3 Mio. € gemeldet. Sie liegen somit zwischen den Werten der Vorquartale (Q1: 302,3 Mio. € und Q2:
368,2 Mio. €). Die Totalverluste überschritten mit 106,3 Mio. € (31,1% aller Exits) erstmals seit dem vierten Quartal 2003 wieder die 100 Mio. €-Grenze. „Das ist aber kein neuer Trend“, sagt Frommann. „Verantwortlich dafür ist die Stilllegung einzelner Portfolioteile durch einige wenige Gesellschaften. Die Totalverluste sind weiterhin auf normalem Niveau.“

Aufgrund einer größeren Transaktion bildete im dritten Jahresquartal der Verkauf an eine andere Beteiligungsgesellschaft (Secondary Purchase) mit 37,1% den wichtigsten Exitkanal. Trade Sales erreichten 16,2%. In den ersten neun Jahresmonaten waren Trade Sales mit 34,4% der wichtigste Exitweg. „Wir sehen eine Normalisierung bei den Exits. Die Gesellschaften versuchen, die sich bietenden Alternativen zu nutzen. Während aber in den USA und Großbritannien bereits seit langem wieder IPOs stattfinden, hat Deutschland hier weiterhin Nachholbedarf“, so Kühr.

Fundraising legt weiter zu

Von Juli bis September warben die Gesellschaften deutlich mehr Mittel (917,8 Mio. €) ein als im Vorquartal (494,5 Mio. €). Vier Gesellschaften waren beim unabhängigen Fundraising erfolgreich und warben insgesamt 151,0 Mio. € ein. Den größten Teil der Mittel konnten Captives bzw. Evergreen-Fonds (740,6 Mio. €) verbuchen Das Fundraising der erfassten Gesellschaften stieg im bisherigen Jahresverlauf auf fast 1,6 Mrd. €.