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Private Equity Stifterkreis

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IPO-Umfrage des BVK: Zahlreiche potenzielle Börsenkandidaten in
den Portfolios deutscher Beteiligungsgesellschaften

31. März 2004

[ Pressemitteilung vom 31. März 2004 ]

  • Insgesamt 132 Portfoliounternehmen als börsenreif klassifiziert
  • Vorhandene Börsensegmente für kleine und mittlere Unternehmen aber nicht ausreichend

Berlin, 31. März 2004  –  Die deutschen Private Equity-Gesellschaften sehen in ihren Portfolios großes Potential für erfolgreiche Börsengänge in den nächsten Jahren. Dies ist das Ergebnis der IPO-Umfrage 2004, die der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK) unter seinen Mitgliedern und weiteren deutschen Private Equity-Gesellschaften durchführte. Insgesamt 111 Gesellschaften gaben darin ihre Einschätzung zur aktuellen Börsensituation ab. In den Portfolios der Private Equity-Gesellschaften finden sich derzeit 132 Unternehmen mit ausreichender Reife für einen Börsengang. Insgesamt gaben 56 Gesellschaften an, mindestens einen IPO-Kandidaten im Portfolio zu haben – jedoch können sich nur 36 aller befragten Gesellschaften vorstellen, auf der Grundlage der derzeitigen Segmentierung einen Börsengang in Deutschland durchzuführen.

Hälfte der IPO-Kandidaten mit Private Equity finanziert
„Die Ergebnisse unserer Studie belegen den positiven Impuls des Private Equity-Marktes für den Primärmarkt. In den Portfolios der Private Equity-Gesellschaften schlummern zahlreiche Börsenkandidaten. Von den derzeit diskutierten IPO-Kandidaten der Jahre 2004 und 2005 ist rund die Hälfte mit Private Equity finanziert“, erklärt Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer des BVK. Dazu zählen zum Beispiel A.T.U. Auto-Teile Unger (Doughty Hanson), Grohe (BC Partners), Tank & Rast (Apax Partners) oder Wincor Nixdorf (KKR, Goldman Sachs Capital Partners).

Ein Großteil der befragten Gesellschaften sieht zwischen dem Beteiligungsmarkt und der Börse ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis: Private Equity-Gesellschaften stellen eine wichtige Quelle für IPO-Kandidaten dar, während sie über Börsengänge und spätere Aktienverkäufe ihrer Portfoliounternehmen einen maßgeblichen Teil ihrer Rendite erwirtschaften. Allerdings weisen die befragten Gesellschaften der Börse eine sehr viel größere Bedeutung für den gesamten Private Equity-Markt zu, als für das Geschäft der eigenen Gesellschaft.

Deutschland braucht neues Börsensegment für KMU
Als unzureichend stufen die Private Equity-Gesellschaften jedoch die derzeitige Börsenstruktur in Deutschland ein: Mehr als die Hälfte der Befragten schätzt die derzeitigen Börsensegmente als mangelhaft oder ungenügend für KMU ein. Den von der Initiative Finanzstandort Deutschland und Deutsche Börse AG als Alternative geplanten „Entry Market“ bewerten zumindest 51 Befragte positiv, wenn auch bei vielen Gesellschaften noch ein Informationsdefizit zu diesen Plänen vorherrscht.

„Seit Einstellung des Neuen Marktes steht in Deutschland kein Börsensegment mehr zur Verfügung, dessen Konzeption sich an den Ansprüchen kleiner und mittlerer Unternehmen orientiert. Eine Wirtschaftsnation wie Deutschland mit einem ausgeprägten Mittelstand braucht ein Börsensegment für kleine und mittlere Unternehmen“, sagt Frommann.

Regelmäßige Börsengänge deutscher Unternehmen ab 2005
Obgleich sich das Umfeld an den internationalen Kapitalmärkten bereits merklich verbessert hat, steht die Private Equity-Branche den zunehmenden Spekulationen über anstehende IPO’s deutscher Unternehmen skeptisch gegenüber. So erwarten nur neun Gesellschaften bereits im Jahr 2004 regelmäßige Börsengänge deutscher Unternehmen. 45 Akteure gehen davon aus, dass sich das IPO-Fenster im ersten Halbjahr 2005 vollständig öffnen wird. Rund ein Viertel der Private Equity-Gesellschaften (28) sieht sogar erst im Jahr 2006 wieder regelmäßige Börsengänge. „Die abgesagten Börsengänge von X-Fab und Siltronic scheinen den Skeptikern recht zu geben“, so Frommann. „Hier haben jedoch die Marktkräfte funktioniert, ein gutes Zeichen für die gewonnene Reife des deutschen Kapitalmarktes.“

Anhang

Die 6 Kernaussagen der IPO-Studie im Überblick:

  • Die Börse ist für die allgemeine Verfassung des Private Equity-Marktes von größerer Bedeutung als für die einzelnen Gesellschaften selbst.
  • Private Equity-Gesellschaften erwarten erst in einem Jahr wieder regelmäßige Börsengänge deutscher Unternehmen.
  • In den Portfolios der deutschen Private Equity-Gesellschaften finden sich zahlreiche potenzielle Börsenkandidaten.
  • Die derzeitigen Börsensegmente in Deutschland sind nicht geeignet für Börsengänge kleiner und mittlerer Unternehmen.
  • Deutschland braucht ein neues Börsensegment für kleine und mittlere Unternehmen.
  • Private Equity-Gesellschaften werden zukünftig verstärkt ausländische Börsen als Alternative für IPOs ihrer Portfoliounternehmen nutzen.

Grafiken:

  • Wann werden deutsche Unternehmen wieder regelmäßig an die Börse gehen?
  • Private Equity-Gesellschaften mit potenziellen Börsenkandidaten
  • Sind die derzeitigen Börsensegmente für Börsengänge von KMU geeignet?
  • Potenzielle Börsenplätze für IPOs von Portfoliounternehmen

Download der Grafiken als Word-Datei

Terminologie:

Beteiligungskapital oder Private Equity bezeichnet die Vergabe von Beteiligungskapital an nicht börsennotierte Unternehmen in allen Unternehmensphasen, d. h. Venture Capital, Buy outs und Mezzanine-Finanzierungen.

Venture Capital bezieht sich auf Early stage- (Frühphasenfinanzierung: Seed und Start-up) und Later stage- (Expansions-) Finanzierung.

Über den BVK:

Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern. 

Pressekontakt:

Bundesverband deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)

Dr. Thomas W. Kühr, Vorstandsvorsitzender
Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
e-mail: BVK@BVK-eV.de
http://www.BVK-eV.de

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