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Dachfonds für Beteiligungskapital: 1,7 Mrd. € Venture Capital für technologieorientierte Unternehmen

16. Februar 2004

[Pressemitteilung vom 16. Februar 2004]

  • Investition in Frühphasen- und Wachstumsunternehmen
  • Fonds startet mit Kapitalausstattung von 500 Mio. € als
    Teil des High-Tech-Masterplans

Zusammen mit Wolfgang Roth, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), gab Dr. Alfred Tacke, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), auf einer Tagung des Bundesverbands deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) e.V. den
offiziellen Startschuss für den ERP / EIF-Dachfonds.

„Mit dem neuen Dachfonds wird Kapital in erheblichem Umfang für den Technologiestandort Deutschland verfügbar gemacht. Damit bildet er einen wichtigen Grundpfeiler unserer neuen Förderarchitektur für die Innovationsfinanzierung junger Technologieunternehmen, die wir in den kommenden Monaten um weitere Elemente ergänzen werden“, sagte Tacke.

Zielgruppe ist Informations-, Kommunikations- und Biotechnologie Die Kapitalausstattung des Dachfonds für Beteiligungskapital in Höhe von 500 Mio. € wird hälftig von dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) und dem ERP (European Recovery-Programme)-Sondervermögen aufgebracht. Insgesamt
sollen in den nächsten fünf Jahren mit Hilfe privater Investoren 1,7 Mrd. € für junge innovative Unternehmen mobilisiert werden. Mit dem Dachfonds wird die Errichtung und Finanzierung von Venture Capital-Fonds unterstützt, die in deutsche Unternehmen in der Früh- und Wachstumsphase investieren. Zielgruppe
sind technologieorientierte Wachstumsbranchen, insbesondere die Informations-, Kommunikations- und Biotechnologie.

Das BMWA hat EIF mit dem Management des ERP/EIF-Dachfonds beauftragt. Mit einer Rate von mindestens zehn Prozent will sich EIF an den VC-Fonds beteiligen. „Es wird von dem Markt abhängen, welche Rate wir durchschnittlich
erreichen. Ziel ist es, soviel privates Kapital wie möglich zu mobilisieren, um die Hebelwirkung des Dachfonds zu maximieren“, sagte Dr. Matthias Ummenhofer, welcher das für das Management des Dachfonds geschaffene ERP/EIF-Team
beim EIF leitet.

Die Investitionen des Dachfonds adressieren speziell zwei Segmente des VCMarkts:

  • Frühphasen-Fonds mit einem Schwerpunkt auf Technologietransfer, d.h. Fonds, die über Zugang zu und Kooperationen mit wichtigen öffentlichen und privaten Forschungszentren und -einrichtungen verfügen. Priorität hat hier die Einrichtung neuer Fonds.
  • Fonds, die Anschlussfinanzierungen für Technologieunternehmen in Frühphasen sowie Wachstumsphasen (Expansion, Development Stage) anbieten. Hier handelt es sich um Folgeinvestitionen, die typischerweise in späteren Finanzierungsrunden durchgeführt werden.

EIB-Vizepräsident Wolfgang Roth sieht in dem Dachfonds eine neue Chance für das Unternehmertum in Deutschland: „Mit dem umfangreichen Investitionsprogramm in VC-Fonds, welche in junge und innovative Unternehmen in ihrer Früh-und Wachstumsphase investieren, entsteht endlich wieder ein Nährboden für innovationsorientiertes Unternehmertum in Deutschland.“

Fonds kann Kapitallücke im Frühphasen-Segment schließen

Ziel ist es, Unternehmen über VC-Fonds die Perspektive einer Finanzierung bis zur Profitabilität zu eröffnen. Bislang scheitern Folgefinanzierungen häufig am Kapitalmangel auf Investorenseite. Für die Venture Capital-Branche bedeutet der Beteiligungsfonds eine Unterstützung durch die öffentliche Hand zum richtigen
Zeitpunkt. „Die Investitionen im Early stage-Marktsegment sind in den letzten Jahren beständig zurück gegangen“, erklärte Thomas Pütter, stellvertretender Vorsitzender des BVK-Vorstands. „Das restriktive Verhalten der Investoren und die über drei Jahre andauernde Rechtsunsicherheit haben in Deutschland das
Fundraising für den Early stage-Bereich verhindert. Der geplante Dachfonds kann die dringend benötigte Initialzündung sein, um den aktuellen Kapitalmangel bei Venture Capital-Fonds zu beheben.“

High-Tech-Masterplan gibt weitere Impulse

Der neue Dachfonds ist zugleich zentraler Bestandteil des „High-Tech-Masterplans“ und damit Teil der „Innovationsoffensive“ der Bundesregierung: Der am 4. Februar 2004 vom Bundeskabinett beschlossene Masterplan soll die Rahmenbedingungen
für technologieorientierte Unternehmensgründungen in Deutschland nachhaltig verbessern. Der Masterplan setzt folgende Schwerpunkte:

  • Beteiligungskapital für junge Technologieunternehmen (Dachfonds)
  • International wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen für junge Technologieunternehmen und ihre Investoren
  • Unterstützung eines neuen Börsensegments für Wachstumsunternehmen
  • Erleichterung von unternehmerischen Ausgründungen aus Hochschulen
  • Forschungsförderung durch Fachprogramme und Innovationsnetzwerke
  • Förderung einer Gründermentalität durch entsprechende Initiativen an
    den Hochschulen

„Diese Schwerpunkte“, so Pütter, „sind Schritte in die richtige Richtung. Deutschland braucht eine solche Innovationsoffensive, um im europäischen Vergleich der Venture Capital-Märkte zur Spitzengruppe zu gehören.“

Download des vollständigen High-Tech-Masterplans hier klicken

Pressekontakte:

Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)
Thomas Pütter, stellv. Vorstandsvorsitzender
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
e-mail: BVK@BVK-eV.de
http://www.BVK-eV.de

European Investment Fund (EIF)
Marc Schublin, Head of Division, Policy and Institutional Coordination /
Advisory Services
43, avenue J.F. Kennedy
L-2968 Luxembourg
Tel.: +352 / 426688-315
Fax: +352 / 426688-200
e-mail: m.schublin@eif.org
http://www.eif.org

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