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BVK: Jahresstatistik zum deutschen Private Equity-Markt 2003
[Pressemitteilung vom 10. Februar 2004]
- Unverändertes Investitionsvolumen
- Deutlicher Anstieg der Neuinvestitionen im 4. Quartal
- Belebung der Private Equity-Aktivitäten 2004 erwartet
Die Private Equity-Aktivitäten in Deutschland blieben im Jahr 2003 mit einem
Investitionsvolumen von 2,6 Mrd. € nahezu konstant. Stark schloss das 4.
Jahresquartal ab, in dem Investitionen in Höhe von 1,1 Mrd. € getätigt wurden.
Das Portfolio (insgesamt investiertes Kapital) der BVK-Mitglieder per 31.12.2003
stieg gegenüber 2002 um 10,7 % auf 17,9 Mrd. €. In die Jahresstatistik flossen
die Angaben der 187 ordentlichen Mitglieder des BVK sowie elf weiterer Private
Equity-Gesellschaften (Nicht-Mitglieder) ein. Die erfassten Gesellschaften
tätigten im Jahr 2003 Neuinvestitionen in Höhe von 2,6 Mrd. € und lagen so knapp
4 % unter dem Vorjahresniveau (rund 2,7 Mrd. €). Insgesamt 140 Mio. € entfielen
auf Fonds-in-Fonds-Investitionen. 2,4 Mrd. €
wurden in 876 vor allem kleine
und mittlere Unternehmen direkt investiert. Der deutliche Anstieg der
Aktivitäten im 4. Quartal wird als positives Signal auch für das laufende Jahr
gesehen.
„Während der Buy-out-Markt vor allem von großen Transaktionen lebt, scheint im Venture Capital-Markt und hier vor allem im Early stage-Bereich der Tiefpunkt im Investitionsgeschehen durchschritten zu sein. Die rückläufige Entwicklung ist beendet“, erläuterte BVK-Geschäftsführer Dr. Holger Frommann. Buy-out-Dominanz führt zu deutlichen Veränderungen in Branchen- und Regionenstruktur
Der Trend zu großen Buy-out-Transaktionen führt zu deutlichen Strukturveränderungen bei den Bruttoinvestitionen nach Branchen. Die traditionellen Branchen (Dienstleistungen 30,3 %, Kommunikationstechnologien 11,5 %, Maschinen- und Anlagenbau 7,5 %, Chemie/Werkstoffe 6,7 %) dominierten gegenüber den High-Tech-Branchen (Informations-, Kommunikations- und Biotechnologie sowie Medizintechnik: 25,4 %). Damit verlor der High-Tech-Bereich, der im Vorjahr noch 32,3, % ausmachte, an Gewicht.
Fundraising für deutsche Gesellschaften schwierig
Das
Fondsvolumen der erfassten Gesellschaften stieg im abgelaufenen Jahr auf 39,9
Mrd. € (Vorjahr: 33,3 Mrd. €). Das Fundraising erreichte 2003 ein Volumen von
6,4 Mrd. €. Gegenüber dem Vorjahr konnte damit rund 73 % mehr Kapital
eingeworben werden. Allerdings entfielen davon 79,7 % (5,1 Mrd. €) auf einen
pan-europäischen Fonds. Dazu Frommann: „Das Fundraising im Jahr 2003 war, wie
schon im Vorjahr, von der Rechtsunsicherheit hinsichtlich der Besteuerung von
Fondsinvestoren und -initiatoren in Deutschland geprägt.“
Exitvolumen, und
damit Totalverluste, stark gesunken.
Das Gesamtjahr 2003 verzeichnete Abgänge im Höhe von 0,8 Mrd. €. Gegenüber 2002 (2,1 Mrd. €) sind sie deutlich um fast zwei Drittel zurückgegangen. Ein Großteil der Exits (40 %) waren wie im Vorjahr Totalverluste, die mit 330 Mio. € aber ebenfalls nur etwa einem Drittel der Verluste des Vorjahres (1 Mrd. €) entsprechen. „Wir glauben, dass 2003 die große Portfoliobereinigung abgeschlossen wurde“, äußerte sich BVK-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Michael Groß optimistisch. „Die positiven Exitwege wie zum Beispiel die Börse sind zwar noch nicht offen, doch die Anzeichen für deutliche Verbesserungen mehren sich.“ In den USA und Großbritannien würden, so Groß, wieder mehr Börsengänge durchgeführt und selbst in Deutschland nähmen die Ankündigungen von IPOs zu. „Einige erfolgreiche größere IPOs würden in hohem Maße zu einer Öffnung der Exitkanäle beitragen.“
Ausblick 2004
Für 2004 prognostiziert der Verband eine Belebung des Private Equity-Marktes, wenn auch mit unterschiedlicher Ausprägung in den einzelnen Marktsegmenten. Groß: „Der Buy-out-Markt wird weiterhin durch sehr große Transaktionen dominiert werden. Innerhalb des Venture Capital-Markts ist davon auszugehen, dass das Later stage-Segment an Volumen zunimmt und das Early stage-Segment sich weiter verhalten entwickelt.“ Private Equity- und Mezzanine-Finanzierungen sowie neue Finanzierungsinstrumente werden laut BVK an Boden gewinnen. Grund dafür seien die sich fortsetzenden Umbrüche in der Unternehmensfinanzierung.
„Neben diesen positiven Signalen sieht sich die Private Equity-Branche aber nach wie vor Problemen gegenüber“, sagte Groß. Um Private Equity als Finanzierungsinstrument stärker nutzen zu können, bedarf es, so Groß, weiterhin einer Verbesserung der Rahmenbedingungen in Deutschland. Mit den jüngsten finanzpolitischen Entscheidungen seien gute Voraussetzungen für 2004 geschaffen worden. Dennoch sieht der BVK noch vielfältigen Handlungsbedarf, z. B. bei Basel II und IAS (IAS 27/28).
Dem Kapitalüberhang auf der Seite der Buy-out-Fonds stehe insbesondere im
Early stage-Segment eher Kapitalknappheit gegenüber. Die Investoren seien nach
wie vor restriktiv. Neue Impulse für den Early stage-Markt könne der vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) und dem Europäischen
Investitionsfonds (EIF) angekündigte ERP/EIF-Dachfonds für
Beteiligungskapital
bringen.
Gemeinsam mit BMWA und EIF stellt der BVK den ERP/EIF-Dachfonds am 16. Februar 2004 auf einer Pressekonferenz in Berlin vor (Pressekonferenz, 10.45 Uhr, Opernpalais „Unter den Linden“). Presseeinladung und Anmeldung sind abrufbar unter www.bvk-ev.de. Die Gesamtjahresstatistik 2003 sowie Erläuterungen und Grafiken sind im Internet abrufbar unter www.bvk-ev.de.
Anmerkungen
Terminologie
Beteiligungskapital oder Private Equity bezeichnet die Vergabe von Beteiligungskapital an nicht börsennotierte Unternehmen in allen Unternehmensphasen, d. h. Venture Capital und Buy outs. Venture Capital bezieht sich auf Early stage--Frühphasenfinanzierung: Seed und Start-up) und Later stage- (Expansions-) Finanzierung.
Über den BVK
Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern.
Pressekontakt:
Bundesverband deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V.
(BVK)
Dr. Thomas W. Kühr, Vorstandsvorsitzender
Dr. Holger
Frommann, Geschäftsführer
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Tel.: 0 30 /
30 69 82-0
Fax: 0 30 / 30 69 82-20
e-mail: BVK@BVK-eV.de
http://www.BVK-eV.de
VOCATO public relations; Birgit Brabeck/Corinna
Bause
Bahnstraße 19, 50858 Köln, Tel.: 0 22 34 / 60
198-0,
e-mail: bbrabeck@vocato.com;
cbause@vocato.com


