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BVK-Journalistenpreis 2010

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Private Equity Investor Brief August 2009
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Private Equity Barometer "Weltweit stehen Private-Equity-Gesellschaften über 750 Mrd. € für Investitionen zur Verfügung. "
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Private Equity Brief

PRIVATE EQUITY BRIEF Was ist Private Equity? Warum ist Private Equity für die deutsche Wirtschaft wichtig? Antworten im neuen Private Equity Brief!
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Private Equity Stifterkreis

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Jahresbericht 2009

1. DER DEUTSCHE BETEILIGUNGSMARKT 2009

1.1 Die Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften 2009

Fast 1.200 Unternehmen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mit Beteiligungskapital finanziert, lediglich 10 % weniger als im Vorjahr. Beim Investitionsvolumen ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um drei Viertel auf 2,36 Mrd. € zu verzeichnen. Davon wurden 1,59 Mrd. € von in Deutschland ansässigen Gesellschaften und 0,77 Mrd. € von ausländischen Beteiligungsgesellschaften investiert.

48 % der Investitionen entfielen auf Buy-Outs. Ihr Volumen erreichte 1,14 Mrd. € und blieb damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 6,87 Mrd. €. Vor allem das Ausbleiben großer Transaktionen hat maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen. Insgesamt sank die Zahl der Buy-Outs von 168 auf 78. Auch die Wachstumsfinanzierungen fielen 2009 mit 0,50 Mrd. € deutlich geringer aus als im Vorjahr (0,85 Mrd. €) und machten damit 21 % der Gesamt-investitionen aus. Einen deutlichen Investitionsrückgang gab es auch im Venture Capital-Bereich. Die Frühphasen-Investitionen (Seed, Start-up) sanken um 16 % von 0,46 Mrd. € auf 0,38 Mrd. €. Die Later Stage-Investitionen erreichten noch 0,23 Mrd. €, nach 0,65 Mrd. € im Vorjahr. Während die Zahl der finanzierten Start up-Unternehmen leicht anstieg, wurden weniger Unternehmen im Rahmen von Seed- und Later Stage-Finanzierungen finanziert.

2009 flossen die Investitionen vor allem in Unternehmen der Branchen Unternehmens-/In­dustrieerzeugnisse (23 %), Kommunikationstechnologie (15 %) und Life Sciences (12 %). Die meisten Unternehmen wurden in den Bereichen Unternehmens-/Industriedienstleistungen
(199 Unternehmen), Unternehmens-/Industrieerzeugnisse (196) und Computer/Unterhaltungs­elektronik (194) finanziert.

Investitionen – Vergleich Branchenstatistik und Marktstatistik

2008

2009

Mio. Euro

Unternehmen

Mio. Euro

Unternehmen

Marktstatistik

Investitionen

9.122,07

1.330

2.362,08

1.179

davon von deutschen Gesellschaften

6.536,18

1.230

1.592,76

1.177

Branchenstatistik

Investitionen

7.108,68

1.392

2.171,72

1.324

davon in Deutschland

6.536,18

1.230

1.592,76

1.177

davon im Ausland

572,49

162

578,96

147

Quelle: PEREP Analytics/BVK, Datenstand: März 2010

Anmerkung: Die Branchenstatistik berücksichtigt alle in- und ausländischen Transaktionen der in Deutschland ansässigen Beteiligungsgesellschaften, die Marktstatistik alle Transaktionen bei deutschen Unternehmen, unabhängig vom Sitz der finanzierenden Beteiligungsgesellschaften.

Das insgesamt verwaltete Kapital (Capital under Management) der erfassten Gesellschaften in Deutschland belief sich zum Jahresende 2009 auf 36,5 Mrd. € (2008: 35,1 Mrd. €).

Das Fundraising der deutschen Beteiligungsgesellschaften erreichte 2009 ein Volumen von 1,24 Mrd. € und markierte damit eine Halbierung im Vergleich zum Vorjahreswert von 2,69 Mrd. €. Dies bedeutet zudem einen Rückgang unter das Niveau der ebenfalls konjunkturell schwierigen Jahre 2002 und 2003. Wie schon 2008 wurden auch 2009 nur noch wenige neue Fonds geschlossen. Die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise haben viele Beteiligungsgesellschaften dazu gezwungen, ihr Fundraising zu verlängern oder zu verschieben. Die fehlende Bereitschaft institutioneller Investoren, in Private Equity-Fonds zu investieren, lässt die Aussichten auf erfolgreiches Fundraising schwinden. Zwar wurden annähernd alle neuen Mittel des Jahres 2009 im Zuge des unabhängigen Fundraisings bei institutionellen und privaten Investoren eingeworben. Im Vergleich zum Vorjahr, als unabhängige deutsche Fonds 1,84 Mrd. € einwarben, gingen sie jedoch um ein Drittel auf 1,26 Mrd. € zurück.

1.2 Rahmenbedingungen

Der BVK verfügt über umfassende Professional Standards, die der Selbstregulierung der Branche dienen. Die Branchenrichtlinien regeln das Verhältnis zwischen den drei wichtigsten Gruppen innerhalb der Private Equity-Branche - Private Equity-Gesellschaften, institutionelle Investoren und finanzierte Unternehmen - sowie zu außenstehenden Dritten. Alle BVK-Mitglieder sind aufgefordert, bei ihren Aktivitäten mit Unternehmen, Investoren und Dritten diese Professional Standards einzuhalten. Diese Branchenrichtlinien sind international anerkannt. Sie wurden unter Mitwirkung von Investoren und Portfoliounternehmen entwickelt und haben sich seitdem als europäischer Standard etabliert.

Die Professional Standards des BVK bestehen aus dem BVK-Verhaltenskodex, den BVK-Transparenz-Richtlinien sowie den anerkannten Richtlinien der European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA): Governing Principles (Richtlinien für die Private Equity-Manager), Reporting Guidelines (Regeln zur Berichterstattung), Corporate Governance Guidelines und International Private Equity and Venture Capital Valuation Guidelines (Bewertungsrichtlinien).

BVK-Verhaltenskodex

Der BVK-Verhaltenskodex wurde eingeführt, um die höchsten ethischen Standards in der deutschen Private Equity-Branche zu verankern. Jede Private Equity-Gesellschaft verpflichtet sich in ihrem Antrag auf Mitgliedschaft beim BVK, den Verhaltenskodex zu befolgen. Damit stellen sich die Private Equity-Gesellschaften und deren Mitarbeiter durch die Mitgliedschaft im BVK der Verantwortung, in einer Weise zu handeln, die ethisch korrekt ist und sich positiv auf die Reputation und die Interessen der Branche und der Beteiligten auswirkt.

Anerkannte Richtlinien

Der BVK anerkennt und übernimmt die folgenden Branchenrichtlinien der European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA) als maßgeblichen Richtlinienkatalog für die Tätigkeit deutscher Beteiligungsgesellschaften und empfiehlt seinen Mitgliedern die Einhaltung dieser international üblichen Branchenrichtlinien. Insbesondere bei der Zusammenarbeit mit internationalen Investoren und Unternehmen sind die EVCA-Richtlinien Governing Principles, Reporting Guidelines, Corporate Governance Guidelines und International Private Equity and Venture Capital Valuation Guidelines der weltweit geforderte und anerkannte Standard für Private Equity-Gesellschaften.

BVK-Transparenz-Richtlinien

Bereits im Oktober 2008 hatten die Mitglieder der BVK-Fachgruppe Large Buy-Out entschieden, ihre Kommunikation gegenüber der deutschen Öffentlichkeit gemäß eigenen Transparenz-Richtlinien in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung einheitlich zu handhaben. Diese Initiative wurde auf einstimmigen Beschluss der BVK-Mitgliederversammlung am 22.04.2009 für alle BVK-Mitglieder als verbindlich übernommen.

In Deutschland existiert kein umfassendes Private Equity-Gesetz, das die Aktivitäten der gesamten Branche gesetzlich regelt. Vielmehr agieren Beteiligungsgesellschaften auf der Grundlage der handels- und gesellschaftrechtlichen Gesetzgebung. Spezialgesetze für Beteiligungsgesellschaften in Deutschland existieren nur für Teilbereiche des Marktes. Dies sind zum einen das Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) und zum anderen das im Sommer 2008 eingeführte Wagniskapitalbeteiligungsgesetz (WKBG), das durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG) geschaffen wurde. Das WKBG soll als Venture Capital-Gesetz einen gesetzlichen Rahmen für Beteiligungsgesellschaften bieten, die in junge Unternehmen und Unternehmensgründungen investieren. Damit wollte der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für die Eigenkapital- oder eigenkapitalnahe Finanzierung junger innovativer Unternehmen verbessern. Allerdings wurden Teile des MoRaKG im Herbst 2009 von der EU-Wettbewerbsaufsicht gestoppt. Nach Einschätzung der EU-Kommission sind Passagen des Gesetzes nicht mit den europäischen Binnenmarktvorschriften vereinbar, darunter die Regelungen zur Gewerbesteuerbefreiung bzw. Steuertransparenz von Wagniskapitalgesellschaften und die Ausnahmen bei der Behandlung der Verlustvorträge für die von Wagniskapitalbeteiligungsgesellschaften finanzierten Unternehmen. Das Gesetz selbst ist weiterhin in Kraft, aber aufgrund des Vetos der EU hat es seine Existenzberechtigung verloren und keine Relevanz mehr für die Branche.

Von zentraler Relevanz für diejenigen Beteiligungsgesellschaften, die eigene Fonds verwalten, sind diverse Verwaltungsanweisungen bzw. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen. Dazu gehören insbesondere der "Private Equity-Erlass" vom 16.12.2003, der Kriterien festlegt, inwieweit ein deutscher Private Equity-Fonds als vermögensverwaltend oder gewerblich einzustufen ist, und ob er in Konsequenz als steuertransparent gilt. Daneben regeln zwei weitere BMF-Schreiben die Umsatzbesteuerung der Managementleistungen für die Geschäftsführung von Private Equity-Fonds. Laut Schreiben vom 23.12.2003 zur umsatzsteuerlichen Behandlung der Geschäftsführungs- und Vertretungsleistungen der Gesellschafter von Personengesellschaften fällt unter bestimmten Bedingungen keine Umsatzsteuer auf den Gewinnanteil des geschäftsführungsbefugten Gesellschafters an. Im Mai 2007 veröffentlichte das BMF ein weiteres Schreiben, das die Umsatzsteuerbarkeit von Geschäftsführungsleistungen eines Private Equity-Fonds vorsieht. Durch dieses Schreiben betreffend Leistungen zwischen Gesellschaft und Gesellschafter und betreffend Geschäftsführungs- und Vertretungsleistungen eines Gesellschafters werden Managementleistungen der Private Equity-Gesellschaften (Management GmbH) gegenüber ihren Fonds (Fonds KG) in jedem Fall der Umsatzsteuer unterworfen. Damit widersprach das Schreiben der bisherigen Praxis, die auf dem im Dezember 2003 veröffentlichten BMF-Schreiben basierte. Die Neuregelung gilt für alle deutschen Private Equity-Fonds, die ab dem 01.01.2009 gegründet wurden, und ist eine deutliche Verschärfung der Rahmenbedingungen für Private Equity. Da die Fonds in aller Regel selbst nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, führt die Belastung der Managementleistungen mit Umsatzsteuer zu einer Definitivbelastung der Fonds und somit zu einer Erhöhung der Verwaltungskosten.

Weitere Gesetze mit Relevanz zumindest für einen Teil der im BVK organisierten deutschen und ausländischen Beteiligungsgesellschaften sind das im Juni 2008 verabschiedete Risikobegrenzungsgesetz (RBG) und das novellierte Außenwirtschaftsgesetzes (AWG). Das Risikobegrenzungsgesetz regelt unter anderem die Gestaltung von Kredit- und Sicherungsverträgen sowie die Abtretung von Kreditforderungen. Zudem sind Änderungen bezüglich der Meldung von bedeutenden Beteiligungen an Unternehmen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und zur Unterrichtungspflicht gegenüber dem Wirtschaftsausschuss bzw. dem Betriebsrat sowie im Bereich der Namensaktien nach dem Aktiengesetz (AktG) eingeführt worden.

Bei der Novellierung des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) war die große Koalition im Januar 2009 den BVK-Vorschlägen gefolgt. Das Gesetz verfolgt das Ziel, deutsche Unternehmen wichtiger Branchen vor der Übernahme durch ausländische Investoren, wie etwa Staatsfonds, zu schützen und der Bundesregierung Eingriffsmöglichkeiten zu schaffen. Davon betroffen sind auch Private Equity-Gesellschaften bei ihren Investitionsaktivitäten im Rahmen von Unternehmensübernahmen. Durch das Gesetz wird die Kontrolle des Erwerbs von Unternehmen durch ausländische Investoren erheblich erweitert. Das Bundeswirtschafts-ministerium wird Anteilskäufe prüfen können, durch die ein Investor unmittelbar oder mittelbar 25 % der Stimmrechte oder mehr erwirbt. Nach dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetzestext, der den BVK-Vorschlag aufgriff, gibt es nun einen faktischen Gleichlauf mit der Fusionskontrolle, und in unproblematischen Fällen haben Investoren einen Rechtsanspruch auf eine Unbedenklichkeitsbescheinigung innerhalb einer bestimmten Frist.

Das Ende 2009 verabschiedete Wachstumsbeschleunigungsgesetz brachte einige Verbesserungen und Entlastungen für Unternehmen und nahm die im Rahmen der Unternehmenssteuerreform 2008 eingeführten Belastungen zurück. Insbesondere von Bedeutung für Private Equity-finanzierte Unternehmen sind dabei die Neuregelungen hinsichtlich der Verlustvorträge in § 8c KStG und der Zinsschranke. Demnach gehen Verlustvorträge von Unternehmen nicht mehr bis zur Höhe ihrer stillen Reserven unter, eine deutliche Verbesserung gerade für junge Venture Capital-finanzierte Unternehmen. Die Zinsschranke wurde dahingehend geändert, dass nun eine Freigrenze 3 Mio. € gilt und die Toleranzgrenze bei der Escape-Klausel angehoben wurde.

Im Zuge der Finanzkrise wurden auf EU-Ebene Stimmen laut, die eine stärkere Regulierung von Private Equity fordern. Federführend waren hier die Sozialdemokratische Fraktion im EU-Parlament. Im April 2009 wurde deshalb der Entwurf einer EU-Richtlinie zur Regulierung alternativer Investmentfondsmanager (Alternative Investment Fund Managers AIFM) vorgelegt. Der Entwurf wurde von der europäischen Private Equity-Branche stark kritisiert, da er für Private Equity-Gesellschaften und ihre Portfoliounternehmen umfassende Belastungen brächte. Die europäische Private Equity-Branche, darunter auch der BVK, untermauerte im Juni 2009 ihre Position in einer umfassenden Stellungnahme, in der sie klarstellte, dass sie sich nicht einer Regulierung verschließe, allerdings sollte diese wettbewerbsgerecht, angemessen und verhältnismäßig sein und keine ungerechtfertigte Benachteiligung der Branche einführen. Inzwischen wurde der Entwurf mehrmals, u.a. von der zwischenzeitlichen schwedischen sowie der spanischen Ratspräsidentschaft überarbeitet. Hinzu kamen die Änderungsvorschläge der EU-Parlamentarier. Derzeit befindet sich die Richtlinie noch im politischen Prozess, es ist aber davon auszugehen, dass eine Verabschiedung im Sommer 2010 erfolgen wird. Dann muss die Bundesregierung diese innerhalb von 2 Jahren in nationales Recht umsetzen. Der BVK hat den gesamten AIFM-Prozess von Beginn an konstruktiv begleitet und die Position der Private Equity-Branche in Deutschland wirkungsvoll eingebracht.

2. DER BVK 2009

2.1 Struktur und Organisation

2.1.1 Rechtliche Verhältnisse

Der BVK wurde am 29.01.1988 in Berlin gegründet. Am 08.12.1989 schloss er sich mit dem 1987 gegründeten Deutschen Venture Capital Verband (DVCV) e. V. zusammen unter dem Namen "Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Venture Capital Association e. V. (BVK)". Auf der Mitgliederversammlung im Sommer 2004 wurde der Name erweitert. Er lautet seitdem: "Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften –German Private Equity and Venture Capital Association e. V. (BVK)".

2.1.2 Mitgliederbewegung

Der BVK unterscheidet zwischen ordentlichen und assoziierten Mitgliedern.

Zum 31.12.2009 waren im BVK 215 ordentliche (Vorjahr: 212) und 95 assoziierte (Vorjahr: 96) Mitglieder zusammengeschlossen.

2.1.3 Vorstand

Dem Vorstand gehören seit der 21. ordentlichen Mitgliederversammlung vom 22.04.2009 in Berlin an:

Dr. Hanns Ostmeier (Präsident)
Dr. Ostmeier Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

Dr. Peter Terhart (Vorstandsvorsitzender)
Vorstand, S-REFIT AG Regionaler Finanzierungsfonds für Innovationen und Technologieunternehmen

Dr. Günther Niethammer (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
Partner/Geschäftsführer, Odewald & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH

Matthias Kues (Vorstand)
Sprecher der Geschäftsführung, Nord Holding Unternehmensbeteiligungsgesellschaft

Kurt Müller (Vorstand)
Partner, Target Partners GmbH

Dr. Andreas Rodin (Vorstand)
Partner, P+P Pöllath + Partners

Dr. Gerd-Rüdiger Steffen (Vorstand)
Geschäftsführer, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein GmbH

Dr. Helmut Vorndran
Sprecher des Vorstands, Ventizz Capital Partners Advisory AG

2.1.4 Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle des BVK besteht seit dem 01.01.1990 in Berlin. Der BVK hat seinen Sitz in 10117 Berlin-Mitte, Reinhardtstr. 27c.

Seit dem 01.01.2008 ist Frau Dörte Höppner alleinige Geschäftsführerin des BVK.

Büroleiterin ist Frau Julia Elsner. Das Büro beschäftigt insgesamt 7 Mitarbeiter.

2.2 Die Aktivitäten des BVK

2.2.1 Politische Kommunikation

Die Politische Kommunikation ist einer der Hauptschwerpunkte der Verbandstätigkeit. Sie war 2009 vor allem durch die Bemühungen um eine angemessene und faire Regulierung ("AIFM Richtlinie") der Branche geprägt. Der BVK begleitete die diversen Etappen der Erstellung eines Gesetzesentwurfes und führte regelmäßig Gespräche mit verantwortlichen Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel.

In der ersten Jahreshälfte hat sich der BVK zudem mit Erfolg um eine Aufnahme der Brancheninteressen in den Koalitionsvertrag der neuen Regierungskoalition bemüht.

Private Equity Gesetz/ Kapitalmarktrahmen

Der BVK setzt sich seit über zwei Jahren für ein einheitliches Private Equity-Gesetz für die gesamte Branche ein, mit dem deutsche Beteiligungsgesellschaften europäisch wettbewerbsfähig werden. Der Versuch, die Rahmenbedingungen mit dem Gesetz zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG) und die Einführung des Wagniskapitalbeteiligungsgesetzes (WKBG) voranzubringen, muss jedoch als gescheitert betrachtet werden. Wesentliche Elemente des WKBG sind durch die EU-Kommission im Zuge eines Beihilfeverfahrens gestoppt worden. Zudem adressierte das Gesetz mit dem Venture Capital-Bereich nur ein Teilsegment des Marktes. Der BVK fordert im Namen der deutschen Private Equity-Branche und der kleinen und mittleren Unternehmen in einem Neuanlauf ein umfassendes Konzept zur Regulierung von Private Equity in Angriff zu nehmen, das sowohl steuerliche als auch aufsichtsrechtliche Aspekte beinhaltet und die verschiedenen Ebenen des Private Equity-Modells regelt.

Im Vorfeld der Bundestagswahl hat der BVK den "Vorschlag zur Schaffung eines Kapitalmarktrahmens für die Regulierung von Private Equity in Deutschland in der Legislaturperiode 2009-2013" vorgelegt. Dort wurde dargestellt, wie Deutschland im internationalen Wettbewerb um die besten Rahmenbedingungen wieder Anschluss finden könnte und damit die Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen in der kommenden Legislaturperiode verbessert werden könnten.

Mit der Aufnahme zentraler Forderungen in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist ein wichtiger Schritt getan.

Mit der Einführung des Kapitalmarktrahmens kann auch eine einheitliche Regulierung im Vorgriff auf die aktuellen EU-Vorhaben umgesetzt werden. Die derzeit in Brüssel vorbereitete europaeinheitliche Regulierung aller alternativen Investmentfondsmanager (AIFM) wird 2010 oder 2011 in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Diese bildet die Grundlage für die gesetzliche Verankerung von Private Equity in Deutschland.

AIFM-Richtlinie

Der BVK begleitet im Rahmen des Public Affairs Executive (PAE) der europäischen Private Equity-Branche diesen Prozess intensiv. Zu allen Entscheidungsträgern im Parlament und den Ministerien bestehen Kontakte und ein regelmäßiger Austausch zu den einzelnen Themen. Der BVK vertritt dabei die Interessen aller Marktsegmente – vom Frühphasenfinanzierer bis zu den internationalen Fonds – und Fonds aller Rechtsformen.

2.2.2 Politische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Ziel der Kommunikationsstrategie des BVK ist die Schaffung eines Verständnisses über Private Equity bei den Zielgruppen des BVK, und in einem zweiten Schritt die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die Branche. Voraussetzung für die Erreichung dieser Ziele ist eine systematische Branchenkommunikation, die der BVK gemeinsam mit seinen Mitgliedern vorantreibt. Dabei geht es insbesondere um einen intensiven Austausch mit der Politik. Die Zielgruppen des BVK sind neben der Politik auch Wirtschaft, Gewerkschaften, institutionelle Investoren, potentielle Mitglieder, Medien und die an Private Equity interessierte Öffentlichkeit.

Die Maßnahmen, um die oben genannten Ziele zu erreichen, sind vielfältig. Im Mittelpunkt steht der regelmäßige Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern auf nationaler sowie auch auf europäischer Ebene. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Aufbau von Kontakten zu Vertretern des Bundeskanzleramtes, des Bundespräsidialamtes, des Bundestages sowie der relevanten Bundesministerien. Auf europäischer Ebene adressieren wir vor allem die deutschen Vertreter des Europäischen Parlaments und Vertreter der Europäischen Kommission.

Ebenso zentral sind neue Veranstaltungsformate, in denen wir das Thema Private Equity zielgruppengerecht aufbereiten und verschiedenen Teilnehmerkreisen vermitteln. Diese Informationsveranstaltungen haben Seminarcharakter, um sicherzugehen, dass die Inhalte verständlich kommuniziert werden. 2009 führte der BVK sowohl in Brüssel als auch in Straßburg und Berlin Informationsveranstaltungen über Private Equity durch. Insbesondere auf Ebene der EU kooperierte der BVK in diesem Zusammenhang mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und einer deutschen Landesvertretung. Mittelständische Unternehmer klärte der BVK erstmals im Rahmen einer Roadshow über Private Equity auf, die der Verband in Kooperation mit dem Wirtschaftsrat der CDU e.V. (Landesvertretung Baden-Württemberg) durchführte. Detaillierte Berichte zu allen BVK-Veranstaltungsformaten finden Sie unter 2.2.5.

Mit dem "BVK Politik Brief" wurde 2009 ein zentrales Kommunikations-Format für die BVK-Mitglieder geschaffen. In diesem exklusiven politischen Newsletter informieren wir wöchentlich aktuell über Entwicklungen und Trends der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie relevante Politikthemen für die Private Equity-Branche. Der BVK Politik Brief erscheint in deutscher und englischer Sprache und wird per E-Mail verschickt. Im Mitgliederbereich der BVK-Website kann er im – 2009 erneut überarbeiteten - "Politik Portal" eingesehen werden. Dort findet man alle für die Private Equity-Branche relevanten Informationen zur Wirtschafts- und Finanzpolitik in Deutschland und auf europäischer Ebene, d.h. Termine, alle Dokumente der laufenden und bereits beschlossenen Private Equity-relevanten Gesetzes- und Verwaltungsvorhaben (Gesetzesentwürfe, Stellungnahmen, Gutachten etc. sowie Kommentare zum politischen Geschehen in Berlin und Brüssel). Die Rubrik wird fortlaufend aktualisiert.

Neben den BVK Nachrichten und dem Politik Brief für die Mitglieder gibt es seit 2008 zwei weitere für die externe Kommunikation zentrale Newsletterformate: An die Zielgruppe Politik richtet sich der "Private Equity Brief". Der vierseitige Newsletter erscheint seit Juni 2008 im Zweimonatstakt. In kurzen Artikeln und Beiträgen informieren wir über aktuelle Entwicklungen unserer Branche, liefern Zahlen & Fakten und stellen Private Equity anhand positiver Investitionsbeispiele dar.

An die Zielgruppe der institutionellen Investoren richtet sich der "Private Equity Investor Brief". Er erscheint zwei Mal jährlich und wird an rund 10.000 Adressaten weltweit verschickt. Er behandelt alle Private Equity-relevanten Themen, die für institutionelle Investoren von Bedeutung sind. Hintergrund des Newsletters ist, dass es bei institutionellen Investoren immer noch zahlreiche Informationsdefizite über die Performance deutscher Fonds gibt. Deshalb wird der BVK diese Zielgruppe künftig aktiv über die Anlageklasse deutsches Private Equity informieren. Darüber hinaus sind wir seit einigen Monaten aktiv dabei, deutsche institutionelle Investoren als BVK-Mitglieder zu gewinnen. Wir wollen sie stärker in den Verband und unsere Aktivitäten integrieren - und somit auch besser mit den Mitgliedern vernetzen. Die erste Ausgabe des Newsletters ist im Dezember 2008 erschienen. Dort wurde neben der Bewerbung der Anlageklasse Private Equity und diverser Fonds im Fundraising auch die aktuelle Performancestudie vorgestellt.

Die Pressearbeit wurde 2009 weiter intensiviert. Neben persönlichen Gesprächen mit Journalisten, den Pressemitteilungen, Pressegesprächen und Konferenzen führte der BVK im Rahmen der Super Return 2009 erstmalig ein Presse-Dinner mit Vertretern der Private Equity-Branche durch. Auch künftig wird es in regelmäßigen Abständen solche oder ähnliche Formate für Journalisten geben.

Die Kommunikation für und mit unseren Mitgliedern ist uns sehr wichtig. Um zu erfahren, wie zufrieden unsere Mitglieder mit der Kommunikation des Verbandes sind und welche Anregungen und Änderungsvorschlägen es gibt, haben wir auch 2009 wieder eine Mitgliederbefragung durchgeführt, die erneut sehr positiv ausfiel.

Ein weiteres Angebot an die Mitglieder ist die inzwischen auf mehr als 50 Fälle angewachsene Case Study-Sammlung, die auch auf unseren Websites www.bvkap.de und www.wir-investieren.de zu finden ist. Alle Mitglieder können ihre Fallbeispiele bei uns einreichen und wir publizieren sie online.

Regelmäßig erscheinende Informationsbriefe berichten über wichtige Entwicklungen und Ereignisse der Private Equity-Branche und informieren die Mitglieder über die Arbeit der Geschäftsstelle und des Vorstandes.

2.2.3 21. Ordentliche Mitgliederversammlung

Die 21. Ordentliche Mitgliederversammlung fand am 22.04.2009 in Berlin statt.

Der damalige amtierende Vorstandsvorsitzende, Rolf Christof Dienst, berichtete über die Schwerpunkte der Arbeit im Berichtszeitraum.

Nach den Regularien (Genehmigung der Jahresrechnung 2008, Genehmigung des Haushaltsplanes 2009, Bestellung des Abschlussprüfers) wurden Satzungsänderungen zu den Informationspflichten der Mitglieder gegenüber dem BVK, zum Verhaltenskodex des BVK, zu Regelungen zum Mitgliederausschluss, zur Erweiterung der Rechte der Mitgliederversammlung und zu Änderungen der Vorstandszusammensetzung diskutiert. Darüber hinaus gab es Beschlüsse zu einem neuen Verhaltenskodex und zu Transparenzrichtlinien.

2.2.4 Fachgruppen, Arbeitsgruppen und Beiräte

2009 wurden zahlreiche verbandsinterne Veranstaltungen durchgeführt, die bei den Mitgliedern auf große Resonanz stießen:

I. Fachgruppen

Ein bis zwei Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Fachgruppen des BVK, um sich über aktuelle Branchenentwicklungen in ihrem jeweiligen Bereich auszutauschen und der Geschäftsstelle des BVK Anregungen für die Verbandsarbeit zu geben. Die Rückkopplung ist Voraussetzung, um die Interessen der Mitglieder gegenüber der Öffentlichkeit vertreten zu können. Auf allen Fachgruppensitzungen berichtet der BVK über seine Aktivitäten und stellt dar, wie er die spezifischen Interessen der Fachgruppen vertritt bzw. vertreten will.

I.1 Fachgruppe Venture Capital

Die Fachgruppe Venture Capital unter der Leitung der Herren Dr. Peter Terhart und Kurt Müller behandelte auf ihren beiden Sitzungen im Jahr 2009 u.a. folgende Themen:

  • Herausforderungen für Venture Capital im Jahr 2009
  • Rolle von Private Equity vor dem Hintergrund der Rezession – finanzpolitische Impulse
  • Private Equity-Dachfondsmarkt in Deutschland: Neue Struktur, neue Marktteilnehmer
  • Secondary Markt - aktuelle Entwicklungen in Europa
  • Regulierung von Private Equity in Deutschland und Europa
  • IPO und Exit Private Equity-finanzierter Unternehmen

I.2 Fachgruppe Mittelstand

Die Fachgruppe Mittelstand unter der Leitung von Herrn Klaus-Michael Höltershinken/Herrn Dr. Vorndran beschäftigte sich auf ihren Sitzungen u.a. mit folgenden Themen:

  • Portfoliomanagement in der Krise – alle marktseitigen Ertragshebel einsetzen
  • Designentwicklung – ein Beispiel für erfolgreiche Wertsteigerung
  • Aktuelle Marktentwicklung und Zukunftstrends in den Bereichen des verbrieften Mezzanines und des Individualmezzanines
  • Änderungen des UBG-Gesetzes nach der Novellierung 2008 und Auswirkungen auf die betroffenen Gesellschaften

I.3 Fachgruppe Mittelständische Beteiligungsgesellschaften

Die Fachgruppe Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBGen) unter der Leitung von Herrn Günther Henrich/Herrn Dr. Gerd-Rüdiger Steffen beschäftigte sich auf ihrer Sitzung mit folgenden Themen:

  • Rückgarantien des Bundes und der Länder
  • EU-Beihilfefragen
  • Geschäftsentwicklung in den Ländern
  • Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf MBGen
  • KfW-Beteiligungsfinanzierung
  • Zusammenarbeit mit anderen Verbänden

I.4 Fachgruppe Large Buy-Out

Die Fachgruppe Large Buy-Out unter der Leitung von Herrn Dr. Hanns Ostmeier hatte die folgenden Arbeitsschwerpunkte:

  • AIFM-Diskussion / pan-europäische Initiative der Large Buy-Out-Gesellschaften
  • Umsetzung der 2008 eingeführten Transparenzrichtlinien der Fachgruppe LBO
  • Aktualisierung der Unternehmensdatenbank der Fachgruppe

II. Arbeitsgruppen

Die Arbeitsgruppen unterstützen den Verband bei seinen Aktivitäten in den Bereichen Recht & Steuern, Aus- und Weiterbildung und Fundraising.

II.1 Arbeitsgruppe Weiterbildung

Ziel der Arbeitsgruppe Weiterbildung unter der Leitung von Herrn Prof. Michael Groß ist es, den Mitgliedern Seminare rund um das Thema Private Equity anzubieten und so einen Beitrag zur Qualifizierung der Branche zu liefern.

Es wurden 2 Seminare durchgeführt, die auf große Resonanz stießen:

  1. Ein Grundlagenseminar, unterteilt in Venture Capital- und Buy-Out-Gruppe, mit gruppenspezifischen Inhalten.

Im Einzelnen wurden folgende Themen behandelt:

In der Venture Capital-Gruppe:

  • Internationale Finanzmärkte und Auswirkungen auf Realwirtschaften
  • Aktuelle Anforderungen an Finanzierungsinstrumente und -strukturen
  • Was muss im Hinblick auf den späteren Exit beachtet werden?
  • Aktuelle Anforderungen an Geschäftsmodelle
  • Gesellschafterstreitigkeiten bei VC-Finanzierungen: Erkennen und Vermeiden
  • Neuengagement versus Portfoliopflege: Anregungen zur Investitions- und Geschäftspolitik von VC-Gesellschaften

In der Buy-Out-Gruppe:

  • Internationale Finanzmärkte und Auswirkung auf Realwirtschaften
  • Akquisitionsfinanzierung in der Krise
  • Aktuelle Rechts- und Steuerfragen
  • Einführung Portfoliomanagement
  • Risikoorientiertes Beteiligungscontrolling (Risikomanagementsysteme)
  • Ratingsysteme, Kreditmanagement und Covenants aus Sicht einer Bank
  • Beteiligungsmanagement, Value Adding, Ergebnisverbesserungsprogramme
  • Fallstudien aus dem Interimsmanagement
  1. Ein Spezialseminar zum Thema Kommunikationsstrategien für Kapitalbeteiligungsgesellschaften in Frankfurt am Main.

Im Zuge einer internen Umgestaltung des Verbandes wurde die Arbeitsgruppe Weiterbildung formal aufgelöst und der Bereich Weiterbildung Ende des Jahres direkt beim BVK-Vorstand angesiedelt. Ab sofort zeichnet Dr. Peter Terhart, Vorstandsvorsitzender, für das Weiterbildungsgremium des BVK verantwortlich. Unterstützt wird er von einem Expertenteam, dem die Herren Prof. Michael Groß, Jürgen von Wendorff und Sonnfried Weber angehören.

II.2 Arbeitsgruppe Fundraising

Im Zuge einer internen Umgestaltung des Verbandes wurde das Thema Fundraising neu strukturiert.

Die Arbeitsgruppe Fundraising wurde formal aufgelöst und das Thema direkt beim BVK-Vorstand angesiedelt.

Verantwortlich für dieses Thema zeichnete 2009 Herr Kurt Müller.

III. Beiräte

Seit dem Jahr 2007 hat der BVK einen Beirat, der sich aus namhaften Persönlichkeiten der Private Equity-Branche und ihrem Umfeld zusammensetzt, einen Rechtsbeirat und einen wissenschaftlichen Beirat. Die Beiräte unterstützen und beraten den BVK.

III. 1 BVK-Beirat

Mitglieder sind die Herren Thomas U.W. Pütter (Vorsitzender der Geschäftsführung von Allianz Capital Partners GmbH), Ludolf von Wartenberg (Präsidiumsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI)), Albrecht Hertz-Eichenrode (Vorstandsvorsitzender Hannover Finanz GmbH), Dr. Hanns Ostmeier (Präsident des BVK), Dr. Peter Terhart (Vorstandsvorsitzender des BVK und Vorstand der S-REFIT AG Regionaler Finanzierungsfonds für Innovationen und Technologieunternehmen) sowie seit September 2009 Herr Rolf C. Dienst (General Partner der Wellington Partners GmbH).

III. 2 Rechtsbeirat

Im Zuge einer internen Umgestaltung des Verbandes wurde satzungsgemäß der Rechtsbeirat des BVK geschaffen, in dem die bisherige Arbeitsgruppe Recht & Steuern aufgeht. Aufgabe des Rechtsbeirates ist die Beratung und Begleitung des BVK-Vorstands in allen rechtlichen und insbesondere steuerrechtlichen Angelegenheiten im Rahmen der Lobbying-Aktivitäten des BVK. Geleitet wird der Rechtsbeirat von dem jeweils amtierenden Vertreter der assoziierten Mitglieder im Vorstand. Alle Mitglieder der Arbeitsgruppe Recht & Steuern werden Mitglieder des Rechtsbeirates des BVK.

Der Rechtsbeirat trifft sich mehrmals pro Jahr, die BVK-Geschäftsführung ist immer vertreten. Die vom Rechtsbeirat geleistete Arbeit ist für die politische Kommunikation des Verbandes von unermesslichem Wert. Der große Erfahrungsschatz der Mitglieder des Beirates ermöglicht dem BVK eine sachgerechte und professionelle politische Kommunikation bei allen politischen Entscheidungsträgern.

Der Rechtsbeirat unter der Leitung von Herrn Prof. Wilhelm Haarmann/Herrn Dr. Andreas Rodin beschäftigte sich auf seinen Sitzungen u.a. mit folgenden Themen:

  • EU-Regulierungsvorhaben Private Equity: Konsequenzen für die deutsche PE-Branche
  • Strategie für einen gesetzlichen Rahmen für PE in Deutschland
  • MoRaKG
  • Umsatzsteuer auf Management Fee
  • Carried Interest-Besteuerung
  • Verlustvorträge und Zinsschranke
  • Restrukturierungen
  • Staatliche Förderungen in der Krise
  • Entwurf Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz
  • Alternative Investments Fund Managers (AIFM) Directive
  • Venture Capital-Modelle

III. 3 Wissenschaftlicher Beirat

Mitglieder sind die Herren Prof. Dr. Wolfgang Berens (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling, Universität Münster), Prof. Dr. Bernhard Schwetzler (WestLB Chair of Finance, HHL – Leipzig Graduate School of Management) und Prof. Jörg Rocholl, PhD (Associate Professor, ESMT Berlin).

Ziel ist die Sicherstellung der Qualität der wissenschaftlichen Aktivitäten des BVK. Der wissenschaftliche Beirat begleitet die wissenschaftlichen Aktivitäten des BVK und tauscht sich regelmäßig mit dem Verband zu aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen aus.

2.2.5 Weitere Veranstaltungen

I. Deutscher Eigenkapitaltag des BVK

Als größte und wichtigste Jahresveranstaltung des BVK fand am 22.04.2009 zum zehnten Mal der Deutsche Eigenkapitaltag statt. Zugleich feierte der BVK sein 20-jähriges Bestehen. Direkt neben dem Brandenburger Tor, im Herzen der bundesdeutschen Hauptstadt, trafen sich im "axica Kongress- und Tagungszentrum" rund 290 BVK-Mitglieder und Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, um aktuelle Anliegen und Herausforderungen der Private Equity-Branche zu diskutieren. Herr Dr. Michael Fuchs (CDU), Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sprach in seiner Keynote-Rede vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise und der realwirtschaftlichen Rezession über die Bedeutung von Private Equity, während Herr Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, in seiner Rede die Rolle von Venture Capital in der Innovationsstrategie der deutschen Bundesregierung erläuterte. Im Rahmen einer ersten Paneldiskussion diskutierte der BVK gemeinsam mit den Herren Dr. Michael Fuchs, Oswald Metzger, freier Publizist, und Wolfgang Rhode, IG Metall-Vorstand, über die Perspektiven für die Rahmenbedingungen des Finanzstandortes Deutschland. Eine zweite Podiumsrunde erörterte die Herausforderungen für Venture Capital in Deutschland im Jahr 2009 – der BVK diskutierte hier mit Staatssekretär Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer und Herrn George Anson, Managing Director von HarbourVest. Herr Eduard Oswald (CSU), Vorsitzender des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag, würdigte in seiner Abschlussrede die Bedeutung von Private Equity für den Finanz- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Der Eigenkapitaltag dient der Branche und den politischen Entscheidungsträgern als konstruktive Dialogplattform. Im Hinblick auf die bessere Erreichbarkeit der Politik wird der Deutsche Eigenkapitaltag künftig stets in Berlin veranstaltet.

II. BVK Private Equity-Dinner

Die Reihe "BVK Private Equity-Dinner" wurde erfolgreich fortgesetzt. Nach Vorträgen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft zu aktuellen Themen haben Teilnehmer die Möglichkeit, intensives Networking zu betreiben. Auf dem Private Equity-Dinner im Frühjahr hielt MdB Frank Schäffler (FDP), Mitglied des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages, die Dinner-Rede "Ursachen und Konsequenzen der Finanzkrise mit Blick auf die Private Equity-Branche". Im Herbst fand das Private Equity-Dinner in Frankfurt am Main statt, Dinner-Speaker war der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU).

III. Regionale Treffen der BVK-Mitglieder

Um über seine aktuellen Verbandsaktivitäten zu informieren, hat der BVK in Hamburg, Düsseldorf, München und Berlin zu regionalen Treffen seiner Mitglieder eingeladen. Weiteres Ziel dieses Veranstaltungsformats, das sich sowohl an ordentliche als auch assoziierte Mitglieder richtet, ist es, auch Anliegen und Anregungen der Mitglieder zu diskutieren, um neue Impulse für die Verbandsarbeit zu erhalten. Diese BVK-Veranstaltungen werden auch künftig stattfinden.

IV. GP-Lunches des BVK

Als neues Veranstaltungsformat hat der BVK Ende 2009 erstmals ein GP-Lunch durchgeführt mit dem Ziel, die Zusammenarbeit und das Networking der im BVK vertretenen Beteiligungsgesellschaften in einem informellen Rahmen zu fördern. Das Format stieß in München auf großen Zuspruch und wird 2010 auch in anderen Regionen Deutschlands fortgeführt.

V. BVK-Journalistenpreis

Der BVK-Journalistenpreis wurde im September 2009 in Frankfurt am Main zum zweiten Mal verliehen. Mit dem Preis werden jährlich journalistische Berichte, Reportagen, Dokumentationen, Essays oder das journalistische Gesamtwerk gewürdigt und ausgezeichnet, die sich mit dem Thema Private Equity auseinandersetzen und dazu beitragen, einem breiteren Publikum ein tieferes Verständnis dieses Themas zu ermöglichen. Unter Private Equity versteht der BVK sowohl die Wagniskapital-Geber ("Venture Capital") als auch Fonds, die Mehrheitsbeteiligungen an etablierten Unternehmen eingehen ("Buy-Out-Fonds").

Der BVK-Journalistenpreis wird in den Kategorien Tageszeitungen, Magazine und Wochenzeitungen, TV und Hörfunk sowie Online vergeben.

Jurymitglieder des Jahres 2009 waren:

  • Roland Tichy, Chefredakteur Wirtschaftswoche
  • Jörg Eigendorf, Leiter Wirtschaft WELT-Gruppe
  • Sigmund Gottlieb, Chefredakteur Bayerisches Fernsehen
  • Andreas Nölting, Chefredakteur manager-magazin.de
  • Dörte Höppner, Geschäftsführerin BVK.

Der Journalistenpreis ging 2009 an Dieter Fockenbrock, Chefkorrespondent des Handelsblattes, und Heike Buchter, New Yorker Korrespondentin der Wochenzeitung Die Zeit. Erstmals zeichnete die Jury auch eine Hörfunk-Journalistin aus: Birgid Becker erhielt den Preis für ihren Deutschlandfunk-Beitrag "Siegeszug der Heuschrecken". Der Preis wurde im Rahmen eines Gala-Abends mit Gästen aus der Medien-, der Private-Equity- und der Finanzbranche in Frankfurt am Main verliehen.

VI. BVK-Roadshows

Weitergeführt wurden im Jahr 2009 die erfolgreichen "BVK-Roadshows" mit Politikern. Regelmäßig werden dabei Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker zu Private Equity-finanzierten Gesellschaften in ihren jeweiligen Wahlkreis eingeladen. Der zuständige Partner der Private Equity-Gesellschaft stellt sich zusammen mit dem Management der Firma vor. Die Politiker erleben somit direkt, welchen Einfluss Private Equity auf die Unternehmen in ihrem Umfeld hat. Im Jahr 2009 besuchte Herr Gerhard Schick, Mitglied des Finanzausschusses und Mitglied der Bundestagfraktion von Bündnis 90/Die Grüne, gemeinsam mit dem BVK den Mannheimer Maschinenbauer MWM. Auf Grund der positiven Resonanz auf dieses Veranstaltungsformat wird es fortgeführt.

VII. Internationale Roadshows

Der BVK hat 2009 erstmals internationale Roadshows in den USA (New York, Chicago, San Francisco) und in Japan (Tokio) sowie China (Peking) durchgeführt.

Mit seiner neuen Veranstaltungsreihe bezweckt der Verband

  1. institutionelle Investoren (LPs) über aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem deutschen Kapitalbeteiligungsmarkt zu informieren und für die Anlageklasse deutsches Private Equity zu werben.
  2. für seine Mitgliedsgesellschaften ein Netzwerk weltweiter Investorenkontakte aufzubauen.
  3. für seine Mitgliedsgesellschaften ein internationales GP-Netzwerk aufzubauen.

Der BVK kooperierte, vermittelt über das Auswärtige Amt, mit den Generalkonsulaten in New York, Chicago und San Francisco sowie der "German American Business Association of California" und der Deutschen Botschaft Tokyo. In China organisierte der BVK in Zusammenarbeit mit der SINO Private Equity LPGP Federation den ersten "Sino-German Private Equity Summit" und gründete die informelle Netzwerkplattform "International Private Equity Forum & International Private Equity Federation" (vgl. hierzu auch Punkt 2.2.6.VIII.).

2010 sind internationale Raodshows nach Asien geplant, ggf. auch in den Nahen Osten.

VIII. Informationsveranstaltungen über Private Equity für die Politik

2009 führte der BVK sowohl in Brüssel als auch in Straßburg und Berlin Informationsgespräche über Private Equity durch mit dem Ziel, bei Politikern und deren Fachreferenten die Funktion von Private Equity an konkreten Fallbeispielen zu erläutern, den Nutzen von Beteiligungskapital für das deutsche wie europäische Wirtschaftswachstum hervorzuheben und für angemessene und zielgerichtete Rahmenbedingungen zu werben.

In Kooperation mit dem Europaabgeordneten Dr. Thomas Ulmer (EVP-ED) und der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union lud der BVK MdEPs und deren Fachreferenten zum Informationsgespräch "Private Equity als Wachstumsmotor: Beispiele Beteiligungskapital-finanzierter Unternehmen in Deutschland" ein. Im Dezember 2009 richtete der BVK gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Burkhard Balz (EVP-ED) für Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments (ECON) den Roundtable "Kommt der Wachstumsmotor Private Equity durch die AIFM-Richtlinie ins Stottern?" aus.

In Berlin veranstaltete der BVK zwei Informationsveranstaltungen: für Mitglieder des Deutschen Bundestages und deren Fachreferenten sowie für Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und für Mitarbeiter des Bundesministeriums der Finanzen.

IX. Konferenzen

Im Jahr 2009 haben Vorstand und Geschäftsführung des BVK wieder an zahlreichen Konferenzen, Tagungen, Seminaren und Workshops mitgewirkt und so dazu beigetragen, die Bekanntheit des Produktes Private Equity zu fördern. Die Bedeutung des Verbandes auch über die nationalen Grenzen hinaus und die zunehmende Globalisierung des Beteiligungsmarktes spiegeln sich in der zunehmenden Teilnahme des BVK an pan-europäischen und internationalen Konferenzen und dem Aufbau internationaler GP- und LP-Netzwerke wider.

In enger Kooperation mit dem BVK führte die 2009 neu gegründeten CSU-Wirtschaftskommission unter dem Vorsitz des bayerischen Staatsminister der Finanzen, Herr Georg Fahrenschon, ein halbtägiges Fachgespräch zum Thema "Alternative Finanzierungsmöglichkeiten / Private Equity" mit anschließender Pressekonferenz in der CSU-Landesleitung in München durch.

X. Kooperationspartnerschaften

Der BVK fungierte als Kooperationspartner u.a. bei folgenden Veranstaltungen:

  • Deutsches Eigenkapitalforum (KfW/Deutsche Börse Group)
  • Handelsblatt Jahrestagung
  • 3. Private Equity-Konferenz NRW
  • Superreturn 2009
  • Bundessymposium des Wirtschaftsrates der CDU e.V. "Kompetenzzentrum Deutschland. Neues Wachstum durch Innovationen".

Auf dem Bundessymposium des Wirtschaftsrates der CDU im November 2009 war der BVK auch mit einem Informationsstand vertreten.

2.2.6 Statistik und Publikationen

I. Statistik

Die vierteljährliche bzw. jährliche Statistik über den deutschen Beteiligungsmarkt bietet einen Überblick über die Entwicklung des Marktes und geht detailliert auf die Kapitalherkunft sowie auf ausgewählte Strukturdaten der Investitionen und Exits ein. Seit 2008 führt der BVK seine Statistikerfassung mit der neuen, europäischen Statistikplattform PEREP Analytics in Kooperation mit dem europäischen Verband EVCA und anderen nationalen Verbänden durch. Mit PEREP Analytics kommen die beteiligten Verbände der Notwendigkeit einer europaweit einheitlichen Erfassung und Auswertung der Private Equity-Marktdaten und den gestiegenen Anforderungen nach mehr Transparenz entgegen.

Die BVK-Statistiken werden von zahlreichen Interessenten angefordert und stehen auch im Internet zum Download zur Verfügung.

II. German Private Equity Barometer

Seit dem ersten Quartal 2003 erhebt der BVK in Zusammenarbeit mit der KfW Bankengruppe vierteljährlich das German Private Equity Barometer. Die Ergebnisse werden exklusiv im Handelsblatt veröffentlicht. Der Indikator fasst das aktuelle und erwartete Geschäftsklima im deutschen Private Equity-Markt sowie in den Teilmärkten Frühphase und Wachstum zusammen.

III. Studien

Die "Private Equity-Prognose" fasst zu Beginn des Jahres die Erwartungen der in Deutschland aktiven Beteiligungsgesellschaften zusammen. Besondere Berücksichtigung finden die konjunkturellen Einflüsse, insbesondere die Finanz- und Wirtschaftskrise, auf das Geschäft der Beteiligungsgesellschaften und ihrer Portfoliounternehmen. Befragt wurden die Gesellschaften daneben zu ihren Einschätzungen bezüglich des Fundraisings, ihrer Investitionstätigkeit und den Finanzierungstrukturen.

In der Studie "Steuerliche Rahmenbedingungen für Private Equity in Deutschland - wettbewerbskonform?" im Auftrag des BVK wurde von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Dietmar Ernst von der der HfWU Nürtingen die steuerlichen Rahmenbedingungen für Private Equity in Deutschland untersucht. Demnach sind diese in den vergangenen Jahren nicht freundlicher, sondern eher restriktiver und in ihrer Anwendung sehr komplex geworden. Damit bleibt Deutschland im internationalen Vergleich klar im Nachteil, mit dem Ergebnis, dass weniger Private Equity-Investitionen in Deutschland stattfinden. Die Studie untersucht rechtliche Rahmenbedingungen für Private Equity-Fonds und wichtige steuerliche Regelungen für Unternehmen und vergleicht diese mit den entsprechenden Regelungen in Frankreich, Großbritannien und den USA

IV. BVK-Nachrichten

Der BVK informierte seine Mitglieder monatlich per E-Mail und auf einer gesonderten Mitglieder-Seite über aktuelle Verbandsaktivitäten und Nachrichten aus der Branche.

V. Internet

www.bvkap.de

Im Jahr 2009 haben insgesamt 443.833 Besucher den Internetauftritt des BVK besucht und dabei 3.329.391 einzelne Seiten aufgerufen. Das entspricht einer Rate von durchschnittlich sieben Seiten pro Besucher. Die Monatsdurchschnittszahlen haben sich im Jahr 2009 auf ca. 40.348 pro Monat belaufen.

www.mitglieder.bvkap.de

Der BVK-Mitgliederbereich im Internet wird regelmäßig von etwa 1.160 Besuchern pro Monat genutzt. Pro Monat werden dabei durchschnittlich 25.869 Seiten besucht.

www.wir-investieren.de

Im Januar 2008 ging die Internetseite www.wir-investieren.de online. Das oftmals als sehr komplex wahrgenommene Thema Beteiligungskapital wird hier anschaulich und leicht verständlich dargestellt. www.wir-investieren.de richtet sich an Arbeitnehmer, Betriebsräte, Politiker und Unternehmer - und darüber hinaus an jeden, der mehr über das Thema Private Equity wissen möchte.

Es wird dargestellt, was Private Equity eigentlich ist, was unter Venture Capital und Buy-Outs zu verstehen ist und welche Bedeutung Beteiligungskapital für Deutschland hat. Außerdem gibt es einen historischen Rückblick und eine umfangreiche Zusammenstellung von Studien, Literatur und weiterführenden Links. In einem interaktiven Forum hat der Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Im Jahr 2009 haben im Monatsdurchschnitt rund 10.000 Personen www.wir-investieren.de besucht und pro Besuch über 8 Seiten abgerufen.

Twitter

Seit Mai 2009 twittert der BVK. Bei Twitter handelt es sich um ein soziales Netzwerk in Form eines Mikroblogs im Internet, das weltweit per Website, Mobiltelefon, Desktopanwendung geführt und aktualisiert werden kann. Unter dem Namen "wir_investieren". wurden auf www.twitter.de im Jahr 2009 57 Einträge des BVK eingestellt. Die Anzahl der "Follower" (regelmäßige Leser der Einträge) belief sich Ende 2009 auf etwa 100.

VI. BVK-Jahrbuch

2009 erschien erstmalig das neuaufgelegte und inhaltliche und gestalterisch erweiterte BVK-Jahrbuch. Mitglieder haben nun die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Profil umfassend zu präsentieren. Zudem enthält das Jahrbuch eine Kurzstatistik und Gastbeiträger wichtiger Branchenvertreter.

VII. Anfragen an den Verband

Das stetig steigende öffentliche Interesse am Thema Eigenkapital sowie die starke Präsenz in den Medien schlugen sich 2009 in einer nach wie vor hohen Anzahl von Anfragen an den Verband nieder. Der Großteil der Anfragen stammt aus dem Bereich von kapitalnachfragenden Unternehmern. Als besonderen Service bietet der BVK hier eine automatisierte Kapitalsuche. Unternehmen können eingeben, welche Art von Kapital in welchem Umfang sie suchen und erhalten eine Liste mit potentiellen Beteiligungsgebern, die sie dann kontaktieren können.

VIII. Beziehungen zu anderen Private Equity-Verbänden

Die Zusammenarbeit zwischen der EVCA European Private Equity and Venture Capital Association und dem BVK wurde 2009 fortgeführt und intensiviert.

Der Verband ist im National Venture Capital Associations Committee vertreten.

Darüber hinaus ist die Geschäftsführerin des BVK Mitglied der Ende 2009 gegründeten PAE (Public Affairs Executive of the European Private Equity and Venture Capital Industry) . Der PAE ist die Institutionalisierung der 2008 gegründeten Brussels Task Force und setzt sich aus Vertretern der vier EVCA-Plattformen Venture Capital, Mid-Market, Buy-Out und Limited Partners sowie den Verbänden EVCA, BVK, AFIC, BVCA und einem weiteren nationalen Verband (jeweils der PE-Verband des Mitgliedstaates, der die EU-Ratspräsidentschaft innehat) zusammen. Der PAE setzt sich für die Interessen der europäischen Private Equity-Branche ein und vertritt diese gegenüber den EU-Institutionen.

Auf internationaler Ebene gründete der BVK am 11. Dezember 2009 gemeinsam mit der chinesischen "SINO Private Equity LPGP Federation" in Peking die "International Private Equity Forum & International Private Equity Federation". Ziel dieser Plattform ist es, BVK-Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, neben Investoren-Kontakte auch Kontakte zu chinesischen GPs für künftige Co-Investments zu erschließen.

IX. Wissenschaft und Forschung

Der Verband verzeichnete auch im Jahr 2009 ein hohes Interesse wissenschaftlicher Einrichtungen, insbesondere von Studenten und Doktoranden, an der Thematik Private Equity und Venture Capital. Der BVK stand den Interessenten als Ansprechpartner zur Verfügung und stellte Publikationen und Daten für die wissenschaftliche Arbeit bereit.

Ende 2009 wurde die Geschäftsführerin des BVK, Dörte Höppner, in die Forschungsunion Wirtschaft und Wissenschaft, die Beratergruppe der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Annette Schavan, berufen. Hauptziel der Union ist die Umsetzung der High-Tech-Strategie der Bundesregierung.

2.2.7 Dank an Sponsoren

Der BVK e.V. dankt allen Sponsoren, die Veranstaltungen und Publikationen des Verbandes unterstützt haben.

3. AUSBLICK

Im Jahr 2010 werden für die Private Equity-Branche in Europa die regulativen Weichen gestellt. Die Richtlinie zur Regulierung Alternativer Investmentfondsmanager (AIFM) wird auf EU-Ebene verabschiedet werden. Damit sind auch die Weichen für Deutschland gestellt, denn die Bundesregierung wird diese Richtlinie innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen müssen. Die AIFM-Richtlinie wird also Grundlage für einen gesetzlichen Rahmen für die gesamte Private Equity-Branche in Deutschland. Für einen derartigen Rahmen setzt sich der BVK seit Jahren ein. Aus diesem Grund hat der Verband den gesamten AIFM-Prozess in Brüssel eng und konstruktiv begleitet. Mit dem Bundesfinanzministerium, dem für diesen Prozess federführendem Ministerium, ist der BVK in einem regelmäßigen und vertrauensvollen Dialog. Noch ist offen, in welcher Form die Bundesregierung AIFM umsetzt – ob sie ein eigenständiges Private Equity-Gesetz erstellt oder ob sie Private Equity als eigenständiges Kapitalmarktsegment in das Investmentgesetz aufnimmt. Der BVK wird sich auch zu diesen Fragen kompetent äußern und aufzeigen, welchen Rahmen die Branche braucht, um in dem weltweiten Wettbewerb um attraktive Rahmenbedingungen für Kapital mithalten zu können. Deutsche Unternehmen sind in starkem Maß auf Eigenkapitalfinanzierungen angewiesen. Ihre Eigenkapitalquoten sind traditionell sehr niedrig. In Zeiten, in denen Fremdkapital knapp ist, wird dies besonders deutlich. Private Equity ist hier eine mögliche alternative Finanzierungsform. Die Politik hat erkannt, dass Kapital nicht von selbst nach Deutschland fließt. Es geht nicht nur darum, den Kapitalfluss zu kontrollieren und zu beaufsichtigen. Eine einseitige aufsichtsrechtliche Regulierung würde im Zweifel dazu führen, dass Kapital einen Bogen um Deutschland macht. Es bedarf auch einer vorausschauenden steuerrechtlichen Regulierung, die dem Kapital Rechtssicherheit bietet und international wettbewerbsfähig ist. Darum geht es bei der Schaffung eines Kapitalmarktrahmens für Private Equity in Deutschland: um eine intelligente Verknüpfung einer aufsichts- und steuerrechtlichen Regulierung, die den Interessen aller Beteiligten Rechnung trägt.

Der BVK wird auch 2010 seine politische Kommunikation mit einer breiter angelegten Öffentlichkeitsarbeit verbinden. Sichtbar wird dieser Bund vor allem auf dem BVK Eigenkapitaltag, der traditionell in Berlin stattfindet: Politik trifft Private Equity. Alle kommen zu Wort, der BVK bietet die Plattform für einen fruchtbaren Austausch. Auf dem Eigenkapitaltag 2010 gibt uns der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, die Ehre – ein Zeichen, dass die Branche in Deutschland angekommen ist.

In den etablierten Veranstaltungsformaten und mit Publikationen werden wir zielgruppengerecht über Private Equity und die Vorteile dieser Finanzierungsform für die deutsche Volkswirtschaft aufklären. Wichtigste Zielgruppe ist die Politik in allen Untergruppen: Bundestagsabgeordnete, ihre Mitarbeiterstäbe, Mitarbeiter aus den Ministerien in Bund und Ländern, die Finanzreferenten der Landesvertretungen in Berlin, die Parteien, Mitarbeiter im Bundeskanzleramt u.v.m. Wir haben aber auch den Mittelstand im Fokus. Die Finanzierungsform einer Kapitalbeteiligung stößt auf immer mehr Interesse bei deutschen Unternehmen. Der BVK wird auch 2010 aktiv mit Publikationen und Veranstaltungen an interessierte Unternehmer herantreten. Auch die Zielgruppe institutionelle Investoren werden wir 2010 wieder gezielt ansprechen. In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt planen wir eine Fortsetzung unserer Roadshow-Reihe in Asien, um dort unsere Anlageklasse gegenüber institutionellen Investoren zu bewerben. Neben der Politik sind die Mitglieder die wichtigste Zielgruppe des BVK. Um sie noch besser zu informieren, haben wir Ende 2009 den Politik Brief gestartet, der seitdem immer freitags einen Überblick über alle relevanten politischen Prozesse gibt.

Der BVK hat in den vergangenen drei Jahren sein Angebot konsequent ausgebaut. Ziel war es, Kommunikationskanäle einzurichten, die funktionieren – vor allem dann, wenn es darauf ankommt. Der BVK muss in der Lage sein, innerhalb von wenigen Stunden auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. Dafür ist eine schnelle Erreichbarkeit von Presse, Mitgliedern und Politik unverzichtbar. Die internen Abläufe dafür sind erprobt und haben in der jüngeren Vergangenheit bereits gut funktioniert. Darüber hinaus muss es eine regelmäßige Kommunikation mit allen Zielgruppen geben, um kontinuierlich die für die Branche wichtigen Botschaften zu senden. Unsere Kommunikationskanäle überprüfen wir dabei ständig und passen sie gegebenenfalls an.

Somit wird die Konzentration des BVK künftig darauf liegen, diese neu aufgebauten und verbesserten Kommunikationskanäle intensiv zu nutzen. Das Kommunikationsnetz des BVK ist jetzt bereit: für die komplexen Anforderungen des Regulierungsprozesses AIFM und später auch für den Regulierungsprozess in Deutschland.