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HAWE Hydraulik - Familienunternehmen mit Beteiligungskapital gestärkt

HAWE Hydraulik ist ein Unternehmen mit langer Tradition: 1949 von Karl Heilmeier und Wilhelm Weinlein in München gegründet, entwickelte sich das Unternehmen während der vergangenen 60 Jahre zu einem der führenden Hydraulik-Hersteller. Das änderte sich auch nicht, als die zweite und dritte Generation nach den Gründern den Betrieb übernahm. Doch auch ein erfolgreiches Familienunternehmen ist nicht vor Veränderungen gefeit: Im Jahr 1996 - also fast 50 Jahre später - entschied sich eine der beiden Gründer-Familien, aus dem Unternehmen auszuscheiden. Damit stand die eine Hälfte des Unternehmens zur Disposition.

Banken übernahmen nur Teil der benötigten Summe – Deutsche Beteiligungs AG sprang ein

„Eigentlich stand für mich sofort fest, dass wir auch die anderen 50 Prozent übernehmen“, berichtet Karl Haeusgen, Enkel von Karl Heilmeier und heute Vorstand. Da die Banken jedoch nicht bereit waren, die gesamte Summe zur Verfügung zu stellen, sondern lediglich die Hälfte des benötigten Geldes übernahmen, stellte sich die Frage nach einem weiteren Kapitalgeber. Die Suche führte Haeusgen auf die Website des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Dort forschte Haeusgen nach „sympathisch erscheinenden Beteiligungsgesellschaften“ und nahm den ersten Kontakt auf. „Wir hatten darin ja überhaupt keine Erfahrung und so brauchte es etwas Übung, bis wir wussten, wie wir an ein solches Gespräch herangehen.“

Für HAWE Hydraulik kam ein Verkauf an einen strategischen Investor oder ein Börsengang nicht in Frage. Auch die regionalen Beteiligungsgesellschaften schienen aufgrund ihres zu geringen Beteiligungsvolumens nicht geeignet. Ein Mittelweg musste also her – und da kam die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) ins Spiel, deren damaliger Geschäftsführer Dr. Günther Niethammer (heute Odewald & Compagnie) war. „Bei der DBAG hatten wir das Gefühl, dass es dort ein hohes Verständnis für typische deutsche Mittelstandsunternehmen gibt“, erinnert sich Haeusgen. Die Entscheidung zur Zusammenarbeit war somit getroffen.

Ungewöhnliches Konzept führte zum Erfolg

Das Konzept, auf das sich beide Parteien einigten, war auf den ersten Blick ungewöhnlich. Karl Haeusgen bzw. die Familie Haeusgen sollten nach einem Zeitraum von sieben Jahren die Anteile am Unternehmen komplett erwerben. Zeitgleich wollte die DBAG eine möglichst hohe Rendite erzielen. Um beides zu vereinbaren, wurde über die Jahre hinweg eine vergleichsweise hohe Dividende ausgeschüttet, was zwar den Liquiditätserlös minderte. Der Vorteil für HAWE bestand jedoch darin, dass am Ende der Laufzeit kein allzu großer Betrag mehr abgeführt werden musste. Vereinbart wurde zudem eine Klausel, die der DBAG das Recht einräumte, die Mehrheit am Unternehmen günstig erwerben zu könne, sollten die Renditeziele nicht erreicht werden. „Natürlich war das hoch gepokert, aber wir haben auch an die Machbarkeit geglaubt“, so Haeusgen. „Außerdem war die Auswirkung auf das Unternehmen sehr positiv, da alle Mitarbeiter sehr motiviert waren.“

Beachtliche Umsatzentwicklung

Bereits nach sechs Jahren konnten die Renditeziele realisiert werden. Die Fremdfinanzierung der Banken wurde über einen Zeitraum von 13 Jahren zurückgezahlt.

Auch die Umsätze haben sich in den vergangenen Jahren beachtlich positiv entwickelt: Lagen diese 2002 noch bei 110 Mio. Euro, erzielte HAWE im Jahr 2005 schon 150 Mio. – die Umsätze 2007 lagen sogar bei 238 Mio. Euro. Für HAWE Hydraulik zahlte sich die Beteiligung aus.