Mitglieder-Login

|Zugangsdaten vergessen?

Mitglieder

11. Deutscher Eigenkapitaltag des BVK

Aktuelle Publikationen

Grüne Technologien in Deutschland - Mit Private Equity auf Wachstumskurs
PDF aufrufen


Private Equity Investor Brief August 2009
PDF aufrufen

Private Equity Barometer

Private Equity Barometer "Weltweit stehen Private-Equity-Gesellschaften über 750 Mrd. € für Investitionen zur Verfügung. "
mehr

Private Equity Brief

PRIVATE EQUITY BRIEF Was ist Private Equity? Warum ist Private Equity für die deutsche Wirtschaft wichtig? Antworten im neuen Private Equity Brief!
PDF aufrufen

Grohe: Familienunternehmen stärkt Marktposition

Der grösste deutsche Hersteller von Sanitäramaturen, GROHE zündete nach Abschluss des Geschäftsjahres 2007 ein kleines Feuerwerk und legte ein Rekordjahr hin: Beflügelt von zweistelligen Wachstumsraten schaffte das deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals in der Unternehmensgeschichte die Marke von 1 Milliarde Euro Umsatz und übertraf damit das Vorjahr um 8%.


Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um 19% auf €203 Millionen zu. GROHE erwirtschaftet mittlerweile eine Umsatzrendite von 20% was auf ein durchweg gesundes Geschäft hinweist und konnte zudem seine Schulden um €150 Millionen auf rund €1 Milliarde abbauen. „Wir sind stolz auf dieses Ergebnis; damit dokumentieren wir unser dynamisches und erfolgreiches Geschäftsmodell“, sagte David Haines, seit 2004 Vorstandschef von GROHE, bei der Vorlage dieser Zahlen. „Zudem konnten wir den Cashflow im Vergleich zum Vorjahr auf €277 Millionen verdoppeln, was uns viele neue Chancen eröffnet“, so Haines weiter. GROHE ist einer der weltweit größten Hersteller von Sanitärarmaturen, Dusch- und Sanitärsystemen mit einem Weltmarktanteil von rund 8 %.

Das erfolgreiche Abschneiden des vergangenen Geschäftsjahrs 2007 kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden. So ist es gelungen, einen erheblichen Teil der gestiegenen Rohstoffkosten in den Preisen weiterzureichen. Zudem hat GROHE etwa 50 neue Produkte im gehobenen Preissegment auf den Markt gebracht und erzielt heute mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Produkten, die jünger als drei jahre sind. Die Entscheidung der Eigner den internationalen Vertrieb neu aufzustellen zahlt sich auch aus. Eine vor einem Jahr erfolgte Umfinanzierung über eine vorrangig besicherte Anleihe hat GROHE zudem grossen Spielraum auf der Finanzierungsseite gebracht.

Die Erfolgsbilanz lässt sich sehen, doch sie ist Ergebnis eines intensiven und Mitte 2005 eingeleiteten Transformationsprozesses. Der Markenname GROHE steht zwar seit Jahrzehnten im In- und Ausland für beste Wertarbeit und für innovative Badezimmerkultur. Doch in den vergangenen zehn Jahren fiel es dem Unternehmen mitunter schwer, angesichts Konjunkturschwäche, aggressiver Wettbewerber aus Fernost, explodierenden Rohstoffpreise und einbrechende Baubranche gesund und ertragreich weiterzuwachsen.
„Als wir 2004 bei GROHE mit einem Anteil von 50% einstiegen, wussten wir, dass vor allem in die Marke ,ein Juwel der deutschen Wirtschaft investierten, „sagte Dr. Matthias Calice, der für die internationale Beteiligungsgesellschaft TPG im GROHE-Aufsichtsrat sitzt. Freilich war den Investoren – die anderen 50% des Unternehmens erwarb ein Zweig von Credit Suisse – klar, dass GROHE einige Hausaufgaben vor sich hatte, wenn das Unternehmen die nächsten Jahre rentabel und dynamisch wachsen wollte. Vorbesitzer BC Partners hatte bereits wichtige Weichen gestellt. Die beabsichtigte Expansion in wesentliche Auslandsmärkte bedeutete aber, dass sich GROHE schlanker, internationaler, entscheidungsschneller, und kostengünstiger aufstellen musste. 82% des Umsatzes erzielt GROHE außerhalb Deutschlands, doch die Kostenstruktur war bis zur Übernahme 2004 vor allem durch deutsche Fabrikation geprägt.

Sobald die Weichenstellungen im Sommer 2005 publik wurden, entfachte sich ein Proteststurm – obwohl Management, Betriebsrat und Investoren sich über die Notwendigkeit dieser Maßnahmen einig waren und der beabsichtigte Arbeitplatz-Abbau mit einem umfangreichen Sozialpaket abgesichert war. Inzwischen ist es allen Beobachtern klar geworden, dass die damals ergriffenen Maßnahmen rechtzeitig kamen, um auch den unerwartet starken Anstieg der Rohstoffkosten entgegenzuwirken. Heute sind immer noch 2 700 Mitarbeiter der Gesamtbelegschaft von 5200 Menschen in Deutschland für GROHE tätig. die Vorwürfe des Rückzugs aus dem Heimatmarkt stellten sich schnell als Polemik heraus. GROHE ist auch heute mit Abstand größter Arbeitgeber in der deutschen Sanitärindustrie.

Die Transformation von GROHE, die David Haines und sein Team einleitete, verhilft dem Unternehmen seit zweieinhalb Jahren zu wesentlich über dem Branchenschnitt liegenden Wachstumsraten und Zugewinnen bei Marktanteilen:

  • Produktentwicklung und Design wurden revitalisiert; inzwischen werden 40% des Umsatzes mit Produkten realisiert, die nicht älter als 3 Jahre sind.

  • Die Vertriebsstruktur wurde grundlegend reformiert und globalisiert. GROHE bearbeitet heute die internationalen Märkte aus 12 Vertriebsregionen heraus.

  • Die Produktion in den drei deutschen Werken wurde mit Investitionen von €24 Millionen in den Maschinenpark bei laufendem Betrieb auf modernste Standards umgestellt.

  • Durch international erfahrenes Managementtalent auf der ersten und zweiten Führungsebene verfügt GROHE nun über die Führungsqualitäten, das Unternehmen auf die zukünftigen Herausforderungen auszurichten.

  • Mit einer bis 2014 über zwei Anleihen gesicherten, soliden Finanzierung und einem vielfach verbesserten Cash Flow ist GROHE für den Konsolidierungsprozess der Sanitärbranche bestens gerüstet.

„Wir haben GROHE von Beginn an dabei unterstützt, in neue Produkte, Vertrieb und Produktion zu investieren, um so Wachstum, Ertrag und Wertsteigerung zu stimulieren“, so TPG-Partner Dr.Calice. Die Investoren entnahmen keine Dividende, steigerten die Investitionen massiv und standen dem Management bei seinem Expansionskurs stets zur Seite.

„Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern profitiert GROHE heute davon, frühzeitig Kostenprogramme aufgelegt und die Restrukturierung der Produktion eingeleitet zu haben. Wir sind heute besser aufgestellt und kraftvoller als jemals zuvor. Wir haben in weniger als drei Jahren aus einem deutschen Exporteur einen Global Player gemacht und so unseren Unternehmenswert deutlich gesteigert. Wir ernten jetzt die Früchte unserer Arbeit der letzten drei Jahre und geben GROHE wieder eine gesicherte Zukunft“, so CEO David J. Haines.