Mitgliederbereich Anmeldung Passwort vergessen?
BVK - Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V.

Pressemitteilungen 2006

BVK-Halbjahresstatistik 2006: Trotz Investitionszurückhaltung im zweiten Quartal schließt Halbjahr positiv ab

Trotz eines schwächeren zweiten Jahresquartals schließt der deutsche Beteiligungsmarkt ein positives erstes Halbjahr ab. Das gab der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) heute der Presse in Berlin bekannt.

Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr wurden mehr neue Mittel eingeworben und mehr investiert. Das Fundraising-Volumen deutscher Private Equity-Fonds stieg in den ersten sechs Jahresmonaten von 684,8 Mio. € (1. Halbjahr 2005) auf 846,3 Mio. €. Die Hälfte der Summe wurde bei institutionellen und privaten Investoren durch unabhängiges Fundraising eingeworben. Die Investitionen konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf 939,3 Mio. €  (760,9 Mio. €) gesteigert werden, und die Zahl der finanzierten Unternehmen wuchs von 457 auf 473. Die Abgänge überstiegen mit 813,3 Mio. € leicht das Volumen des Vorjahres (764,0 Mio. €).

 

Fundraising zeigt sich flau – Direktinvestitionen leicht erhöht
In schwacher Fundraising-Laune zeigte sich das zweite Jahresquartal. Mit einem Volumen von 293,2 Mio. € bewegte sich das Fundraising unter dem Volumen des Vorquartals (553,1 Mio. €) und erreichte den niedrigsten Wert seit dem ersten Quar¬tal 2005. „Derzeit sehen wir nur vereinzelte Closings bei kleineren Fonds, hoffen aber auf eine zunehmende Zahl bis zum Jahresende. Die geplante Unternehmenssteuerreform hat sicherlich hier schon Auswirkungen gezeigt“, sagte Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer des BVK e.V.

Besser schnitt das zweite Quartal in punkto Investitionstätigkeit ab: Mit 428,5 Mio. € in 276 Unternehmen blieb das Ergebnis zwar hinter dem Volumen des ersten Quartals zurück (510,8 Mio. €; 251 Unternehmen), erhöhte sich aber im Vergleich zum zweiten Quartal 2005 (353,7 Mio. €; 279 Unternehmen). Insgesamt stieg das Portfolio damit von April bis Juni 2006 auf 21,6 Mrd. € in 5.843 Unternehmen.

 

Seed-Bereich belebt sich wieder
Dem Volumen nach wichtigste Finanzierungsphase waren im ersten Halbjahr die Buy-outs. Trotz fehlender großer Transaktionen lag das Niveau dieser Investitionen mit 574,9 Mio. € (61,2 Prozent der Gesamtinvestitionen) dank einer anhaltend großen Zahl kleinerer Buy-outs um fast die Hälfte über dem Vorjahreswert von
394,5 Mio. €. Die Venture Capital-Investitionen blieben mit 364,4, Mio. € praktisch unverändert (1. Halbjahr 2005: 366,4 Mio. €). Das zweite Jahresquartal zeigte bei Seed- und Expansions-Finanzierungen positive Signale: Die Anzahl der Seed-Unternehmen verdoppelte sich gegenüber dem ersten Quartal auf 28. Die Expansionsfinanzierungen kräftigten sich deutlich auf 100,4 Mio. € in 121 Unternehmen (79,7 Mio. €; 103 Unternehmen).   „Dass der Seed-Bereich sich wiederbelebt, ist sicherlich den wachsenden Aktivitäten des High-Tech Gründerfonds und seiner Co-Investoren zuzuschreiben“, führt Frommann aus.

 

Exitkanal Börse zeigt Stärke
Im Unterschied zu den drei vorangegangenen Rekordquartalen gab es im zweiten Quartal 2006 keine größeren Unternehmensverkäufe über den M&A-Markt. Das Exit-Volumen lag mit 316,5 Mio. € um gut ein Drittel niedriger als im Vorquartal (496,9 Mio. €), übertraf aber das Vorjahresquartal (197,3 Mio. €). Wichtigste Exit-Kanäle waren Trade Sales und Buy-backs, die zusammen mehr als die Hälfte des Volumens beisteuerten. Allerdings sank die Anzahl der Trade Sales vom ersten zum zweiten Quartal 2006 von 24 auf 20 Stück. Neun mit Private Equity-finanzierte Unternehmen sind an die Börse ge¬gangen, vier davon in Deutschland und fünf im Ausland. Nahezu konstant entwi¬ckelten sich im zweiten Jahresquartal die Totalverluste (21,6 Mio. €; 37 Unternehmen) und machten nur noch 6,8 Prozent des Exit-Volumens aus.

Insgesamt überstiegen die Abgänge im ersten Halbjahr 2006 mit 813,3, Mio. € leicht das Volumen des Vorjahres (764,0 Mio. €). Es dominierten Trade Sales mit 28,6 Prozent, gefolgt von Divestments durch IPO und Aktienverkäufen mit 25,1 Prozent.

 

Die Aussichten
Was die weitere Entwicklung des deutschen Beteiligungsmarkts im Jahresverlauf angeht, erwartet der Branchenverband klare Signale von der Politik. Dazu BVK-Vorstandsmitglied Klaus-Michael Höltershinken: „Die Regierungskoalition hat in ihrem Koalitionsvertrag vom 11. Novem¬ber 2005 die Bedeutung von Beteiligungskapital erkannt und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Private Equity angekündigt. Die neuen Regierungspläne zur geplanten Besteuerung von Zinsen im Rahmen der Unternehmenssteuerreform führen jedoch zu einer Verteuerung von Investitionen, die fremdfinanziert sind. Davon sind alle Unternehmen negativ betroffen, auch unsere Branche würde dies hart treffen und die Entwicklung des Marktes deutlich hemmen.“ Höltershinken weiter: „Wir hoffen nicht, dass die im Rahmen der Mittelstandsinitiative angekündigten verbesserten Rahmenbedingungen für die Anlage von Vermögen in Private Equity einen herben Rückschlag erhalten. Private Equity hat für die volkswirtschaftliche Entwicklung Deutschlands einen hohen Stellenwert. Die Politik muss zu dem stehen, was in dem Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde und die Rahmenbedingungen attraktiver machen.“

 

DIE WICHTIGSTEN ERGEBNISSE DES ERSTEN HALBJAHRES

 

 

30.06.2005 = 1. HJ 2005

 

 

30.06.2006 = 1. HJ 2006

 

684,8 Mio. €

 

Fundraising

 

846,3 Mio. €

 

760,9 Mio. € in

 

457 Unternehmen

 

Investitionen

 

939,3 Mio. € in

 

473 Unternehmen

 

394,5 Mio. € in

 

38 Unternehmen

 

… davon Buy-outs

 

574,9 Mio. € in

 

51 Unternehmen

 

366,4 Mio. € in

 

419 Unternehmen

 

… davon Venture Capital

 

364,4 Mio. € in

 

422 Unternehmen

 

764,0 Mio. €

 

Exit-Volumen

 

813,3 Mio. €

 

107,4 Mio. €

 

… davon Totalverluste

 

55,3 Mio. €

 


Anmerkungen:

Terminologie
Beteiligungskapital oder Private Equity bezeichnet die Vergabe von Beteiligungs¬kapital an nicht börsennotierte Unternehmen in allen Unternehmensphasen, d. h. Venture Capital und Buy-outs. Venture Capital bezieht sich auf Early stage- (Früh¬phasenfinanzierung: Seed und Start up) und Later stage-(Expansions-) Finanzierung.


Pressekontakt:

Bundesverband Deutscher  
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)
 
Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer  
Reinhardtstraße 27c 
10117 Berlin 
Tel.: 0 30 / 30 69 82-0 
Fax: 0 30 / 30 69 82-20 
bvk@bvk-ev.de

www.bvk-ev.de


VOCATO public relations
Birgit Brabeck / Jessica Amthor
Bahnstraße 19
50858 Köln
Tel.: 0 22 34 / 6 01 98-18/-17
bbrabeck@vocato.com
jamthor@vocato.com


Über den BVK
Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern.

BVK iPhone App

Die iPhone App des BVK bietet Interessierten aktuelle Infos, Statistiken und Suchmöglichkeiten zum Thema Private Equity.

Available on the Appstore