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Jahresbericht 2010

1.    DER DEUTSCHE BETEILIGUNGSKAPITALMARKT 2010


1.1    Die Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften 2010


Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt hat 2010 deutlich an Stabilität gewonnen. Die Investitionen in Deutschland stiegen gegenüber dem Vorjahr um 59 % auf 4,44 Mrd. €. Rund 1.300 zumeist kleine und mittlere Unternehmen wurden mit Beteiligungskapital finanziert. Nachdem der Markt 2009 durch die Finanz-und Wirtschaftskrise nahezu zum Erliegen gekommen war, konnte das Investitionsniveau nun deutlich und nachhaltig gesteigert werden. Von den Rekordergebnissen aus 2007 bzw. 2008 ist der Markt gleichwohl noch weit entfernt.

Von den Investitionen in Deutschland wurden 3,11 Mrd. € von in Deutschland ansässigen Beteiligungsgesellschaften investiert, 1,33 Mio. € von Beteiligungsgesellschaften mit Sitz außerhalb Deutschlands. Beteiligungsgesellschaften mit Sitz in Deutschland haben wiederum 0,98 Mio. € in ausländische Unternehmen investiert. Damit haben sich die Auslandsinvestitionen deutscher Beteiligungsgesellschaften im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Insgesamt beliefen sich die Investitionen der in Deutschland ansässigen Beteiligungsgesellschaften auf 4,10 Mrd. €.

Investitionen – Vergleich Branchenstatistik und Marktstatistik


2009

2010


Mio. Euro

Unternehmen

Mio. Euro

Unternehmen

Marktstatistik





Investitionen

2.785

1.205

4.441

1.309

davon von deutschen Gesellschaften

2.065

1.140

3.115

1.257

Branchenstatistik





Investitionen

2.413

1.278

4.098

1.382

davon in Deutschland

2.065

1.140

3.115

1.257

davon im Ausland

348

138

984

125

Anmerkung: Die Branchenstatistik berücksichtigt alle in- und ausländischen Transaktionen der in Deutschland ansässigen Beteiligungsgesellschaften, die Marktstatistik alle Transaktionen bei deutschen Unternehmen, unabhängig vom Sitz der finanzierenden Beteiligungsgesellschaften.

Das Gros der Investitionen entfiel wie im Vorjahr auf Mehrheitsbeteiligungen (Buy-Outs). Das hier investierte Kapital summierte sich auf 2,52 Mrd. € - ein Anstieg um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Nachdem 2009 fast ausschließlich kleine Buy-Outs verzeichnet wurden, gab es 2010 auch wieder mehr größere Transaktionen, die maßgeblich zu dem Investitionsplus beigetragen haben. Während 2009 die Zurückhaltung der Banken, die unterschiedlichen Bewertungsvorstellungen von Käufern und Verkäufern sowie die unsicheren Zukunftsaussichten der Unternehmen noch viele Transaktionen scheitern ließen, hat sich die Lage 2010 zum Teil deutlich entspannt. Gerade die angesichts der Konjunkturerholung optimistischeren Geschäftsperspektiven eröffneten für Beteiligungsgesellschaften zahlreiche Chancen. So stiegen auch die mittelstandsorientierten Minderheitsbeteiligungen (Growth/Wachstumsfinanzierungen, Replacements, Turnaround) deutlich von 0,53 Mrd. € auf 1,26 Mrd. €. Auf unverändert niedrigem Niveau zeigt sich dagegen das Venture Capital-Segment, wo die Investitionen bei 0,65 Mrd. € verharrten. Innerhalb dieses Bereichs sanken die Frühphasen-Investitionen (Seed, Start-up) um 11 % auf 0,37 Mrd. €, wohingegen die Later Stage-Venture Capital-Investitionen um fast ein Viertel auf 0,29 Mrd. € zulegten.

Zwei Drittel aller Investitionen in Deutschland entfielen, getrieben von Buy-Outs und anderen größeren Einzeltransaktionen, auf Unternehmen aus den Branchen Unternehmens-/Industrieerzeugnisse (24 %), Konsumgüter/Handel (23 %) und Kommunikationstechnologie (20 %). Bezogen auf die Zahl der finanzierten Unternehmen lagen die Branchen Unternehmens-/Industrieerzeugnisse (229 Unternehmen), Unternehmens-/Industriedienstleistungen (218), Life Sciences (190) und Computer/Unterhaltungselektronik (187) im Fokus.

Das insgesamt verwaltete Kapital (Capital under Management) der erfassten Gesellschaften in Deutschland belief sich zum Jahresende 2010 auf 38,97 Mrd. € (2009: 36,53 Mrd. €).

Nachdem sich das Fundraising bereits 2009 schwierig gestaltet hatte, entsprach das Ergebnis 2010 den skeptischen Erwartungen aufgrund des immer noch schwierigen Fundraising-Umfelds. Die neu eingeworbenen Mittel lagen mit 0,93 Mrd. € nochmals 13 % unter dem schwachen Vorjahresergebnis (1,07 Mrd. €). Damit war das Fundraising deutscher Beteiligungsgesellschaften zuletzt 1996 so niedrig wie in den letzten beiden Jahren. Zumindest stieg im Vergleich zum Vorjahr der Anteil der durch unabhängiges Fundraising bei institutionellen und privaten Investoren eingeworbenen Mittel leicht von 0,68 Mrd. € auf 0,75 Mrd.  €.


1.2    Rahmenbedingungen


a) Professional Standards

Der BVK verfügt über umfassende Professional Standards, die der Selbstregulierung der Branche dienen. Die Branchenrichtlinien regeln das Verhältnis zwischen den drei wichtigsten Gruppen innerhalb der Private Equity-Branche - Private Equity-Gesellschaften, institutionelle Investoren und finanzierte Unternehmen - sowie zu außenstehenden Dritten. Alle BVK-Mitglieder sind aufgefordert, bei ihren Aktivitäten mit Unternehmen, Investoren und Dritten diese Professional Standards einzuhalten. Diese Branchenrichtlinien sind international anerkannt. Sie wurden unter Mitwirkung von Investoren und Portfoliounternehmen entwickelt und haben sich seitdem als europäischer Standard etabliert.
Die Professional Standards des BVK bestehen aus dem BVK-Verhaltenskodex, den BVK-Transparenz-Richtlinien sowie den anerkannten Richtlinien der European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA): Governing Principles (Richtlinien für die Private Equity-Manager), Reporting Guidelines (Regeln zur Berichterstattung), Corporate Governance Guidelines und International Private Equity and Venture Capital Valuation Guidelines (Bewertungsrichtlinien).

BVK-Verhaltenskodex

Der BVK-Verhaltenskodex wurde eingeführt, um die höchsten ethischen Standards in der deutschen Private Equity-Branche zu verankern. Jede Private Equity-Gesellschaft verpflichtet sich in ihrem Antrag auf Mitgliedschaft beim BVK, den Verhaltenskodex zu befolgen. Damit stellen sich die Private Equity-Gesellschaften und deren Mitarbeiter durch die Mitgliedschaft im BVK der Verantwortung, in einer Weise zu handeln, die ethisch korrekt ist und sich positiv auf die Reputation und die Interessen der Branche und der Beteiligten auswirkt.

Anerkannte Richtlinien

Der BVK anerkennt und übernimmt die folgenden Branchenrichtlinien der European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA) als maßgeblichen Richtlinienkatalog für die Tätigkeit deutscher Beteiligungsgesellschaften und empfiehlt seinen Mitgliedern die Einhaltung dieser international üblichen Branchenrichtlinien. Insbesondere bei der Zusammenarbeit mit internationalen Investoren und Unternehmen sind die EVCA-Richtlinien Governing Principles, Reporting Guidelines, Corporate Governance Guidelines und International Private Equity and Venture Capital Valuation Guidelines der weltweit geforderte und anerkannte Standard für Private Equity-Gesellschaften.


BVK-Transparenz-Richtlinien

Bereits im Oktober 2008 hatten die Mitglieder der BVK-Fachgruppe Large Buy-Out entschieden, ihre Kommunikation gegenüber der deutschen Öffentlichkeit gemäß eigenen Transparenz-Richtlinien in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung einheitlich zu handhaben. Diese Initiative wurde auf einstimmigen Beschluss der BVK-Mitgliederversammlung am 22.04.2009 für alle BVK-Mitglieder als verbindlich übernommen.


b) Rechtliche Rahmenbedingungen

In Deutschland existiert noch kein umfassendes Private Equity-Gesetz, das die Aktivitäten der Private Equity-Branche gesetzlich regelt. Vielmehr agieren Beteiligungsgesellschaften auf der Grundlage der handels- und gesellschaftrechtlichen Gesetzgebung. Spezialgesetze für Beteiligungsgesellschaften in Deutschland existieren nur für Teilbereiche des Marktes. Dies sind zum einen das Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) und zum anderen das im Sommer 2008 eingeführte Wagniskapitalbeteiligungsgesetz (WKBG), das durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG) geschaffen wurde. Das WKBG soll als Venture Capital-Gesetz einen gesetzlichen Rahmen für Beteiligungsgesellschaften bieten, die in junge Unternehmen und Unternehmensgründungen investieren. Damit wollte der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für die Eigenkapital- oder eigenkapitalnahe Finanzierung junger innovativer Unternehmen verbessern. Allerdings wurden Teile des MoRaKG im Herbst 2009 von der EU-Wettbewerbsaufsicht gestoppt, da nach Einschätzung der EU-Kommission Passagen des Gesetzes nicht mit den europäischen Binnenmarktvorschriften vereinbar sind. Dazu zählen die Regelungen zur Gewerbesteuerbefreiung bzw. Steuertransparenz von Wagniskapitalgesellschaften und die Ausnahmen bei der Behandlung der Verlustvorträge für die von Wagniskapitalbeteiligungsgesellschaften finanzierten Unternehmen. Das Gesetz ist zwar weiterhin in Kraft, aber aufgrund des Vetos der EU hat es seine Existenzberechtigung verloren und keine Relevanz mehr für die Branche.

Von zentraler Relevanz für diejenigen Beteiligungsgesellschaften, die eigene Fonds verwalten, sind diverse Verwaltungsanweisungen bzw. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen. Dazu gehören insbesondere der „Private Equity-Erlass“ vom 16.12.2003, der Kriterien festlegt, inwieweit ein deutscher Private Equity-Fonds als vermögensverwaltend oder gewerblich einzustufen ist, und ob er in Konsequenz als steuertransparent gilt. Daneben regeln zwei weitere BMF-Schreiben die Umsatzbesteuerung der Managementleistungen für die Geschäftsführung von Private Equity-Fonds. Laut Schreiben vom 23.12.2003 zur umsatzsteuerlichen Behandlung der Geschäftsführungs- und Vertretungsleistungen der Gesellschafter von Personengesellschaften fällt unter bestimmten Bedingungen keine Umsatzsteuer auf den Gewinnanteil des geschäftsführungsbefugten Gesellschafters an. Im Mai 2007 veröffentlichte das BMF ein weiteres Schreiben, das die Umsatzsteuerbarkeit von Geschäftsführungsleistungen eines Private Equity-Fonds vorsieht. Durch dieses Schreiben betreffend Leistungen zwischen Gesellschaft und Gesellschafter und betreffend Geschäftsführungs- und Vertretungsleistungen eines Gesellschafters werden Managementleistungen der Private Equity-Gesellschaften (Management GmbH) gegenüber ihren Fonds (Fonds KG) in jedem Fall der Umsatzsteuer unterworfen. Damit widersprach das Schreiben der bisherigen Praxis, die auf dem im Dezember 2003 veröffentlichten BMF-Schreiben basierte. Die Neuregelung gilt für alle deutschen Private Equity-Fonds, die ab dem 01.01.2009 gegründet wurden, und ist eine deutliche Verschärfung der Rahmenbedingungen für Private Equity. Da die Fonds in aller Regel selbst nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, führt die Belastung der Managementleistungen mit Umsatzsteuer zu einer Definitivbelastung der Fonds und somit zu einer Erhöhung der Verwaltungskosten.

Weitere Gesetze mit Relevanz zumindest für einen Teil der im BVK organisierten deutschen und ausländischen Beteiligungsgesellschaften sind das im Juni 2008 verabschiedete Risikobegrenzungsgesetz (RBG) und das novellierte Außenwirtschaftsgesetzes (AWG). Das Risikobegrenzungsgesetz regelt unter anderem die Gestaltung von Kredit- und Sicherungsverträgen sowie die Abtretung von Kreditforderungen. Zudem sind Änderungen bezüglich der Meldung von bedeutenden Beteiligungen an Unternehmen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und zur Unterrichtungspflicht gegenüber dem Wirtschaftsausschuss bzw. dem Betriebsrat sowie im Bereich der Namensaktien nach dem Aktiengesetz (AktG) eingeführt worden.

Im Zuge der Finanzkrise wurden auf EU-Ebene Stimmen laut, die eine stärkere Regulierung von Private Equity fordern. Federführend war hier die Sozialdemokratische Fraktion im EU-Parlament. Im April 2009 wurde deshalb von der EU-Kommission der Entwurf einer EU-Richtlinie zur Regulierung alternativer Investmentfondsmanager (Alternative Investment Fund Managers AIFM) vorgelegt. Der damalige Entwurf wurde von der europäischen Private Equity-Branche stark kritisiert, da er für Private Equity-Gesellschaften und ihre Portfoliounternehmen umfassende Belastungen vorsah. Die europäische Private Equity-Branche, darunter auch der BVK, stellte im Zuge der Diskussionen klar, dass sie sich nicht einer Regulierung verschließe, allerdings sollte diese wettbewerbsgerecht, angemessen und verhältnismäßig sein und keine ungerechtfertigte Benachteiligung der Branche einführen.

Nach umfassenden Diskussionen wurde der Entwurf im Jahresverlauf mehrmals überarbeitet, zuletzt von der zwischenzeitlichen spanischen und belgischen Ratspräsidentschaft. Im Rahmen des sogenannten Trilogs durch Europäische Kommission, Europäisches Parlament und Europäischen Rat fanden die beteiligten Institutionen letztendlich einen Kompromiss, so dass die Richtlinie am 11. November 2010 vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde. Der finale Richtlinientext legt nun unter anderem fest, wie Private Equity Manager künftig auf EU-Ebene reguliert werden. Die Regulierungsmaßnahmen umfassen Registrierungs- und Informationspflichten gegenüber den nationalen Aufsichtsbehörden sowie Mindestkapitalanforderungen und Bewertungsrichtlinien, die von den Fondsmanagern erfüllt werden müssen. Zudem wurden Veröffentlichungspflichten für bestimmte Private Equity-finanzierte Unternehmen festgelegt. Im Gegenzug wird es in Zukunft möglich sein, Private Equity-Fonds nach einheitlichen Binnenmarktregeln mit einem EU-Passport zu vermarkten.

Grundsätzlich wird die Richtlinie von der Private Equity-Branche begrüßt. Die Anwendung eines einheitlichen EU-Regelwerks anstelle von zahlreichen nationalen Systemen wird dem Anspruch des EU-Binnenmarktes gerecht. Trotzdem entsprechen nicht alle Regelungen dem Leitbild einer angemessenen und sachgerechten Regulierung.

Ab 2011 folgt das sogenannte Level 2-Verfahren, die Ausarbeitung der technischen Details unter Leitung der EU-Kommission. Das Mandat hierfür liegt allerdings bei der neugegründeten Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA), die dabei von nationalen Aufsichtsbehörden unterstützt wird. Das Ergebnis dieses Prozesses sind Umsetzungsmaßnahmen, die in Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Gleichzeitig begann mit Verabschiedung der Richtlinie deren Umsetzung in nationales Recht, wofür die Bundesregierung innerhalb von 2 Jahren verantwortlich ist.

Der BVK hofft, dass die Bundesregierung diese Gelegenheit nutzen wird, um den längst überfälligen Private Equity-Kapitalmarktrahmen einzuführen, der neben dem EU-harmonisierten Aufsichtsregime auch die steuerrechtliche Regulierung deutscher Private Equity-Fonds internationalen Maßstäben anpasst. Der BVK hat den gesamten AIFM-Prozess von Beginn an konstruktiv begleitet. Im nun laufenden Level 2-Verfahren und in den Diskussionen um die Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht wird sich der BVK weiterhin im Sinne der deutschen Private Equity-Branche einbringen.


2.    DER BVK 2010


2.1    Struktur und Organisation


2.1.1    Rechtliche Verhältnisse


Der BVK wurde am 29.01.1988 in Berlin gegründet. Am 08.12.1989 schloss er sich mit dem 1987 gegründeten Deutschen Venture Capital Verband (DVCV) e. V. zusammen unter dem Namen „Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Venture Capital Association e. V. (BVK)“. Auf der Mitgliederversammlung im Sommer 2004 wurde der Name erweitert. Er lautet seitdem: „Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften –German Private Equity and Venture Capital Association e. V. (BVK)“.

2.1.2    Mitgliederbewegung


Der BVK unterscheidet zwischen ordentlichen und assoziierten Mitgliedern.

Zum 31.12.2010 waren im BVK 218 ordentliche (Vorjahr: 215) und 103 assoziierte (Vorjahr: 95) Mitglieder zusammengeschlossen.

2.1.3    Vorstand


Dem Vorstand gehören seit der 22. ordentlichen Mitgliederversammlung vom 22.04.2010 in Berlin an:

Dr. Hanns Ostmeier (Präsident)
Dr. Ostmeier Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

Dr. Peter Terhart (Vorstandsvorsitzender)
Vorstand, S-REFIT AG Regionaler Finanzierungsfonds für Innovationen und Technologieunternehmen

Dr. Günther Niethammer (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
Partner/Geschäftsführer, Odewald & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH

Matthias Kues (Vorstand)
Sprecher der Geschäftsführung, Nord Holding Unternehmensbeteiligungsgesellschaft

Kurt Müller (Vorstand)
Partner, Target Partners GmbH

Dr. Andreas Rodin (Vorstand)
Partner, P+P Pöllath + Partners

Dr. Gerd-Rüdiger Steffen (Vorstand)
Geschäftsführer, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein GmbH

Dr. Helmut Vorndran (Vorstand)
Sprecher des Vorstands, Ventizz Capital Partners Advisory AG

2.1.4    Geschäftsstelle


Die Geschäftsstelle des BVK besteht seit dem 01.01.1990 in Berlin. Der BVK hat seinen Sitz in 10117 Berlin-Mitte, Reinhardtstr. 27c.

Seit dem 01.01.2008 ist Frau Dörte Höppner alleinige Geschäftsführerin des BVK.

Büroleiterin ist Frau Julia Elsner. Das Büro beschäftigt insgesamt 7 Mitarbeiter.


2.2    Die Aktivitäten des BVK


2.2.1    Politische Kommunikation


Die Politische Kommunikation ist einer der Hauptschwerpunkte der Verbandstätigkeit. Sie war 2010 nach wie vor stark durch die Bemühungen um eine angemessene und faire Regulierung der Branche im Rahmen der Diskussionen um die AIFM-Richtlinie geprägt. Der BVK begleitete die diversen Etappen der Erstellung eines Gesetzesentwurfes und führte regelmäßig Gespräche mit verantwortlichen Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel.

a) Private Equity Gesetz / Kapitalmarktrahmen

Der BVK setzt sich seit über zwei Jahren für ein einheitliches Private Equity-Gesetz für die gesamte Branche ein, mit dem deutsche Beteiligungsgesellschaften auf europäischer Ebene wettbewerbsfähig werden. Der Versuch, die Rahmenbedingungen mit dem Gesetz zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG) und die Einführung des Wagniskapitalbeteiligungsgesetzes (WKBG) voranzubringen, muss jedoch als gescheitert betrachtet werden. Wesentliche Elemente des WKBG sind durch die EU-Kommission im Zuge eines Beihilfeverfahrens gestoppt worden. Zudem adressierte das Gesetz mit dem Venture Capital-Bereich nur ein Teilsegment des Marktes. Der BVK fordert im Namen der deutschen Private Equity-Branche und der kleinen und mittleren Unternehmen, in einem Neuanlauf ein umfassendes Konzept zur Regulierung von Private Equity in Angriff zu nehmen, das sowohl steuerliche als auch aufsichtsrechtliche Aspekte beinhaltet und die verschiedenen Ebenen des Private Equity-Modells regelt.

Bereits im Vorfeld der Bundestagswahl hatte der BVK den „Vorschlag zur Schaffung eines Kapitalmarktrahmens für die Regulierung von Private Equity in Deutschland in der Legislaturperiode 2009­2013“ vorgelegt. Darin wurde dargestellt, wie Deutschland im internationalen Wettbewerb um die besten Rahmenbedingungen wieder Anschluss finden könnte und damit die Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen in der kommenden Legislaturperiode verbessert werden könnten.

Der BVK-Vorschlag für einen Private Equity-Kapitalmarktrahmen bildet die Grundlage für unsere Diskussionen über die gesetzliche Verankerung von Private Equity in Deutschland im Rahmen der Umsetzung der AIFM-Richtlinie.

b) AIFM-Richtlinie

Der BVK begleitet im Rahmen des Public Affairs Executive (PAE) der europäischen Private Equity-Branche diesen Prozess intensiv. Zu allen Entscheidungsträgern im Parlament und den Ministerien bestehen Kontakte und ein regelmäßiger Austausch zu den einzelnen Themen. Der BVK vertritt dabei die Interessen aller Marktsegmente – vom Frühphasenfinanzierer bis zu den internationalen Fonds – und Fonds aller Rechtsformen.

2.2.2    Politische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit


Ziel der Kommunikationsstrategie des BVK ist die Schaffung eines besseren Verständnisses über Private Equity bei den Zielgruppen des BVK, und in einem zweiten Schritt die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für die Branche. Voraussetzung für die Erreichung dieser Ziele ist eine systematische Branchenkommunikation, die der BVK gemeinsam mit seinen Mitgliedern vorantreibt. Dabei geht es insbesondere um einen intensiven Austausch mit der Politik. Die Zielgruppen des BVK sind neben der Politik auch die Wirtschaft, Gewerkschaften, institutionelle Investoren, potentielle Mitglieder, Medien und die an Private Equity interessierte Öffentlichkeit.

Die Maßnahmen, um die oben genannten Ziele zu erreichen, sind vielfältig. Im Mittelpunkt steht der regelmäßige Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Aufbau von Kontakten zu Vertretern des Bundeskanzleramtes, des Bundespräsidialamtes, des Bundestages sowie der relevanten Bundesministerien. Auf europäischer Ebene adressieren wir vor allem die deutschen Vertreter des Europäischen Parlaments und Vertreter der Europäischen Kommission.




a) Veranstaltungen

Ebenso zentral sind neue Veranstaltungsformate, in denen wir das Thema Private Equity zielgruppengerecht aufbereiten und verschiedenen Teilnehmerkreisen vermitteln. Diese Informationsveranstaltungen haben Seminarcharakter, um sicherzugehen, dass die Inhalte verständlich kommuniziert werden. So führte der BVK 2010 in Berlin Informationsveranstaltungen für Politiker über Private Equity durch. Um den wissenschaftlichen Diskurs über Beteiligungskapital in Deutschland zu fördern und weiter anzuregen, veranstaltete der BVK 2010 erstmals ein wissenschaftliches Kolloquium. Detaillierte Berichte zu allen BVK-Veranstaltungsformaten finden Sie unter 2.2.5 und 2.2.6 IX.

b) Publikationen

Mit dem „BVK Politik Brief“ wurde bereits 2009 ein zentrales Kommunikations-Format für die BVK-Mitglieder geschaffen. In diesem exklusiven politischen Newsletter informieren wir nun im zweiten Jahr wöchentlich aktuell über Entwicklungen und Trends der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie relevante Politikthemen für die Private Equity-Branche. Der BVK Politik Brief erscheint in deutscher und englischer Sprache und wird per E-Mail verschickt. Im Mitgliederbereich der BVK-Website kann er im „Politik Portal“ eingesehen werden. Dort findet man alle für die Private Equity-Branche relevanten Informationen zur Wirtschafts- und Finanzpolitik in Deutschland und auf europäischer Ebene, d.h. Termine sowie alle Dokumente der laufenden und bereits beschlossenen Private Equity-relevanten Gesetzes- und Verwaltungsvorhaben (Gesetzesentwürfe, Stellungnahmen, Gutachten etc. sowie Kommentare zum politischen Geschehen in Berlin und Brüssel). Die Rubrik wird fortlaufend aktualisiert.

Neben den BVK Nachrichten und dem Politik Brief für die Mitglieder gibt es seit 2008 zwei weitere für die externe Kommunikation zentrale Newsletterformate: An die Zielgruppe Politik richtet sich der „Private Equity Brief“. Der vierseitige Newsletter erscheint seit Juni 2008 im Zweimonatstakt. In kurzen Artikeln und Beiträgen informieren wir über aktuelle Entwicklungen unserer Branche, liefern Zahlen & Fakten und stellen Private Equity anhand positiver Investitionsbeispiele dar.

An die Zielgruppe der institutionellen Investoren richtet sich der "Private Equity Investor Brief". Er erscheint zwei Mal jährlich und wird an rund 10.000 Adressaten weltweit verschickt. Er behandelt alle Private Equity-relevanten Themen, die für institutionelle Investoren von Bedeutung sind. Hintergrund des Newsletters ist, dass es bei institutionellen Investoren immer noch zahlreiche Informationsdefizite über die Performance deutscher Fonds gibt.

c) Pressearbeit

Die Pressearbeit wurde 2010 weiter intensiviert. Neben regelmäßigen persönlichen Gesprächen mit Journalisten, den Pressemitteilungen, Pressegesprächen und -konferenzen führte der BVK im Rahmen der SuperReturn 2010 zum dritten Mal ein Presse-Dinner mit Vertretern der Private Equity-Branche durch. Anlässlich des „Scientific Private Equity Colloquium
with Professor Josh Lerner, Harvard Business School“ des BVK organisierte der Verband im Juni 2010 ein Pressegespräch zum Thema Beteiligungskapital aus wissenschaftlicher Sicht in Hamburg. Auch künftig wird es in regelmäßigen Abständen solche oder ähnliche Formate für Journalisten geben.


d) Mitgliederkommunikation

Die Kommunikation für und mit unseren Mitgliedern ist uns sehr wichtig. Um zu erfahren, wie zufrieden unsere Mitglieder mit der Kommunikation des Verbandes sind und welche Anregungen und Änderungsvorschlägen es gibt, haben wir auch 2010 wieder eine Mitgliederbefragung durchgeführt, die erneut sehr positiv ausfiel.

Ein weiteres Angebot an die Mitglieder ist die inzwischen auf mehr als 50 Fälle angewachsene Case Study-Sammlung, die auch auf unseren Websites www.bvkap.de und www.wir-investieren.de zu finden ist. Alle Mitglieder können ihre Fallbeispiele bei uns einreichen und wir publizieren sie online. Thematisch sortiert werden ausgewählte Fallstudien zudem in Publikationen veröffentlicht. So ist 2010 die deutschsprachige Broschüre „Wachstum durch Beteiligungskapital“ und die englischsprachige Publikation „Private Equity: Creating Value“ erschienen. Sie enthalten Fallstudien aus allen Segmenten und geben somit einen Überblick über das Geschäft der Beteiligungsgesellschaften in Deutschland.

2010 hat der BVK eine neue Imagebroschüre erstellt. Diese ist in deutscher und englischer Sprache erschienen und informiert über die Arbeit des BVK, seine Zielgruppen, die Kommunikation und das Leistungsangebot.  

Regelmäßig erscheinende Informationsbriefe berichten über wichtige Entwicklungen und Ereignisse der Private Equity-Branche und informieren die Mitglieder über die Arbeit der Geschäftsstelle und des Vorstandes.

2.2.3    22. Ordentliche Mitgliederversammlung


Die 22. Ordentliche Mitgliederversammlung fand am 22.04.2010 in Berlin statt.
Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Peter Terhart, berichtete über die Schwerpunkte der Arbeit im Berichtszeitraum. Nach den Regularien (Genehmigung der Jahresrechnung 2009, Genehmigung des Haushaltsplanes 2010, Bestellung des Abschlussprüfers) endete die Mitgliederversammlung.

2.2.4    Fachgruppen, Beiräte und andere Gremien


2010 wurden zahlreiche verbandsinterne Veranstaltungen durchgeführt, die bei den Mitgliedern auf große Resonanz stießen:

I.    Fachgruppen    

Ein bis zwei Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Fachgruppen des BVK, um sich über aktuelle Branchenentwicklungen in ihrem jeweiligen Bereich auszutauschen und der Geschäftsstelle des BVK Anregungen für die Verbandsarbeit zu geben. Die Rückkopplung ist Voraussetzung, um die Interessen der Mitglieder gegenüber der Öffentlichkeit vertreten zu können. Auf allen Fachgruppensitzungen berichtet der BVK über seine Aktivitäten und stellt dar, wie er die spezifischen Interessen der Fachgruppen vertritt bzw. vertreten will.

I.1    Fachgruppe Venture Capital

Die Fachgruppe Venture Capital unter der Leitung der Herren Dr. Peter Terhart und Kurt Müller behandelte auf ihren beiden Sitzungen im Jahr 2010 u.a. folgende Themen:
    
-    Geplantes BMWi-Programm zur Risikoabsicherung für institutionelle Investoren
-    Präsentationen von Mitgliedern, darunter der Open Sky Technologies Fund
-    BVK-Gespräche mit KfW und BMWi
-    Fusionskontrolle bei Venture Capital-Finanzierungen – Regelungen im Kartellrecht


I.2    Fachgruppe Mittelstand

Die Fachgruppe Mittelstand unter der Leitung von Herrn Dr. Niethammer beschäftigte sich auf ihren Sitzungen u.a. mit folgenden Themen:

-    Minderheitsbeteiligungen für Private Equity-Investoren
-    Fremdkapitalvergabe und Finanzrestrukturierung in Distressed Buy-Outs
-    Aktuelle Tendenzen in der Bankenfinanzierung von Private Equity-Transaktionen
-    Factoring als Baustein zur Optimierung des Working Capital

In Fachgruppen übergreifenden Sitzungen wurden folgende Themen erörtert:

-    Vorstellung des Private Equity Stifterkreises – eine neue Initiative des BVK
-    Regulierung von Private Equity in Deutschland und Europa: Stand der politischen Diskussion
-    Fundraising: Neue Entwicklungen im Bereich Terms & Conditions
-    Exit-Chancen für PE-Gesellschaften
-    Die neue Regulierung von Private Equity in Europa: Die einzelnen Regulierungsbereiche von AIFM und die Konsequenzen für deutsche Beteiligungsgesellschaften


I.3    Fachgruppe Mittelständische Beteiligungsgesellschaften

Die Fachgruppe Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBGen) unter der Leitung von Herrn Dr. Gerd-Rüdiger Steffen beschäftigte sich auf ihrer Sitzung mit folgenden Themen:

-    Einführung einer MBG-Quartalsstatistik
-    KfW-Beteiligungsfinanzierung
-    Eigenkapitalverstärkung der MBGen
-    Verlängerung von Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II
-    Kombiprodukt Bürgschaften/Beteiligungen
-    Geschäftsentwicklung in den Ländern

I.4    Fachgruppe Large Buy-Out

Die Fachgruppe Large Buy-Out unter der Leitung von Herrn Dr. Hanns Ostmeier hatte folgende Arbeitsschwerpunkte:

-    AIFM-Diskussion: pan-europäische Initiative der Large Buy-Out-Gesellschaften
-    Umsetzung der 2008 eingeführten Transparenzrichtlinien der Fachgruppe LBO
-    Aktualisierung der Unternehmensdatenbank der Fachgruppe

II.    Beiräte

II.1    BVK-Beirat

Seit dem Jahr 2007 hat der BVK einen Beirat, der sich aus namhaften Persönlichkeiten der Private Equity-Branche und ihrem Umfeld zusammensetzt, der dem Verband unterstützend und beratend zur Seite steht.

Mitglieder sind die Herren Thomas U.W. Pütter (Vorsitzender der Geschäftsführung von Allianz Capital Partners GmbH), Ludolf von Wartenberg (Präsidiumsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI)), Albrecht Hertz-Eichenrode (Vorstandsvorsitzender Hannover Finanz GmbH), Dr. Hanns Ostmeier (Präsident des BVK), Dr. Peter Terhart (Vorstandsvorsitzender des BVK und Vorstand der S-REFIT AG Regionaler Finanzierungsfonds für Innovationen und Technologieunternehmen) sowie seit September 2009 Herr Rolf C. Dienst (General Partner der Wellington Partners GmbH).

II.2    Rechtsbeirat

Der Rechtsbeirat entstand aus der früheren BVK-Arbeitsgruppe Recht & Steuern. Aufgabe des Rechtsbeirates ist die Beratung und Begleitung des BVK-Vorstands in allen rechtlichen und insbesondere steuerrechtlichen Angelegenheiten im Rahmen der Lobbying-Aktivitäten des BVK. Geleitet wird der Rechtsbeirat von dem jeweils amtierenden Vertreter der assoziierten Mitglieder im Vorstand. Der Rechtsbeirat setzt sich derzeit aus 16 Vertretern von überwiegend assoziierten BVK-Mitgliedern und der BVK-Geschäftsführung zusammen.

Die vom Rechtsbeirat geleistete Arbeit ist für die politische Kommunikation des Verbandes von unermesslichem Wert. Der große Erfahrungsschatz der Mitglieder des Beirates ermöglicht dem BVK eine sachgerechte und professionelle politische Kommunikation bei allen politischen Entscheidungsträgern.

Der Rechtsbeirat unter der Leitung von Herrn Dr. Andreas Rodin beschäftigte sich auf seinen drei Sitzungen im Jahr 2010 u.a. mit folgenden Themen:

-    AIFM-Richtlinie und ihre Umsetzung in nationales Recht
-    Umgang mit steuerlichen Themen bei Betriebsprüfungen
-    Förderung von Venture Capital
-    Anlageverordnung
-    Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGen) im BVK
-    Kartellrechtliche Fragestellungen bei Venture Capital-Finanzierungen
-    Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen
-    Anlegerschutzverbesserungsgesetz

II.3    Wissenschaftlicher Beirat

Ziel des Wissenschaftlichen Beirates ist die Begleitung der wissenschaftlichen Aktivitäten des BVK und die Sicherstellung ihrer Qualität. Der Wissenschaftliche Beirat tauscht sich regelmäßig mit dem Verband zu aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen aus.

Mitglieder sind die Herren Prof. Dr. Wolfgang Berens (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling, Universität Münster), Prof. Dr. Bernhard Schwetzler (WestLB Chair of Finance, HHL – Leipzig Graduate School of Management) und Prof. Jörg Rocholl, PhD (Associate Professor, ESMT Berlin).

Mit Unterstützung des Wissenschaftlichen Beirats veranstaltete der BVK am 24. Juni 2010 ein Private Equity-Kolloquium mit dem Gastredner Josh Lerner, Professor der Harvard Business School und der weltweit wohl renommierteste Private Equity-Wissenschaftler (Vgl. auch 2.2.6 IX).

III.    Andere Gremien

III.1    Weiterbildung

Für den Bereich Weiterbildung zeichnet Herr Dr. Peter Terhart, Vorstandsvorsitzender des BVK, verantwortlich. Er wird unterstützt von einem Expertenteam, dem die Herren Prof. Michael Groß, Jürgen von Wendorff (Hannover Finanz) und Sonnfried Weber (BayBG) angehören. Ziel ist es, den Mitgliedern Seminare rund um das Thema Private Equity anzubieten und so einen Beitrag zur Qualifizierung der Branche zu liefern.    

Es wurden 2 Weiterbildungsseminare und ein Praxisseminar durchgeführt, die auf große Resonanz stießen:

Weiterbildungsseminare

1.    Seminar in Kooperation mit der HHL Leipzig Graduate School of Management
„Unternehmensbewertung: Art or Science“ in Leipzig

Themenschwerpunkte waren:
-    Transaktionsbezogene Bewertung (Discounted Cash flow – Bewertung und Multiple-Bewertung
-    Rechnungslegung und Unternehmensbewertung (Bewertung von Portfoliogesellschaften

2.    Ein MBG-Seminar für Firmenkunden- und Beteiligungsmanager/-innen sowie Projekt- und Investmentmanager/-innen der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften in Berlin Themenschwerpunkte waren:

    -    Kooperationen mit High-Tech Gründerfonds und ERP-Startfonds
    -    Offene Beteiligungen
    -    Co-Investments mit VC- und PE-Gesellschaften
    -    Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit von MBGen auch als Vertriebsmedium

Der BVK wird künftig Weiterbildungs-/Qualifizierungsseminare auch in enger Kooperation mit einer deutschen Hochschule bzw. einer auf Weiterbildungsangebote spezialisierten Service-GmbH einer deutschen Hochschule ausrichten. Das extern konzipierte und organisierte Weiterbildungsangebot tritt an die Stelle des internen Schulungsprogramms des BVK. Ein Seminarangebot sollte sich daher in erster Linie an den Weiterbildungsbedürfnissen der BVK-Mitglieder und der Branche orientieren. Ziel des Verbandes ist es, sein Weiterbildungsangebot dauerhaft in einem wissenschaftlichen Umfeld zu verankern, wobei nach wie vor ein starker Bezug zur Praxis gegeben sein sollte. In einem Auswahlverfahren wurde das Executive Education Center der TUM School of Management als Kooperationspartner gewonnen. Mit der Weiterbildungseinrichtung der Technischen Universität München hat der Verband im Herbst 2010 das Programm für das „Private Equity-Seminar 2011“ konzipiert. Das Seminar findet am 17./18. März 2011 in Bayern statt.

Praxisseminar

Anlassbezogen richtet der BVK sogenannte Praxisseminare aus, bei denen BVK-Mitglieder über aktuelle Branchenthemen oder Regulierungsvorgänge auf politischer Ebene hintergründig informiert werden.

In Frankfurt am Main veranstaltete der Verband im Juni 2010 das „BVK-Praxisseminar zur AIFM-Regulierung“. Im Rahmen des eintägigen Seminars informierte der Verband gemeinsam mit Vertretern der Kanzleien P+P Pöllath + Partners, SJ Berwin LLP, Latham & Watkins LLP, Linklaters LLP und dem EVP-Europaabgeordneten Burkhard Balz BVK-Mitglieder darüber, welche konkreten Anforderungen sich eines Tages aus der EU-Richtline zur Regulierung alternativer Investmentfonds-Manager (AIFM) für die Private Equity-Branche in Deutschland ergeben.


III.2    Stifterkreis
Im Oktober 2010 rief der Verband den BVK-Stifterkreis ins Leben. Leiter dieser Arbeitsgruppe im BVK ist Dr. Hanns Ostmeier.
Mit Gründung des Stifterkreises will der BVK der auch in Deutschland immer stärker eingeforderten Bereitschaft von Unternehmen, sich jenseits ihres unmittelbaren wirtschaftlichen Tätigkeitsfeldes sozial verantwortlich zu engagieren, aufgreifen und in den Verband integrieren. Für die in Deutschland tätigen Kapitalbeteiligungsgesellschaften bietet der Stifterkreis hierzu eine Branchenplattform an.
Den Mitgliedern des Stifterkreises wird ermöglicht, konkrete Projekte zu fördern, die junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen. Dahinter steht die Überzeugung, dass jeder Jugendliche in Deutschland so ausgebildet werden sollte, dass er auch einen seinen persönlichen Möglichkeiten entsprechenden Beruf ergreifen kann. Über den Stifterkreis wird eine Co-Finanzierung von derartigen Projekten in Deutschland ermöglicht, die von der Private Equity Foundation - kurz PEF - ausgewählt, evaluiert, gefördert und begleitet werden. Einzelne Projektkosten werden dann von Mitgliedern der Private Equity Foundation separat bereitgestellt.

III.3    Cleantech-Initiative

In der Cleantech-Initiative haben sich BVK-Mitglieder zusammengeschlossen, die in dieser Branche besonders aktiv sind. Arbeitsschwerpunkte der Gruppe waren die Mitarbeit bei der Erstellung der BVK-Publikation „Grüne Technologie in Deutschland – Mit Private Equity auf Wachstumskurs“ und die Unterstützung einer gemeinsamen Projektgruppe mit dem Finanzforum Klimawandel mit dem Ziel zusammen mit dem Bundesforschungsministerium ein Fondskonstrukt zu entwickeln, dass Private Equity-Investitionen in deutsche Cleantech-Unternehmen unterstützt.


2.2.5    Veranstaltungen


I.    Deutscher Eigenkapitaltag des BVK

Als größte und wichtigste Jahresveranstaltung des BVK fand am 22.04.2010 zum elften Mal der Deutsche Eigenkapitaltag statt. Auf dem Deutschen Eigenkapitaltag diskutiert der BVK mit seinen Gästen und den Verbandsmitgliedern alljährlich aktuelle Themen und Herausforderungen für die Private Equity-Branche in Deutschland. 2010 kamen auf dem Eigenkapitaltag, der im Berliner „ewerk“ stattfand, rund 290 BVK-Mitglieder und Gäste aus Politik, Wirtschaft, Finanzen, Wissenschaft und Medien zusammen. Hans-Joachim Otto, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, der den Bundeswirtschaftsminister vertrat, sprach in seiner Eröffnungsrede über die Strategie der Bundesregierung zur Unternehmensfinanzierungsförderung. Der CDU-Europaabgeordnete und stellvertretende Koordinator der EVP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie des Europäischen Parlaments, Burkhard Balz, stellte in seiner Rede auf dem Eigenkapitaltag den aktuellen Stand der europäischen Finanzmarktregulierung vor. Im Rahmen der politischen Paneldiskussion am Vormittag des Konferenztages diskutierte der BVK gemeinsam mit MdB Leo Dautzenberg, dem Finanzpolitischen Sprecher der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Dirk Notheis, Vorsitzender des Vorstands der Morgan Stanley Bank AG, und Frank Gerstenschläger, Mitglied des Vorstands der Deutsche Börse AG, über die Bedeutung von Eigenkapital für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die hiesige Eigenkapitalkultur. Eine englischsprachige Podiumsrunde am Nachmittag stellte die Perspektive der Investoren bei Private Equity-Investitionen in Deutschland vor – der BVK diskutierte hier mit Mats Andersson, CEO des Fourth Swedish National Pension Fund (AP4), Britta Lindhorst, Geschäftsführerin der Generali Private Equity GmbH, Daniela Konrath, Partnerin der Pantheon Venture Ltd., und Sonya Pauls, Partnerin der SJ Berwin LLP. Professor Jörg Rocholl von der European School of Management analysierte in seiner Keynote-Rede unterschiedliche Gründerkulturen und widmete sich zudem der Frage, ob Unternehmensgründer in Deutschland optimale Rahmenbedingungen vorfinden. Der Eigenkapitaltag dient der Branche und den politischen Entscheidungsträgern als konstruktive Dialogplattform. Im Hinblick auf die bessere Erreichbarkeit der Politik wird der Deutsche Eigenkapitaltag stets in Berlin veranstaltet.

II.    BVK Private Equity-Dinner

Die Reihe „BVK Private Equity-Dinner“ wurde erfolgreich fortgesetzt. Nach einem Vortrag von einem Vertreter aus Politik oder der Wirtschaft zu aktuellen Themen haben Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen dieses Formats intensives Networking zu betreiben. Auf dem Private Equity-Dinner 2010 sprach der Bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) über aktuelle Entwicklungen in der Finanzmarktregulierung und deren Auswirkung auf die deutsche Private Equity-Branche. Das Private Equity-Dinner findet seit 2010 nur noch einmal jährlich im Herbst statt, da im Frühjahr – im Anschluss an den Eigenkapitaltag – eine große Dinner-Party des BVK veranstaltet wird.

III.    Regionale Treffen der BVK-Mitglieder

Um über seine aktuellen Verbandsaktivitäten zu informieren, lädt der BVK Mitglieder zu regionalen Treffen ein. Weiteres Ziel dieses Veranstaltungsformats, das sich sowohl an ordentliche als auch assoziierte Mitglieder richtet, ist es, Anliegen und Anregungen der Mitglieder zu diskutieren, um neue Impulse für die Verbandsarbeit zu erhalten. Regionale Mitgliedertreffen fanden 2010 in Frankfurt am Main, Düsseldorf, Berlin und Hamburg statt.

IV.    GP-Lunches des BVK

Der BVK führte 2010 ein neues Veranstaltungsformat ein - GP-Lunches. Dieses Format richtet sich nur an ordentliche Mitglieder und dient dem Ziel, die Zusammenarbeit und das Networking der im BVK vertretenen Beteiligungsgesellschaften in einem informellen Rahmen zu fördern. Stationen 2010 waren Frankfurt am Main und Hamburg.

V.    BVK Journalistenpreis

Der BVK Journalistenpreis wurde im September 2010 in Frankfurt am Main zum dritten Mal verliehen. Mit dem Preis werden jährlich journalistische Berichte, Reportagen, Dokumen-tationen, Essays oder das journalistische Gesamtwerk gewürdigt und ausgezeichnet, die sich mit dem Thema Private Equity auseinandersetzen und dazu beitragen, einem breiteren Publikum ein tieferes Verständnis dieses Themas zu ermöglichen. Der BVK Journalistenpreis wird in den vier Kategorien Tageszeitungen und Nachrichtenagenturen, Magazine und Wochenzeitungen, TV und Hörfunk sowie Online vergeben.

Jurymitglieder des Jahres 2010 waren:
-    Hauke Reimer, Ressortleiter Geld & Börse, WirtschaftsWoche
-    Sven Scheffler, Chefredakteur Handelsblatt Online
-    Sigmund Gottlieb, Chefredakteur Bayerisches Fernsehen
-    Jörg Eigendorf, Chefreporter Investigativteam und Mitglied der Chefredaktion, Welt-Gruppe
-    Dörte Höppner, Geschäftsführerin BVK.

Der Journalistenpreis 2010 wurde in der Kategorie Tageszeitungen und Nachrichtenagenturen an die Welt-Journalisten Frank Seidlitz und Danuta Szarek vergeben. Die in München arbeitenden Wirtschaftsjournalisten Jens Hartmann und Jan Hildebrand haben den Preis in der Kategorie Magazine und Wochenzeitungen für ihren in der "Welt am Sonntag" erschienenen Beitrag "Gestörte Verbindung" gewonnen. Erstmals zeichnete die Jury auch einen Online-Journalisten aus: Johannes Bockenheimer erhielt den Preis für seinen Beitrag "Entdeckung der Sanftheit", den das Newsportal sueddeutsche.de im März 2010 veröffentlicht hatte. Der Preis wurde im Rahmen eines Gala-Abends mit Gästen aus der Medien-, der Private-Equity- und der Finanzbranche verliehen.

VI.    BVK-Roadshows

Die erfolgreichen „BVK-Roadshows“ mit Politikern waren auch im Jahr 2010 ein Thema. Hierbei werden regelmäßig Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker zu Private Equity-finanzierten Gesellschaften in ihren jeweiligen Wahlkreis eingeladen. Der zuständige Partner der Private Equity-Gesellschaft stellt sich zusammen mit dem Management der Firma vor. Die Politiker erleben somit direkt, welchen Einfluss Private Equity auf die Unternehmen in ihrem Umfeld hat.
Im September 2010 besuchte Peter Simon, MdEP, die MWM GmbH, ein Portfoliounternehmen der 3i Deutschland GmbH.

VII.    Internationale Roadshows

Der BVK führt seit 2009 internationale Roadshows für institutionelle Investoren durch.

Mit seiner neuen Veranstaltungsreihe bezweckt der Verband

1)    institutionelle Investoren (LPs) über aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem deutschen Kapitalbeteiligungsmarkt zu informieren und für die Anlageklasse deutsches Private Equity zu werben,
2)    für seine Mitgliedsgesellschaften ein Netzwerk weltweiter Investorenkontakte aufzubauen,
3)    für seine Mitgliedsgesellschaften ein internationales GP-Netzwerk aufzubauen.

2010 hat der BVK eine internationale Roadshow für institutionelle Investoren erstmals als Delegationsreise konzipiert. Die Veranstaltung fand Mitte Januar 2011 im Rahmen des Asian Financial Forum 2011, einer der wichtigsten Konferenzplattformen der asiatischen Finanz- und Wirtschaftswelt, statt. Auch kooperierte der BVK, vermittelt über das Auswärtige Amt, erneut mit der Deutschen Botschaft Tokyo. So organisierte der BVK in 2010 eine Roadshow für japanische institutionelle Investoren, die am 20. Januar 2011 im Atrium der Deutschen Botschaft Tokyo stattfand.

Internationale Roadshows für institutionelle Investoren wird der BVK auch künftig als Delegationsreise für ordentliche BVK-Mitglieder anbieten, bei denen das Format auf große Wertschätzung stieß. Geplant sind internationale Roadshows nach Asien und ggf. auch in den Nahen Osten.

VIII.    Informationsveranstaltungen über Private Equity für die Politik

2010 führte der BVK in Berlin Informationsgespräche über Private Equity durch mit dem Ziel, bei Politikern und deren Fachreferenten sowie Ministeriumsvertretern die Funktion von Private Equity an konkreten Fallbeispielen zu erläutern, den Nutzen von Beteiligungskapital für das deutsche wie europäische Wirtschaftswachstum hervorzuheben und für angemessene und zielgerichtete Rahmenbedingungen zu werben.

Ein Private Equity-Seminar, das sich mit der Frage der Steuertransparenz beschäftigte, führte der BVK im Frühjahr 2010 für den SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding und sein Team in Berlin durch. Des Weiteren veranstalte der BVK im Herbst 2010 ein Private Equity-Informationsgespräch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie die Finanz- und Wirtschaftsreferentinnen und -referenten der Landesvertretungen, ebenfalls in Berlin.

IX.    Weitere Konferenzen und Kooperationspartnerschaften

Im Jahr 2010 haben Vorstand und Geschäftsführung des BVK wieder an zahlreichen Konferenzen, Tagungen, Seminaren und Workshops mitgewirkt und so dazu beigetragen, die Bekanntheit des Produktes Private Equity zu fördern. Die Bedeutung des Verbandes auch über die nationalen Grenzen hinaus und die zunehmende Globalisierung des Beteiligungsmarktes spiegeln sich in der zunehmenden Teilnahme des BVK an pan-europäischen und internationalen Konferenzen und dem Aufbau internationaler GP- und LP-Netzwerke wider.

Der BVK fungierte als Kooperationspartner u.a. bei folgenden Veranstaltungen:

-    Deutsches Eigenkapitalforum, Frühjahr und Herbst (KfW/Deutsche Börse Group)
-    Handelsblatt Jahrestagung
-    4. Private Equity-Konferenz NRW
-    SuperReturn 2010
-    Charité Entrepreneurial Summit 2010
-    BM&A-Konferenz „2010 LBO’s Reloaded“
-    vbw Roadshow Wachstumsfinanzierung
-    M&A und Private Equity-Konferenz (Frankfurt School of Finance and Management)
-    Gründerkongress Multimedia 2010 (BMWi)
-    Campus for Finance - Private Equity Conference (WHU)


2.2.6    Statistik und Publikationen


I.    Statistik

Die vierteljährliche bzw. jährliche Statistik über den deutschen Beteiligungsmarkt bietet einen Überblick über die Entwicklung des Marktes und geht detailliert auf die Kapitalherkunft sowie auf ausgewählte Strukturdaten der Investitionen und Exits ein. Seit 2008 führt der BVK seine Statistikerfassung mit der neuen, europäischen Statistikplattform PEREP Analytics in Kooperation mit dem europäischen Verband EVCA und 18 anderen nationalen Verbänden durch. Mit PEREP Analytics kommen die beteiligten Verbände der Notwendigkeit einer europaweit einheitlichen Erfassung und Auswertung der Private Equity-Marktdaten und den gestiegenen Anforderungen nach mehr Transparenz entgegen.

Die BVK-Statistiken werden von zahlreichen Interessenten angefordert und stehen auch im Internet zum Download zur Verfügung.

II.    German Private Equity Barometer

Seit 2003 erhebt der BVK in Zusammenarbeit mit der KfW Bankengruppe vierteljährlich das German Private Equity Barometer. Die Ergebnisse werden exklusiv im Handelsblatt veröffentlicht. Der Indikator fasst das aktuelle und erwartete Geschäftsklima im deutschen Private Equity-Markt sowie in den Teilmärkten Frühphase und Wachstum zusammen.

III.     Studien

Die „Private Equity-Prognose“ wird seit 2009 erstellt und fasst zu Beginn des Jahres die Erwartungen der in Deutschland aktiven Beteiligungsgesellschaften zur Marktentwicklung zusammen. Befragt werden die Gesellschaften zu ihren Einschätzungen bezüglich des Fundraisings, ihrer Investitionstätigkeit und den Finanzierungstrukturen.

Daneben unterstützt der BVK ausgewählte Studien mit Relevanz für den deutschen Private Equity-Markt und die hier aktiven Beteiligungsgesellschaften. Im Jahr 2010 waren dies folgende Studien:

-    „Beteiligungsmarkt nach der Krise“ von KfW und TU München
-    Studie zu Rendite- & Risikocharakteristika von Venture Capital-Investitionen von Cepres im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums
-    Global Venture Capital Survey von Deloitte


IV.    BVK-Nachrichten

Der BVK informierte seine Mitglieder monatlich per E-Mail und auf einer gesonderten Mitglieder-Seite über aktuelle Verbandsaktivitäten und Nachrichten aus der Branche.


V.    Internet

www.bvkap.de

Im Jahr 2010 haben insgesamt 602.170 (2009: 443.833) Besucher den Internetauftritt des BVK besucht und dabei 3.121.433 einzelne Seiten aufgerufen. Das entspricht einer Rate von durchschnittlich sieben Seiten pro Besucher. Die Monatsdurchschnittszahlen beliefen sich im Jahr 2010 auf ca. 57.349.

www.mitglieder.bvkap.de

Der BVK-Mitgliederbereich im Internet wird regelmäßig von etwa 1.247 (2009: 1.160) Besuchern pro Monat genutzt; durchschnittlich werden dabei 27.8044 Seiten besucht.

www.wir-investieren.de

Im Januar 2008 ging die Internetseite www.wir-investieren.de online. Das oftmals als sehr komplex wahrgenommene Thema Beteiligungskapital wird hier anschaulich und leicht verständlich dargestellt. www.wir-investieren.de richtet sich an Arbeitnehmer, Betriebsräte, Politiker und Unternehmer - und darüber hinaus an jeden, der mehr über das Thema Private Equity wissen möchte.
Es wird dargestellt, was Private Equity eigentlich ist, was unter Venture Capital und Buy-Outs zu verstehen ist und welche Bedeutung Beteiligungskapital für Deutschland hat. Außerdem gibt es einen historischen Rückblick und eine umfangreiche Zusammenstellung von Studien, Literatur und weiterführenden Links. In einem interaktiven Forum hat der Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Im Jahr 2010 haben 48.363 (2009: 10.000) Personen www.wir-investieren.de besucht und 160.710 Seiten abgerufen.

Twitter

Seit Mai 2009 twittert der BVK. Bei Twitter handelt es sich um ein soziales Netzwerk in Form eines Mikroblogs im Internet, das weltweit per Website, Mobiltelefon, Desktopanwendung geführt und aktualisiert werden kann. Unter dem Namen „wir_investieren“ wurden auf www.twitter.de seither 103 Einträge des BVK eingestellt. Die Anzahl der „Follower“ (regelmäßige Leser der Einträge) belief sich Ende 2010 auf rund 2.900.

VI.    BVK-Jahrbuch

2010 erschien zum zweiten Mal das neuaufgelegte und inhaltliche und gestalterisch erweiterte BVK-Jahrbuch. Mitglieder haben nun die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Profil umfassend zu präsentieren. Zudem enthält das Jahrbuch eine Kurzstatistik und Gastbeiträge wichtiger Branchenvertreter.

VII.    Englisches Mitgliederverzeichnis des BVK

Der BVK hat 2010 erstmals ein separates Mitgliederverzeichnis in englischer Sprache erstellt, das ausführliche Profile der Gesellschaften mit Logos und Fotos enthält.
Mit der neuen Ausgabe, die unter dem Titel „The German Private Equity Universe“ erschienen ist, können sich institutionelle Investoren weltweit einen Überblick über Private Equity-Gesellschaften in Deutschland verschaffen.

Das Interesse an einer solchen Publikation hat sich auf den Roadshows des BVK in Asien und den USA im Jahr 2009 gezeigt. Die Zusammenstellung enthält alle ordentlichen BVK-Mitglieder, die internationale Investoren bei ihrem Fundraising ansprechen möchten.

VIII.    Anfragen an den Verband


Das stetig steigende öffentliche Interesse am Thema Eigenkapital sowie die starke Präsenz in den Medien schlugen sich 2010 in einer nach wie vor hohen Anzahl von Anfragen an den Verband nieder. Der Großteil der Anfragen stammt aus dem Bereich von kapitalnachfragenden Unternehmern. Als besonderen Service bietet der BVK hier eine automatisierte Kapitalsuche. Unternehmen können eingeben, welche Art von Kapital in welchem Umfang sie suchen und erhalten eine Liste mit potentiellen Beteiligungsgebern, die sie dann kontaktieren können.

IX.    Beziehungen zu anderen Private Equity-Verbänden


Die Zusammenarbeit zwischen der EVCA European Private Equity and Venture Capital Association und dem BVK wurde 2010 fortgeführt und intensiviert.
Der Verband ist im National Venture Capital Associations Committee vertreten.

Darüber hinaus ist die Geschäftsführerin des BVK Mitglied der Ende 2009 gegründeten PAE (Public Affairs Executive of the European Private Equity and Venture Capital Industry). Der PAE ist die Institutionalisierung der 2008 gegründeten Brussels Task Force und setzt sich aus Vertretern der vier EVCA-Plattformen Venture Capital, Mid-Market, Buy-Out und Limited Partners sowie den Verbänden EVCA, BVK, AFIC, BVCA und einem weiteren nationalen Verband (jeweils der PE-Verband des Mitgliedstaates, der die EU-Ratspräsidentschaft innehat) zusammen. Der PAE setzt sich für die Interessen der europäischen Private Equity-Branche ein und vertritt diese gegenüber den EU-Institutionen.


X.    Wissenschaft und Forschung

Der Verband verzeichnete auch im Jahr 2010 ein hohes Interesse wissenschaftlicher Einrich-tungen, insbesondere von Studenten und Doktoranden, an der Thematik Private Equity und Venture Capital. Der BVK stand den Interessenten als Ansprechpartner zur Verfügung und stellte Publikationen und Daten für die wissenschaftliche Arbeit bereit.

2010 wurde Dr. Peter Terhart, Vorstandsvorsitzender des BVK, als ein Vertreter der Wirtschaft in den sogenannten „Innovationsdialog zwischen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft“ berufen. Das 15-köpfige Beratungsgremium, das von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Forschungsministerin Annette Schavan und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle ins Leben gerufen wurde, soll der Bundesregierung Impulse für die Innovationspolitik liefern. Die Auftaktveranstaltung fand am 13. September 2010 in Berlin statt.

Bereits Ende 2009 wurde die Geschäftsführerin des BVK, Dörte Höppner, in die Forschungsunion Wirtschaft und Wissenschaft, die Beratergruppe der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Annette Schavan, berufen. Hauptziel der Union ist die Umsetzung der High-Tech-Strategie der Bundesregierung.

Im Juni 2010 veranstaltete der BVK an der Bucerius Law School Hamburg ein „Scientific Private Equity Colloquium with Professor Josh Lerner, Harvard Business School“. Die Veranstaltung bot den teilnehmenden deutschen Wissenschaftlern die Gelegenheit, mit dem führenden US-amerikanischen Private Equity-Forscher, Professor Josh Lerner von der Harvard Business School, ihre Private Equity-Forschungsprojekte vorzustellen und im wissenschaftlichen Gedankenaustausch zu diskutieren.


2.2.7    Dank an Sponsoren


Der BVK e.V. dankt allen Sponsoren, die Veranstaltungen und Publikationen des Verbandes unterstützt haben. Besonderer Dank gilt der Deutsche Börse AG und SJ Berwin LLP, die den 11. Deutschen Eigenkapitaltag des BVK als Hauptsponsoren unterstützt haben.


3.    AUSBLICK


Das Jahr 2011 wird für die Private Equity-Branche in Europa richtungsweisend sein. Die Richtlinie zur Regulierung Alternativer Investmentfondsmanager (AIFM) wird zum einen auf EU-Ebene weiter ausgestaltet werden, wobei es sich meist um technische Details handelt. Gleichzeitig beginnt 2011 aber auch die zweijährige Umsetzungsphase in nationales Recht. Die AIFM-Richtlinie wird also Grundlage für einen gesetzlichen Rahmen für die gesamte Private Equity-Branche in Deutschland. Für einen derartigen Rahmen setzt sich der BVK seit Jahren ein. Aus diesem Grund hat der Verband den gesamten AIFM-Prozess in Brüssel eng und konstruktiv begleitet. Mit dem Bundesfinanzministerium, dem für diesen Prozess federführenden Ministerium, steht der BVK in einem regelmäßigen und vertrauensvollen Dialog. Noch ist offen, in welcher Form die Bundesregierung AIFM umsetzt, vieles deutet aber darauf hin, dass sie Private Equity als eigenständiges Kapitalmarktsegment in das Investmentgesetz aufnimmt. Der BVK wird sich auch zu diesen Fragen äußern und aufzeigen, welchen Rahmen die Branche braucht, um im weltweiten Wettbewerb um attraktive Rahmenbedingungen für Kapital mithalten zu können. Deutsche Unternehmen sind in starkem Maße auf Eigenkapitalfinanzierungen angewiesen. Ihre Eigenkapitalquoten sind traditionell sehr niedrig. In Zeiten, in denen Fremdkapital knapp ist, wird dies besonders deutlich. Private Equity ist hier eine mögliche alternative Finanzierungsform. Die Politik hat erkannt, dass Kapital nicht von selbst nach Deutschland fließt. Es geht nicht nur darum, den Kapi