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Interview mit Rolf Christof Dienst, ehemaliger BVK-Vorstandsvorsitzender

Rolf Christof Dienst1. Warum achten Institutionelle Investoren bei Fonds immer stärker auf Social Responsibility? 
Weil Investoren von ihren Boards oder Anteilseignern immer mehr dazu gedrängt werden, sozialverantwortlich zu investieren. Hinzu kommt, dass gerade Unternehmen, die sozialverantwortlich agieren (insbesondere Corporate Social Responsibility beachten) im historischen Vergleich überdurchschnittlich erfolgreich agierten. D.h. dieses ist nicht nur Ethik, sondern auch Performance relevant.
 

2. Welche Rolle spielt Private Equity für Social Entrepreneurship?
Social Entrepreneurs brauchen für die Realisierung ihrer Ideen die Unterstützung von außen. Sie benötigen so genanntes soziales Risikokapital. In Deutschland gibt es Organisationen, Initiativen und Stiftungen, die diesen Part übernehmen und Social Entrepreneurs unterstützen. Dazu gehören die deutsche Organisation Ashoka oder auch die European Venture Philantropy Association (EVPA). 

In jüngster Zeit verbreitet sich daneben aber auch der Gedanke des "social investing". Hier gibt es Organisationen und Fonds mit der Ausrichtung auf soziale Projekte wie z. B. die Private Equity-Gesellschaft BonVenture. Die Beteiligungsgesellschaft engagiert sich in Unternehmen und Organisationen mit sozialem und/oder ökologischem Geschäftszweck im deutschsprachigen Raum.

Viele Venture Capitalisten haben das Know How und auch die Bereitschaft sich bei Social Enterprises einzubringen und hier mit Rat und Tat und ihren langjährigen Erfahrungen mitzuwirken.


3. Gibt es bekannte Beispiele für erfolgreiche SE-Projekte, die mit Hilfe von Beteiligungskapital finanziert wurden?

Allein Bon Venture hat zahlreiche Projekte mit sozialem und/oder ökologischem Geschäftszweck im deutschsprachigen Raum gefördert. Dazu gehören z.B. das Dialogmuseum in Frankfurt, Ashoka Dtl., Aetas, Kunterbunt oder JobTV. Sie alle können unter www.bonventure.de abgerufen werden. Eine ausführliche Fallstudie finden Sie unter xx (dann Link zur Bonventure-Fallstudie). Auch auf der Website von Ashoka Deutschland finden sich Fallstudien über die Arbeit von Social Entrepreneurs. Ein weiteres Beispiel eines populären sozialverantwortlichen Projekts, das mit Beteiligungskapital finanziert wird ist die Grameen-Bank des Friedensnobelpreisträgers Mohammed Yunnus in Bangladesch.
  

4. Wie verbreitet ist der Gedanke der Social Entrepreneurship in Deutschland im Vergleich zu Europa und den USA?
Es gab immer aktives Social Entrepreneurship in Deutschland am Beispiel der hohen Stiftungskultur. Der spezielle Begriff Social Entrepreneurship ist allerdings neu. Und der fasst hierzulande inzwischen zaghaft aber doch sehr bestimmt Fuß.
 

5. Warum nimmt sich der BVK als Verband dem Thema an?
Wir denken, dass es sich bei Social Entrepreneurship um ein sehr wichtiges und zukunftsfähiges Thema handelt, das über kurz oder lang auch für viele unserer Mitglieder von Interesse sein wird. Der BVK ist das ideale Bindeglied zwischen Social Entrepreneurs und der Private Equity-Branche und kann hier sowohl bei der Suche nach Beteiligungskapital, aber insbesondere auch nach Unterstützern, Managern etc. helfen.