Talkshow „Schlossplatz Berlin“ online: Was können wir Deutschen eigentlich?

Was muss passieren, damit Deutschland wieder in die Ära der Reformen eintritt? Wie schaffen wir es, den Flüchtlingsstrom als Chance zu nutzen? Und kann Deutschland noch Aufbau, nachdem sich die Infrastrukturmaßnahmen jahrelang verstärkt dem Rückbau gewidmet haben? Diese Fragen waren Thema der ersten Sendung von „Schlossplatz Berlin – Wo Politik auf Wirtschaft trifft“. Die Talkshow produziert der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) mit Unterstützung der beiden Partner, dem Wirtschaftsmagazin Capital und der European School of Management and Technology (ESMT). Die Premiere ist ab sofort online.

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Die beiden Journalisten Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK, und Timo Pache, stellvertretender Chefredakteur von Capital, diskutierten in der letzten Woche vor laufenden Kameras mit Bundesminister a.D. Dr. Peter Ramsauer, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr im Deutschen Bundestag, sowie Prof. Dr. Dr. Bert Rürup, Regierungsberater und Präsident des Handelsblatt Research Instituts, und Schlossherr Manfred Rettig, Vorstand des Humboldtforums Berliner Schloss.

Die thematische Einführung in die Sendung übernahm ESMT-Präsident Prof. Jörg Rocholl. Als „Insel der Glückseligkeit“ bezeichnete er Deutschland, das es „sich bequem gemacht hat umgeben von Krisen und Konflikten weltweit“ und forderte neue Reformen.  Er betonte die großen Unterschiede, die noch immer zwischen Ost und West herrschen und deren demographische Folgen: „Wie geht man mit den aussterbenden Gegenden um?“ Die heutigen Herausforderungen, darunter der Flüchtlingszustrom und der demographische Wandel, unterstreichen die Unabdingbarkeit von Investitionen, so Rocholl. „Unumstritten ist, dass der Bildung eine große Rolle zukommt, um für die Qualifizierung der Arbeitskräfte sorgen zu können“, sagte der ESMT-Präsident, der in der Integration der Flüchtlinge eine große Chance für Deutschland sieht.

Dr. Peter Ramsauer MdB hingegen hält es mit seinem Parteivorsitzenden Horst Seehofer und fordert die Diskussion, ob es moralisch sei, mit den jungen gut ausgebildeten Menschen den demographischen Wandel hierzulande zu lösen und damit gleichzeitig den Heimatländern den Nachwuchs für den dortigen Aufbau zu entziehen, so Ramsauer in der Sendung. Prof. Dr. Dr. Bert Rürup, der als ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrats der Bundesregierung bereits Bundeskanzler a.D. Gert Schröder beriet, schätzt die Reaktion von Bundeskanzlerin Merkel als überraschend ein. „Jetzt hat sie eine Entscheidung getroffen, die gar nicht zu ihrer Denke passt, die Dinge nur so weit zu entscheiden, wie sie die Folgen überblicken kann. Jetzt haben wir ein gewisses Problem“, so Rürup weiter.

Dem Thema Infrastruktur widmete sich vor allem Manfred Rettig. Mit Blick auf das Berliner Schloss erinnerte er sich: „Als ich 2009 den Job übernehmen sollte, war die Vorgabe vom damaligen Bauminister, das Schloss ist 2014 fertig. Ich habe gesehen, dass die gesamte Technikplanung noch gar nicht da war. 2014 war eine Utopie.“ Diese unrealistischen Zeitvorgaben seien laut Rettig immer das große Problem der Politik.

Die komplette Sendung „Schlossplatz Berlin – Wo Politik auf Wirtschaft trifft“, sowie eine Kurzfassung und das Statement von Prof. Jörg Rocholl finden Sie hier.