16. Deutscher Eigenkapitaltag des BVK: Visionen und internationale Vorbilder im Fokus

10. Juni 2015

Wie sich die Unternehmen in den kommenden Jahren finanzieren werden - das steht im Fokus des 16. Deutschen Eigenkapitaltages des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), der heute in Berlin stattfindet. Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute, schätzt die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Beteiligungskapital in Deutschland hoch ein: "Wenn Deutschland erfolgreich altern will, benötigen wir mehr Unternehmensgründungen. Die Tatsache, dass unsere Volkswirtschaft derzeit der Wachstumsmotor Europas ist, ändert daran nichts".

Israel geht mit seinen erfolgreichen Innovationsfinanzierungen als gutes Beispiel voran. Deutschland könne hier vor allem von der Venture-Capital-Szene noch lernen, sagt der israelische Botschafter S.E. Yakov Hadas-Handelsman. „Allein im vergangenen Jahr haben 688 israelische High-Tech-Unternehmen 3,4 Milliarden US-Dollar Venture Capital erhalten. Weltweit zählt Israel damit unter Gründern zu den attraktivsten Standorten, besonders im Hightech-Sektor. In Zukunft möchten wir die deutsch-israelische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet noch verstärken, und wir freuen uns auf weitere deutsche Investoren“, so Hadas-Handelsman weiter. Wie Deutschland sich zur Gründerrepublik entwickeln kann, ist auch Thema der Politischen Podiumsdiskussion auf dem Eigenkapitaltag. Die finanzpolitischen Sprecher der Fraktionen und Berichterstatter für Private Equity, Venture Capital und Mittelstand diskutieren über neue Wege und bessere Rahmenbedingungen, die für die Wagniskapitalfinanzierung dringend nötig sind. Dabei sind einige Bundesländer wie Bayern schon einen Schritt weiter. Mit einem Gründerbeirat Neue Gründer Bayern, der sich auf der Konferenz der Öffentlichkeit vorstellt, fördert das Bundesland Startups mit Sitz im Freistaat.

Doch nicht nur die Startup-Finanzierung muss fit für die Zukunft werden, auch der Mittelstand braucht neue Wege um in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 nicht den Anschluss zu verlieren. Beteiligungskapital kann hier eine entscheidende Rolle spielen, denn Beteiligungsgesellschaften sehen bei ihren Finanzierungen nicht nur das Risiko, sondern auch die Chancen für die Unternehmen, wie das Panel zur Unternehmensfinanzierung 2020 und der Vortrag zu innovativen Unternehmen von Dr. Helge Braun MdB, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, zeigen. „Beteiligungsgesellschaften sind im Gegensatz zu Banken offener für Innovationen, auch wenn sie Risiko mit sich bringen. Nach einer eingehenden Prüfung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens und Bewertung der angestrebten Ziele setzt sich eine Beteiligungsgesellschaft mit Kapital und Know-how mit dafür ein, dass das Unternehmen sich erfolgreich weiterentwickelt. Da haben Beteiligungsgesellschaften den Banken einiges voraus“, weiß Dr. Peter Güllmann, Vorstandssprecher des BVK. Gerade auch im Bereich der Nachfolgeregelung werde hier laut Güllmann in den nächsten Jahren das Interesse an einer Beteiligungsgesellschaft als Partner weiter wachsen.  Wie Erfolgsgeschichten mit Beteiligungskapital an Bord aussehen können, zeigt die auf dem Eigenkapitaltag vorgestellte Case Study Hugo Boss, die der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Claus-Dietrich Lahrs, am Nachmittag präsentiert.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des BVK, die im Anschluss an den Eigenkapitaltag stattfindet, werden zudem neue Vorstandsmitglieder des Verbandes gewählt. Turnusgemäß scheiden aus: Marco Brockhaus, Wolfgang Seibold und Thomas Weinmann.

Als neue Vorstandsmitglieder nominiert sind: Dr. Regina Hodits, General Partner Wellington Partners; Dr. Klaus Stöckemann, Managing Partner Peppermint Venture Partners; Dr. Christian Stoffel, Director Advent; Jürgen von Wendorff, Vorstand Hannover Finanz Gruppe.

Es gibt zudem ein Novum – eine fünfte Fachgruppe, die gewählt werden soll. Der BVK setzt sich dafür ein, mit besseren rechtlichen und regulativen Rahmenbedingungen in Deutschland institutionellen Investoren Engagements in Private Equity-Fonds zu ermöglichen und neue Investorenkreise für Beteiligungsgesellschaften zu erschließen. Der Dialog mit Private Equity-Investoren liegt dem Verband als gemeinsame Interessenvertretung von Beteiligungsgesellschaften und deren Investoren am Herzen. Deshalb möchte der BVK  seine Aktivitäten in diesem Bereich stärker bündeln und intensivieren. Daher schlägt der BVK-Vorstand der Mitgliederversammlung vor, die Fachgruppe Institutionelle Investoren einzurichten. Für deren Leitung ist als Kandidat im Vorstand Peter Hielscher, Abteilungsleiter Alternative Investments, nominiert.

Für eine weitere Wahlperiode kandidieren die bisherigen Vorstandsmitglieder:
Wilken von Hodenberg (Vorstandssprecher), Ulrike Hinrichs (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, wird vom Vorstand kooptiert), Joachim von Ribbentrop, Christian Schatz  und Dr. Milos Stefanovic. Dr. Peter Güllmann gehört als Sprecher des Vorstandes der abgelaufenen Amtsperiode entsprechend der Satzung mit Zustimmung der Mitgliederversammlung für ein weiteres Jahr dem Vorstand als zusätzliches Mitglied an.

„Wir freuen uns, wieder hervorragende Experten aus den einzelnen Investitionssegmenten als Nominierte für unseren Vorstand gewonnen zu haben. Der sehr aktive ehrenamtliche Vorstand ist ein wichtiges Element in der Verbandsarbeit und deshalb ein großer Gewinn für den BVK“, sagt Wilken von Hodenberg, Vorstandssprecher des BVK.

Die Pressemitteilung sowie die Vita der Vorstandsmitglieder finden Sie zum Download.