BVK und NCapital: Investitionen mit Beteiligungskapital in ITK-Branche deutlich gesteigert

"Beteiligungsgesellschaften sind ein wichtiger Impulsgeber für ITK- und Internetunternehmen. Die Investitionen in diese Branche haben im letzten Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht. 2014 wurden 2,24 Mrd. € in Unternehmen aus diesem Bereich investiert", sagt Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) auf der heutigen Pressekonferenz gemeinsam mit NCapital im Rahmen der CeBIT in Hannover. "Die ITK-Branche hat für Deutschland eine große Bedeutung, vor allem mit Blick auf die Digitalisierung der Wirtschaft und Industrie 4.0. Hier setzen deutsche ITK-Unternehmen Trends, schreiben Erfolgsgeschichten und bringen damit das Technologiepotenzial Deutschlands international voran", so Hinrichs weiter. Beteiligungskapital spielt bei der Finanzierung vor allem junger aber auch mittelständischer ITK-Unternehmen eine entscheidende Rolle. Die Investitionen in diesem Bereich stiegen im Vergleich zum Vorjahr (0,91 Mrd. €) auf das zweieinhalbfache Niveau. Das Investitionsplus wurde maßgeblich durch drei sehr große Finanzierungen, darunter zwei Übernahmetransaktionen und eine Wachstumsfinanzierung, erreicht.


Von den Gesamtinvestitionen entfielen 0,82 Mrd. € auf 345 Gründungs- und Wachstumsfinanzierungen sowie weitere 1,41 Mrd. € auf 17 Unternehmensübernahmen (Buy-Outs). Beide Bereiche übertrafen das Vorjahresergebnis: In Gründungs- und Wachstumsfinanzierungen wurden im Vorjahr 0,46 Mrd. € und in Buy-Outs 0,45 Mrd. € investiert. Die Zahl der insgesamt finanzierten Unternehmen lag dabei mit 362 praktisch auf dem Vorjahresniveau (372). Zu den herausragenden Transaktionen des Jahres 2014 gehörten die Übernahmen von Scout24 und TeamViewer sowie die Wachstumsfinanzierung bei Delivery Hero.

Bei einem Blick auf die Verteilung nach Bundesländern zeigt sich, dass Berlin erwartungsgemäß mit 98 finanzierten Unternehmen klar an der Spitze steht, vor Bayern (57) und Nordrhein-Westfalen (50). Zieht man alle Marktbereiche in die Analyse ein, wurden die meisten Mittel (0,99 Mrd. €) jedoch in Bayern investiert. Berücksichtigt man nur die Venture Capital und Wachstumsfinanzierungen steht wiederum Berlin mit 550 Mio. € vor Bayern mit 88 Mio. €, die zusammen gleichzeitig mehr als drei Viertel der deutschlandweiten Investitionen ausmachten.

Niederachsen hat hier Nachholbedarf. "Dabei bringt der Standort Niedersachsen für die erfolgreiche Ansiedlung von Unternehmen alles mit. Die Technologie ist beispielsweise auf dem neuesten Stand, jeder kann sich in unterschiedliche Netzwerke einbringen und erfolgreiche Firmen stehen als Kooperationspartner zur Verfügung", so Georg Henze, Leiter Beteiligung der NBank.

Wichtig ist es, Unternehmen und Gründern Wachstumsfinanzierungen zu ermöglichen. Genau hier setzt die Plattform NCapital an, in dem sie Investoren und kapitalsuchende Unternehmen zusammenbringt. Auf dem Matching im Rahmen der CEBIT präsentierten am Eröffnungstag 12 Unternehmen aus der ITK Branche auf der Plattform. Insgesamt waren mehr als 150 Personen aus der Venture- und Bankenszene anwesend. "Dies ist ein gerade vor dem Hintergrund, dass im letzten Jahr 10 Unternehmen präsentiert haben und knapp 100 Teilnehmer dabei waren, ein voller Erfolg und bestätigt die Aufgabe von NCapital", so Henze. Vieles spricht dafür, dass die Zahl von zwei Finanzierungen, die nach dem letzten Matching auf der CeBIT zu vermelden waren, gesteigert wird.
Die Plattform NCapital stellt unter Beweis, dass der Standort Niedersachsen mit seiner attraktiven Hauptstadt Hannover und der internationalen Messe CeBIT eine herausragende Stellung im Wettbewerb mit anderen Standorten haben kann.

Wenngleich die Investitionen in ITK-Startups und -Unternehmen zugenommen haben, fehlt es dennoch an ausreichend Gründungs- und Wachstumskapital, um die deutschen Jungunternehmen zu finanzieren. Damit das Venture-Capital-Segment mehr Dynamik gewinnt, braucht es vor allem bessere Rahmenbedingungen für die Finanzierung junger Unternehmen. "Die Große Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag ein Venture-Capital-Gesetz angekündigt, das mittlerweile von vielen Beteiligten gefordert wird. Den Bekenntnissen der politischen Entscheidungsträger müssen aber auch dringend Taten folgen, damit der Venture-Capital-Markt neue Impulse erhält. Wir haben bereits im Januar einen Gesetzentwurf zur Diskussion gestellt, der die Marktsituation für den deutschen Venture-Capital-Markt erheblich stärken würde. Dabei berücksichtigen wir die gesamte Wertschöpfungskette und sprechen uns für steuerliche und aufsichtsrechtliche Verbesserungen für Unternehmen und Investoren aus", sagt Ulrike Hinrichs.

Methodik: Die Analyse basiert auf der BVK-Statistik und weist die von Beteiligungsgesellschaften investierten Mittel in deutsche Unternehmen aus. Dabei wurden relevanten Investitionen in Unternehmen aus den Sektoren Kommunikationstechnologie und Computer/Unterhaltungselektronik sowie weitere Finanzierungen bei weiteren Unternehmen mit internetbasierten Geschäftsmodellen berücksichtigt.

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