Kleinanlegerschutzgesetz: Crowdfunding-Regulierung muss allen Beteiligten gerecht werden

Mit der Planung eines Kleinanlegerschutzgesetzes will die Bundesregierung die Regulierung sogenannter Crowdfunding-Plattformen in Angriff nehmen. Nach Auffassung des BVK ist der vorliegende Referentenentwurf keine gute Basis für einen angemessenen Rechtsrahmen. "Wir sind nicht gegen eine Regulierung der Crowdfunding-Plattformen, allerdings müssen gesetzliche Vorgaben zum Beispiel im Einklang mit dem onlinebasierten Geschäftsmodell dieser Dienstleistungsangebote stehen", erklärt Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK. Crowdfunding gewinnt für die Finanzierung innovativer Projekte und junger Unternehmensgründungen auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Der BVK erkennt in der Unternehmensfinanzierung eine positive Erscheinungsform des organisierten Kapitalmarktes, die auch für Kleinanleger zu erschließen ist. Nach Auffassung des BVK sollte der Gesetzgeber einen rechtlichen Rahmen für Crowdfunding setzen, der allen an dieser Finanzierungsform Beteiligten gerecht wird.

Hinrichs führt dazu aus: "Crowdfunding oder Crowdinvesting sind Eigenkapital- bzw. eigenkapitalähnliche Instrumente, die zur Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland einen sinnvollen Beitrag leisten können. Daher können Crowdfunding-Plattformen die Eigenkapitalkultur in Deutschland stärken." Der Gesetzgeber stehe nun vor der Herausforderung, einerseits den Spielraum dieser relativ jungen Finanzierungsform durch unangemessene Vorgaben nicht kaputt zu machen, andererseits dem berechtigten Schutz der Kleinanleger zu entsprechen, so Hinrichs weiter. Der aktuelle Referentenentwurf für ein Kleinanlegerschutzgesetz wird nach Ansicht des BVK einer angemessenen Regulierung nicht gerecht. Mehr Details enthält die BVK-Stellungnahme zum Entwurf eines Kleinanlegerschutzgesetzes, die hier abrufbar ist.