NRW-Wirtschaftsminister Duin und Staatssekretär Dr. Meister beim NRW-Abend des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften: Nordrhein-Westfalen hat Vorbildcharakter bei Beteiligungskapitalfinanzierungen

"Nordrhein-Westfalen lebt von einem starken Mittelstand. Durch den demografischen Wandel müssen die Unternehmen sich jetzt auf die damit verbundenen Herausforderungen einstellen. Das bedeutet, sich verstärkt mit der Frage der Unternehmernachfolge zu beschäftigen", sagt Garrelt Duin (SPD), Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, beim NRW-Abend des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) in Berlin. In der Landesvertretung NRW begrüßte der BVK mehr als 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um Einblicke in die Einsatzmöglichkeiten von Beteiligungskapital in NRW zu geben.

Traditionell gehört Nordrhein-Westfalen zu den regionalen Investitionsschwerpunkten in Deutschland. Rund ein Drittel aller Beteiligungskapital-Investitionen entfielen in Deutschland in den letzten Jahren auf das bevölkerungsreichste Bundesland. Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin des BVK, sagt: "NRW zeigt deutlich, welches Chancenpotential Beteiligungskapital birgt und wie sehr damit die Innovations- und Wirtschaftskraft gefördert werden." In den letzten drei Jahren flossen mehr als vier Milliarden Euro in nordrhein-westfälische Unternehmen. "Dass mit Beteiligungskapital so viele Unternehmen in NRW gestärkt werden und die Möglichkeit erhalten, sich zu vergrößern, neue Märkte zu erschließen und auch international aktiv zu werden, ist begrüßenswert", so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Dr. Michael Meister (MdB). Besonders die Bandbreite von Beteiligungskapital ist eine Stärke der Anlageklasse, denn Beteiligungsgesellschaften investieren in unterschiedliche Branchen und auch Unternehmensphasen - ob beim kleinen Start-up über den klassischen Mittelständler bis hin zu großen Unternehmen.

Die Herausforderung der Unternehmensnachfolgeregelung im Mittelstand werden zahlreiche Unternehmer in den nächsten Jahren zu bewältigen haben. Konnte ein Familienunternemer in früheren Zeiten in der Regel davon ausgehen, dass das Unternehmen in der Familie bleibt, haben die Nachkommen heute oftmals andere Vorstellungen von der eigenen Karriere. Der demografische Wandel wird die Situation noch massiv verschärfen. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn hat ermittelt, dass sich jährlich etwa 71.000 Familienunternehmen mit der Nachfolgefrage auseinandersetzen müssen. Dabei findet nur knapp die Hälfte aller familiengeführten Unternehmen innerhalb der Familie einen Nachfolger. Eine Umfrage im Auftrag der DZ BANK ergab, dass von 1.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland die Hälfte in den kommenden zehn Jahren in neue Hände übergehen wird. Bezogen auf die rund 300.000 kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sieht die DZ BANK jährlich rund 15.000 Unternehmen mit der Nachfolgeproblematik konfrontiert.

Die Nachfolgefrage war beim NRW-Abend auch Thema der Podiumsdiskussion. Das Unternehmen Engel Umwelttechnik GmbH kennt die Problematik aus der eigenen Firmengeschichte. Bei der Nachfolgeregelung stand dem Unternehmen die NRW.BANK zur Seite. Dr. Peter Güllmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BVK sowie Bankdirektor und Bereichsleiter Unternehmensfinanzierung der NRW.BANK, erinnert sich: "Für einen Unternehmer ist die eigene Firma das Lebenswerk. Da fällt es nicht leicht, sich davon zu trennen. Aber im Fall Engel Umwelttechnik konnten wir gemeinsam eine für alle Beteiligten sehr gute Lösung finden."



Garrelt Duin (SPD), Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen sieht die Wandlung der Beteiligungsgesellschaften von der Heuschrecke zur Honigbiene.



Dr. Michael Meister (CDU), MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen hält die Begrüßungsrede beim NRW-Abend des BVK.



Jörg H. Weidenhöfer, Geschäftsführer Engel Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Dr. Peter Güllmann, stellv. Vorstandsvorsitzender des BVK sowie Bankdirektor und Bereichsleiter Unternehmensfinanzierung der NRW.BANK, Reinhard Laska, Dokumentarfilmatuor und Redakteur beim ZDF, Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-WEstfalen, Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin des BVK (v.l.n.r.)

Dr. Michael Meister MdB, Parlamentarischer Staatsekretär beim Bundesminister der Finanzen, und Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin des BVK



Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, und Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin des BVK