BVK begrüßt Initiative der Regierungsfraktionen zur Förderung von Venture Capital - wichtiger Schritt zur Verbesserung der Gründungsfinanzierung in Deutschland

Berlin, 13.3.2014Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) begrüßt den Beschluss der Regierungsfraktionen, den Gründungsstandort Deutschland und die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen zu stärken. Anlässlich der CeBIT stellt der Deutsche Bundestag fest, dass die Digitalisierung zunehmend alle Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens erfasst und deshalb in Deutschland Technologie, Innovation und Gründungskultur gefördert werden müssen. Konkret soll der Investitionszuschuss Wagniskapital fortgesetzt und weiterentwickelt, der Zugang für junge Unternehmer zu Kapitalgebern verbessert und ein Börsensegment "Markt 2.0" geschaffen werden. Auch werden Eckpunkte für ein Venture-Capital-Gesetz in dem Beschluss gefordert.

"Mit der Entscheidung des Deutschen Bundestages greift die Große Koalition konsequent die Verabredungen des Koalitionsvertrages auf, die Rahmenbedingungen für Venture Capital in Deutschland zu verbessern. Der Antrag der Regierungsfraktionen unterstreicht die Bedeutung von Venture Capital für den deutschen Innovations- und Wirtschaftsstandort. Zugleich belegt die Verabschiedung zu diesem frühen Zeitpunkt in der Legislaturperiode die Notwendigkeit, schnell zu substantiellen Fortschritten in diesem Bereich zu kommen, um international nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Deshalb begrüßen wir die Initiative ausdrücklich", sagt der BVK-Vorstandsvorsitzende Matthias Kues.

Die CDU/CSU und SPD-Bundestagsfraktion sprechen sich in dem gemeinsamen Antrag zum Thema "Technologie-, Innovations- und Gründungsstandort Deutschland stärken – Potenziale der Digitalen Wirtschaft für Wachstum und nachhaltige Beschäftigung ausschöpfen und digitale Infrastruktur ausbauen" für die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für Start-ups in allen Phasen aus und möchten die Attraktivität des Fondsstandortes Deutschland für Wagniskapital erhöhen.

"Der Beschluss fußt auf der Erkenntnis, dass Venture Capital ein wesentlicher Baustein einer zukunftsgerichteten Gründungsfinanzierung ist. Insbesondere im Bereich der Anschlussfinanzierung - das heißt bei späteren Finanzierungsrunden, in denen die Start-ups je nach Branche ab 1 Million Euro einsammeln müssen - bestehen in Deutschland weiterhin Defizite. Gründer, die die ersten Schritte erfolgreich gegangen sind, dürfen beim weiteren Aufbau ihres Unternehmens nicht allein gelassen werden. Gerade in dieser Gründungsphase spielt Venture Capital eine herausragende Rolle", erläutert die BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs. "Die Entscheidung der Regierungsfraktionen zielt darauf ab, die bestehenden Defizite zu beheben. Davon profitiert der gesamte deutsche Wirtschaftsstandort", so Hinrichs weiter.

Zahlreiche Studien belegen, dass mit Venture Capital finanzierte Unternehmen schneller wachsen, innovativer sind und seltener scheitern als herkömmlich finanzierte Unternehmen. Venture Capital beschleunigt zudem das Wirtschaftswachstum: In den USA erwirtschaften ehemals Venture-Capital-finanzierte Unternehmen ein Fünftel der dortigen Wirtschaftsleistung. Aktuell erarbeiten auch verschiedene Bundesländer Konzepte, Venture Capital attraktiver zu machen. "Der Umstand, dass die Venture Capital-Förderung aktuell sowohl auf der politischen Agenda des Bundes ist als auch von den Ländern vorangetrieben wird, bestätigt und ermutigt uns. Um eine konsistente gründerfreundliche Politik zu gewährleisten, ist es aber auch wichtig, etwaige negative Auswirkungen auf die Gründungsfinanzierung zu vermeiden. Von Überlegungen, wie etwa Veräußerungsgewinne aus Streubesitz zu besteuern ( § 8 b KStG) sollte daher Abstand genommen werden", stellt Matthias Kues klar.