BVK: Venture-Capital-Segment behauptet sich 2013 in insgesamt lauem deutschem Beteiligungsmarkt

Das Venture-Capital-Segment sticht mit seiner positiven Entwicklung im Jahr 2013 aus dem insgesamt schwächeren Beteiligungsmarkt heraus. Damit konnten sich die Wagniskapi-talfinanzierungen, die bereits im ersten Halbjahr 2013 stark waren, weiter bewähren.

"Sowohl bei den Investitionen als auch beim Fundraising erreichte das Venture-Capital-Segment im Jahr 2013 bessere Ergebnisse als im Vorjahr", stellt Matthias Kues, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) mit Blick auf die heute vom BVK veröffentlichte Statistik für den deutschen Private Equity-Markt 2013 heraus. "Insgesamt gingen die Beteiligungskapitalinvestitionen jedoch um etwa ein Viertel zurück", so Kues weiter. Nichtsdestotrotz erhielten auch im abgelaufenen Jahr knapp 1.300 Unternehmen Beteiligungskapital. Dies untermauert die anhaltend wichtige Rolle von Beteili-gungskapital für die Finanzierung deutscher Unternehmen. "Der Beteiligungsmarkt ist vor allem ein Mittelstandsmarkt, denn es sind überwiegend kleine und mittelgroße Unterneh-men, die mit Beteiligungskapital finanziert werden", erläutert Kues. Nur 8 % der im Jahres-verlauf finanzierten Unternehmen hatten mehr als 200 Beschäftigte, nur 9 % einen Umsatz von mehr als 50 Mio. €.
Nachdem die Investitionen seit 2010 in drei aufeinanderfolgenden Jahren gesteigert werden konnten, gab es im Jahr 2013 erstmals wieder einen Rückgang zu verzeichnen. Das Investitionsvolumen sank im Vergleich zum Vorjahr auf 4,68 Mrd. € (2012: 6,63 Mrd. €). "Anders als im letzten Jahr konnte der Markt nicht durch einen starken Schlussspurt punkten. Gerade im Buy-Out-Bereich setzte sich das starke Geschäft zur Jahresmitte nicht fort. Große Transaktionen vor dem Jahreswechsel blieben nahezu aus bzw. werden erst 2014 abgeschlossen sein", resümiert Kues.
Venture Capital stemmte sich erfolgreich gegen den rückläufigen Gesamtmarkt. Mit 673 Mio. € übertrafen die Investitionen das Vorjahresergebnis (567 Mio. €) deutlich. Alle Teilbereiche (Seed-, Start up- und Later Stage-Investments) konnten Zugewinne verzeichnen. Allerdings wurde mit 723 die Zahl der finanzierten Unternehmen aus dem Vorjahr (780) nicht ganz erreicht. Trotzdem machten Venture-Capital-finanzierte Unternehmen 56 % aller im Jahr 2013 finanzierten Unternehmen aus. Beim Fundraising blieben die insgesamt neu eingeworbenen Mittel vor allem aufgrund eines starken Rückgangs neuer Buy-Out-Fonds unter dem Vorjahresniveau. Die Venture-Capital-Fonds konnten aber punkten und mit 440 Mio. € rund 17 % mehr Mittel einwerben als 2012. Der Großteil des neuen Kapitals floss in Buy-Out-Fonds, aber mit 630 Mio. € halbierte sich das Fundraising-Ergebnis aus 2012 (1,56 Mrd. €). Dies ist auch der Hauptgrund, weshalb das ge-samte Fundraising mit 1,1 Mrd. € deutlich das Ergebnis des Vorjahres (1,97 Mrd. €) verfehlte. "Wie im Jahr 2012 wurde nur eine geringe Zahl neuer Fonds geschlossen. Vor allem große Fonds im dreistelligen Millionenbereich waren Mangelware, weshalb das Fundraising auf das Niveau der Jahre 2009 und 2010 fiel", so Kues.
Private Equity Prognose: Positiver Ausblick für 2014
Der hoffnungsvolle wirtschaftliche Ausblick auf 2014 sollte dem Beteiligungsmarkt in Deutsch-land Rückenwind geben. Zudem ist kein Ende der Niedrigzinspolitik absehbar, so dass auch die Finanzierungsbedingungen gerade im Buy-Out-Bereich vorteilhaft bleiben sollten. "Wir sehen einen hohen Bedarf an Eigenkapitalfinanzierungen - sei es im Gründungsbereich oder bei mittelständischen und großen Unternehmen. Deshalb erwarten wir für 2014 wieder ein Ergebnis auf dem Niveau des Jahres 2012 ", prognostiziert Kues. Den Optimismus der Branche unterstreichen sowohl die Ergebnisse des jüngsten Private Equity-Barometers, das gemeinsam von BVK und KfW erstellte Stimmungsbarometer für den Beteiligungsmarkt, als auch die "Private Equity-Prognose 2014". Während das German Pri-vate Equity Barometer im letzten Quartal des Jahres 2013 auf ein Zweijahreshoch stieg, äußern sich die Branchenvertreter in der "Private Equity Prognose" grundsätzlich positiv zu den Erwartungen bezüglich des Fundraisings, der Investitionen und der Beteiligungsver-käufe im Jahr 2014. Deutlich mehr als die Hälfte der Gesellschaften gehen von einem leichten oder deutlichen Anstieg ihrer Investitionen aus. Ein weiteres Drittel sieht die eigenen Investi-tionen auf dem gleichen Niveau wie 2013. Beteiligungsgesellschaften im Bereich Wachstums-finanzierungen/Buy-Outs sind dabei noch positiver gestimmt als die Venture-Capital-Vertreter.
Zuversichtlich sind die Befragten auch in Bezug auf erfolgreiche Beteiligungsverkäufe. Jede zweite Gesellschaft erwartet 2014 eine Zunahme ihrer Unternehmensverkäufe und 40 % gehen zumindest von einem gleichbleibenden Niveau aus. Besonders hoffnungsvoll sind die Venture-Capital-Gesellschaften, denn hier erwarten fast zwei Drittel mehr Verkäufe als bislang. Vor Herausforderungen stehen die Gesellschaften weiterhin beim Fundraising. Zahlrei-che Beteiligungsgesellschaften sind nach wie vor auf Investorensuche. 26 deutsche Gesell-schaften gaben an, bereits mit dem Fundraising begonnen zu haben oder bis 2015 damit star-ten zu wollen. Dabei wollen sie insgesamt 2,6 Mrd. € neues Fondskapital einsammeln.
Der Löwenanteil der Investitionen entfiel auf Mehrheitsbeteiligun-gen/Gesellschafternachfolgen (Buy-Outs). Das hier investierte Kapital blieb allerdings mit 3,59 Mrd. € rund ein Drittel unter dem Wert von 2012 (5,27 Mrd. €). Auch die Zahl der Transaktionen ging zurück (2013: 86, 2012: 116). Während sich die Finanzierungsbedingun-gen für Buy-Outs dank robuster deutscher Konjunktur positiv entwickelt haben, bleibt aller-dings die Zahl möglicher Zielunternehmen weiterhin begrenzt. Dies hemmt das Übernahme-geschehen.
Bei den mittelstandsorientierten Minderheitsbeteiligungen (Wachstums-, Replacement- und Turnaround-Finanzierungen) stieg die Zahl der finanzierten Unternehmen deutlich von 399 auf 484 an, allerdings halbierte sich das Investitionsvolumen nahezu aufgrund we-niger sehr großer Minderheitsbeteiligungen von 792 Mio. € auf 414 Mio. €.