Jörg Asmussen beim BVK-Dinner: Europa ist auf einem guten Weg aus der Krise

Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), hat beim gestrigen BVK-Dinner des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) in Berlin über den Zustand der Eurozone gesprochen. Rund 250 hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft kamen zu dem etablierten Branchentreffen, das dieses Jahr im Atrium der Bundespressekonferenz stattfand.

Asmussen betonte in seiner Rede, dass sich die europäischen Länder aus der Krise bewegen und Fortschritte bei ihrer Sanierung machen. Dabei seien drei Dinge entscheidend: "Es geht um die Wiederherstellung solider Staatsfinanzen, die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit, also die Steigerung des Wachstumspotenzials, und drittens um die Sanierung des Bankensektors." Dabei müsse berücksichtigt werden, dass "die Eurozone insgesamt heute mit Blick auf die öffentlichen Finanzen gesünder dasteht als andere Weltregionen." Die Eurozone habe im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt einen Schuldenstand von 96%. Nächstes Jahr werde der Scheitelpunkt erreicht, danach falle dieser Schuldenstand. "Wir haben die Aufgabe, die teilweise hohen Schuldenstände in der Eurozone zu senken. Schuldentilgung sei auch eine Frage der Generationengerechtigkeit ", betont das EZB-Direktoriumsmitglied. Er blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: "Ab nächstes Jahr haben wir ein positives Wachstum. Das heißt, wir haben einen Aufschwung, der ist zwar schwach, er ist fragil, er ist ungleichmäßig verteilt, aber es geht in die richtige Richtung."

Deutschlands Exportstärke sei positiv zu bewerten. Von der Wettbewerbsfähigkeit profitierten auch die europäischen Nachbarn. Denn aus den Nachbarländern kommen Vorprodukte, die in Deutschland weiterverarbeitet, vollendet und exportiert werden. Damit seien die Produkte aus Deutschland ein Zeichen für "made in europe". "Man macht es sich zu einfach, wenn man behauptet, dass ein weniger wettbewerbsfähiges Deutschland anderen Euroländern helfen würde", so Asmussen. Denn in einem integrierten Europa sei die Stärke des Einen nicht die Schwäche des anderen. Was Deutschland schade, sei auch nicht gut für Europa.

Der Austausch zwischen Politik, Medien und der Beteiligungskapitalbranche ist ein wichtiges Anliegen des Verbandes. "Besonders freut es uns, dass mit Jörg Asmussen einer der anerkanntesten Euro-Experten gesprochen und uns einen Blick auf das kommende Jahr und die Entwicklungen der Eurozone gegeben hat. Es ist schön, zu sehen, dass unser jährliches BVK-Dinner ein fester Termin im Kalender von Politik und Medien ist", so BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs.

(v.l.n.r.): Matthias Kues, BVK-Vorstandsvorsitzender, Ulrike Hinrichs, BVK-Geschäftsführerin, Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der Euroäpischen Zentralbank, Wilken von Hodenberg, BVK-Präsident

Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank spricht beim BVK-Dinner zur Eurozone.

Blick in das Atrium der Bundespressekonferenz am Abend des BVK-Dinner