SPD-Kompetenzteammitglied Krajewski: Deutschland braucht mehr Gründerinnen

Frauen mischen in der deutschen Gründerszene erfolgreich mit, wie das Beispiel des Berliner Start-ups tausendkind zeigt. Christiane Krajewski, Mitglied für Wirtschaft im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, hat die beiden Gründerinnen des Onlineshops für Kindermoden gemeinsam mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Eva Högl aus Berlin-Mitte und dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) in ihrem Unternehmen besucht. Beide Politikerinnen informierten sich vor Ort über Herausforderungen, vor denen insbesondere Frauen bei der Gründung eines Unternehmens in Deutschland stehen. Dabei wurde auch über die wichtige Rolle von Venture Capital für die Gründungsfinanzierung diskutiert.

Die Handelsplattform für Kindermoden haben Dr. Anike von Gagern und Dr. Kathrin Weiß 2010 gegründet. Inzwischen verfügt das Unternehmen über 60 Angestellte. tausendkind bietet online Mode, Spielzeug und Accessoires für Kinder von Geburt bis zum zehnten Lebensjahr an. Das Sortiment umfasst fast 20.000 Produkte von knapp 200 Marken und bietet eine in Deutschland einmalige Bandbreite von bekannten Marken wie Steiff, finkid und Sanetta bis hin zu kleinen Boutique-Labels wie Djou-Djou oder Hansekind.

"Das Engagement der Gründerinnen beeindruckt mich besonders. Sie widmen sich Familie und dem Aufbau ihres Unternehmens gleichermaßen und sind daher vor eine besondere Situation gestellt", sagt Krajewski. Frauen seien nicht weniger kreativ als Männer, allerdings in der deutschen Start-up-Szene unterrepräsentiert. Lediglich 13 Prozent aller Gründer sind Frauen.1 "Wir müssen Wege und Mittel finden, um mehr Frauen in Deutschland zum Gründen zu ermutigen", erklärt Krajewski. "Vorbilder, die junge Gründerinnen ermutigen, sind rar", so Anike von Gagern und Kathrin Weiß. "Die gleichzeitige Gründung eines Unternehmens und einer Familie stellt zwar eine Herausforderung dar, ist aber auch eine besondere Chance, da man hohe Flexibilität genießt", wissen die beiden Gründerinnen.

Dass die Idee von tausendkind Wirklichkeit wurde, verdanken die Gründerinnen auch der Finanzierungsform Beteiligungskapital. tausendkind wird durch die IBB Beteiligungsgesellschaft mit Venture Capital finanziert. Auch Gruner + Jahr Digital ist an dem jungen Unternehmen mittlerweile beteiligt. "Wir waren von Anfang an von der Idee der beiden Unternehmerinnen begeistert und der Erfolg gibt uns Recht. Junge Unternehmer brauchen Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Ideen, die wir gern geben – sowohl finanziell als auch mit unserem Know-how", sagt Roger Bendisch, Geschäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft. Aktuell befinden sich zwei von der IBB Beteiligungsgesellschaft verwaltete Fonds in der Investitionsphase, der VC Fonds Technologie Berlin mit einem Fondsvolumen von 52 Mio. € und der VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin mit einem Fondsvolumen von 30 Mio. €.

Wagniskapital spielt somit eine entscheidende Rolle bei der Gründungsfinanzierung. In den Augen der Beteiligungskapital-Branche ist es wichtig, dass der hiesige Gründerstandort durch konkrete politische Maßnahmen gefestigt wird. "Die Politik sollte etwa öffentliche Ankerinvestoren wie KfW und Landesförderbanken weiter stärken und so entscheidend helfen, die Wagniskapitalfinanzierung junger Unternehmen auf eine breitere Basis zu stellen", fordert BVK-Präsident Wilken von Hodenberg. Auch sei Deutschland im Hinblick auf die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital international nicht wettbewerbsfähig. "Unser Land braucht ein Ökosystem für Gründungen, das junge und innovative Unternehmer ermutigt und langfristig im Land hält", so von Hodenberg.


tausendkind-Gründerinnen Dr. Kathrin Weiß (2.v.l.) und Anike von Gagern (4.v.l.) zeigen Christiane Krajewski aus dem Steinbrück-Kompetenzteam (5.v.l.), Dr. Eva Högl MdB (3.v.l.) sowie BVK-Präsident Wilken von Hodenberg (1.v.r) und BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs (1.v.l.) ihr Unternehmen.

1 Vgl. Deutscher Startup Monitor 2013 des Bundesverbandes Deutsche Startups.