Roadshow mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein: Beteiligungskapital muss gefördert werden

Beteiligungskapital ist eine Stütze für den deutschen Mittelstand wie auch für die deutsche Start-up-Szene. Das konnte die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein (SPD) während ihrer Besuche am Montag, 17. Juni, bei den mit Beteiligungskapital finanzierten Unternehmen EBK Krüger in Teltow und GILUPI in Potsdam erfahren. Beide Unternehmen sind maßgebliche Beispiele für die wichtige Rolle von Beteiligungskapital für die deutsche Wirtschaft.

"Wir müssen in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen wir leben, flexibel sein und dürfen nicht an eingefahrenen Finanzierungsformen festhalten. Beteiligungskapital ist für die Unternehmen eine willkommene Alternative zum Bankkredit und muss auch durch die Politik mehr gefördert werden", machte Andrea Wicklein MdB, Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für den Mittelstand/freie Berufe und ordentliches Mitglied im Wirtschaftsausschuss, bei ihren Unternehmensbesuchen deutlich.



Bei EBK Krüger in Teltow interessierte sich MdB Andrea Wicklein für die Produktion der Relais, die in den Werkshallen hergestellt werden.




Am Nachmittag ließ sich die Bundestagsabgeordnete bei GILUPI in Potsdam Blutzellen unter dem Mikroskop zeigen.


"Wir freuen uns daher besonders, dass sich Frau Wicklein die Zeit genommen hat, vor Ort an ausgewählten Beispielen zu sehen, wie Beteiligungskapital funktioniert. Die Politik trifft weitreichende Entscheidungen für unsere Branche, daher ist ein enger Kontakt notwendig, um auf die Probleme aufmerksam machen zu können", erläutert Dr. Peter Güllmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BVK und Bankdirektor und Bereichsleiter Unternehmensfinanzierung der NRW.BANK. Er weiß, wie wichtig es ist, mit der politischen Ebene im kontinuierlichen Dialog zu stehen, um dem Mittelstand die bestmöglichen Chancen für eine Finanzierung mit Beteiligungskapital zu ermöglichen.

Gabriela Pantring, als Vorstandsmitglied der Brandenburger Förderbank ILB verantwortlich für die Geschäftsbereiche Beteiligungen und Technologieförderung, unterstreicht: "Gerade regionale Förderbanken und ihre Beteiligungsgesellschaften gewinnen bei der Eigenkapitalausstattung junger Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Sie unterstützen mit Zuschüssen, geben Beteiligungskapital, gewinnen weitere Finanzpartner und helfen mit ihren breit angelegten Netzwerken und ihrem Know-how." 2012 hat die ILB allein in der Technologieförderung rund 22 Millionen Euro Fördermittel für 223 Projekte zugesagt und ist 26 Beteiligungen bzw. Eigenkapitalfinanzierungen über 15 Millionen Euro eingegangen.

Und auch Milos Stefanovic, Geschäftsführer der MBG Berlin-Brandenburg, weiß um die Bedeutung von Beteiligungskapital für die Region: "Die MBG ist gemeinsam mit der Bürgschaftsbank ein wichtiger Finanzierungspartner für Brandenburger Unternehmen. Wir unterstützen mit Kapital und Know-how mittelständische Unternehmen aus allen Branchen", erklärt Stefanovic mit Blick auf das Portfolio seiner MBG.

Andrea Wicklein besichtigte gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, der Brandenburger Förderbank ILB und der MBG Berlin-Brandenburg die Unternehmen EBK Krüger und GILUPI und informierte sich über deren Firmengeschichte.

Station 1: EBK Krüger, Teltow:

Die mittelständische EBK-Gruppe ist Produktionsdienstleister und Hersteller elektromechanischer und mechanischer Komponenten mit drei Standorten in Berlin und Brandenburg. Der Gründer des Unternehmens, Jens Krüger, suchte seit einiger Zeit eine Nachfolgelösung. Dabei lernte er den heutigen Geschäftsführer Klaus Ertel und seine Partner kennen, die bereits Industriebeteiligungen in Berlin-Brandenburg hatten. Die MBG wurde zu einem frühen Zeitpunkt mit in die Kaufüberlegungen einbezogen. "Die EBK ist ein einzigartiges Unternehmen in Deutschland. Wir fertigen Produkte, die am Ende ihres Lebenszyklus stehen, mit einem enorm hohen Qualitätsanspruch. Daher war es besonders interessant, den Fortbestand des Unternehmens und damit 150 Arbeitsplätze im Rahmen einer Nachfolgeregelung zu sichern. Die MBG Berlin-Brandenburg hat dabei eine wichtige Rolle gespielt", so Ertel. EBK-Krüger-Maschinen spielen beispielsweise bei der Produktion von Relais in allen möglichen Größen eine wichtige Rolle.

Station 2: GILUPI GmbH, Potsdam:

Das Potsdamer Unternehmen GILUPI GmbH zählt zu den Life-Science-Startups und konnte mit Venture Capital die Forschungsidee Krebszellen im Blut von Patienten, mit Hilfe eines medizinischen Collectors zu detektieren, erfolgreich umsetzen und auf den Markt bringen. Die Geschäftsidee überzeugte die ILB-Tochter BC Brandenburg Capital GmbH. GILUPI ist mit einer kleinen Forschungsabteilung in Potsdam gestartet. Heute beschäftigt das kleine mittelständische Unternehmen 25 Mitarbeiter und arbeitet mit national und international anerkannten klinischen und universitären Partnern zusammen. "ILB, BC Brandenburg und die anderen Venture Capital Unternehmen stehen uns, gerade jetzt in der Vermarktungsphase, bei allen Fragen der Finanzierung und auch mit Kontakten zur Seite. Es ist wichtig für uns, gut vernetzte Partner an unserer Seite zu haben", zeigt sich Geschäftsführer Klaus Lücke zufrieden.

"Die Branche Life Science geht im aktuellen Boom der Internet-Branche fast unter, dabei ist die Gesundheitswirtschaft seit vielen Jahren ein bedeutender Wirtschaftszweig, den wir gerade auch in Brandenburg unterstützen. GILUPI ist ein gutes Beispiel für die Innovationskraft Brandenburger Technologieunternehmen. Das Konzept von GILUPI hat uns von Anfang an überzeugt", beschreibt Olav Wilms, Bereichsleiter Beteiligungsmanagement bei der ILB und Geschäftsführer der BC, die Investitionszielstellung. Aktuell hat die ILB über ihre Töchter rund 22 Millionen Euro Eigenkapital in 12 Unternehmen der Life-Science-Branche, hauptsächlich Medizintechnik, investiert. Das entspricht rund einem Drittel des Gesamtportfolios.

Der BVK machte bei den Unternehmensbesuchen deutlich, dass die Politik eine entscheidende Rolle für die Beteiligungskapitalbranche spielt. So ziehen die von der Politik festgelegten Rahmenbedingungen weitreichende Folgen für die Beteiligungsgesellschaften und damit auch die Portfoliounternehmen nach sich. BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs, die im Mai Bundesminister Phillip Rösler auf seiner Delegationsreise zum Thema Venture-Capital-Investments in die USA begleitete, macht deutlich, wie wichtig Wagniskapital für die Start-up-Szene ist: "Es freut uns sehr, dass mittlerweile alle Parteien die Wichtigkeit von Venture Capital anerkennen. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zu besseren Rahmenbedingungen." Wagniskapital ermögliche es den Neugründern, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. "Wie erfolgreich dies sein kann, sehen wir am Beispiel GILUPI", so Hinrichs.