14. Deutscher Eigenkapitaltag: Venture Capital und Finanzmarktregulierung im Fokus

Zum wichtigsten Treffen der deutschen Beteiligungsbranche werden heute rund 300 Vertreter aus Wirtschaft, Medien und Politik im Jüdischen Museum Berlin erwartet. Gastgeber des Deutschen Eigenkapitaltags ist der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), der die jährliche Konferenz zum 14. Mal ausrichtet.

Eröffnet wird die Veranstaltung von Markus Ferber, Vorsitzender der CSU-Europagruppe und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament. Dr. Peter Ramsauer (CSU), Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, hält am Nachmittag die Hauptrede zur Frage "Ist Deutschland reif für neue Formen von Infrastruktur-Investments?"

Am Vormittag stehen die Themen Venture Capital und Mittelstandsfinanzierung im Fokus: Wolfgang Tiefensee, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Wirtschaft und Technologie spricht über die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der SPD-Fraktion. In einer nachfolgenden Podiumsdiskussion wird es um "Forschungs- und Innovationsförderung als Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft" gehen.

Finanzpolitischen Themen stehen am Nachmittag im Mittelpunkt der Konferenz: Erst referiert Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, über die Staatsschuldenkrise in der Eurozone und die Folgen für die Finanzierungskultur. Anschließend werden die wirtschafts- und finanzpolitischen Experten der Bundestagsfraktionen über den Bundestags-Wahlkampf debattieren und dabei die Frage erörtern, wohin die Parteien in der Finanz- und Wirtschaftspolitik steuern.

Ein Beispiel aus der Praxis präsentiert Thomas Ebeling, CEO der ProSiebenSat1 Media AG. Er spricht über "Innovations- und Wachstumsinitiativen im Mediengeschäft" und nimmt dabei zur Rolle, die Private Equity in seinem Unternehmen spielt, Stellung.

Presselunch zur Situation des deutschen Venture-Capital-Marktes

Venture Capital ist jedoch nicht nur ein Thema, das die deutsche Beteiligungsbranche bewegt. Die Finanzierungsform steht aktuell auch im Zentrum der Medienberichterstattung über den Gründerboom und die deutsche Start-up-Szene. BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs hat jüngst Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) und seine Delegation ins Silicon Valley begleitet, um dort für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu werben und Investoren zu gewinnen.

Im Rahmen eines Pressegesprächs wird der BVK heute über diese Reise berichten und seine Forderungen für bessere Rahmenbedingungen für Venture Capital vorstellen. Bisher trägt die Politik nicht ausreichend dazu bei, dass der deutsche Venture-Capital-Markt seine Rolle als Impulsgeber wahrnehmen kann. Im europäischen Vergleich sind die Rückstände zu anderen Ländern offenkundig. Zwar zählt Deutschland gemessen an seinen VC-Investitionen von 520 Mio. Euro zu den drei wichtigsten Standorten. Gemessen am Verhältnis der VC-Investitionen zum nationalen BIP liegt Deutschland allerdings unter dem EU-Durchschnitt und offenbart damit erheblichen Nachholbedarf. Dabei ist ein starker Venture-Capital-Markt im internationalen Wettbewerb ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor, um die Potenziale junger und innovativer Unternehmen für den Wohlstand eines Landes zu nutzen.