Private Equity verschafft der europäischen Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil

Private-Equity-Investitionen in Innovationen sind bis zu neunmal effektiver als andere Finanzierungsmöglichkeiten. Zu diesem Ergebnis gelangen heute veröffentlichte Forschungsergebnisse von Frontier Economics, die das Forschungsinstitut im Auftrag der European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA) ermittelt hat. Die Studie hebt den positiven Einfluss hervor, den Private Equity auf einige der wichtigsten Wettbewerbs- und Wachstumsfaktoren der europäischen Wirtschaft hat. Private Equity bewirkt demnach den Anstieg ausländischer Investitionen, ein Wachstum im Bereich Innovation und eine Verbesserung der Produktivität.

Frontier Economics hat für die Forschungsergebnisse auf über 60 wissenschaftliche und einschlägige fachliche Studien zurückgegriffen sowie öffentlich zugängliche Daten untersucht. Dabei zeigte sich: Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Private Equity stützen die strategischen Prioritäten des EU-Wachstumsplans, Europa 2020, durch zahlreiche Effekte.

Private Equity holt Finanzmittel nach Europa und versorgt Unternehmen so mit dringend benötigtem Beteiligungskapital. In den zwölf größten europäischen Private-Equity-Märkten wurden zwischen 2007 und 2012 fast 250 Mrd. Euro an Private Equity in über 19.400 Unternehmen investiert. Davon kamen ca. 50 Mrd. Euro aus Ländern außerhalb Europas.Zudem werden mit Hilfe von Beteiligungskapital Unternehmen aufgebaut, die innovativer sind als jene, die nicht durch Private Equity finanziert werden. Zwischen 2006 und 2011 wurden Private-Equity-finanzierten Unternehmen Patente im Wert von bis zu 350 Mrd. Euro erteilt. Durch die Beteiligung von Private Equity steigt die Anzahl der Patente um 25 %. Da eine höhere Anzahl an Patenten einem größeren wirtschaftlichen Wert entspricht, legt dies nahe, dass Private Equity Res-sourcen effektiver einsetzt, um eine höhere Investmentrendite zu erzielen. In manchen Wirtschaftssektoren kann eine PE-Finanzierung bis zu neunmal effektiver sein als eine Finanzierung aus anderen Quellen.Private Equity steigert die Produktivität durch eine Verbesserung des Managements, des operativen Fachwissens und der Herstellungsprozesse. Private-Equity-Finanzierung vermag außerdem, die Produktivität (gemessen an der Kennzahl EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) pro Mitarbeiter) in großen PE-finanzierten Unternehmen über einen Zeitraum von sechs Jahren um 6,9 % zu steigern. In Europa trägt Private Equity jährlich zur Gründung von bis zu 5.600 neuen Unternehmen bei. Jedes Jahr stehen Venture-Capital-Investitionen in direktem Zusammenhang mit der Gründung von 2.800 neuen Unternehmen in ganz Europa. Zusätzlich gibt ein "Spillover"-Effekt – angetrieben durch den Austausch von Fachwissen, Networking und inspirierende Vorbilder – potenziellen Unternehmen den Anstoß dazu, jährlich ungefähr weitere 2.800 Unternehmen zu gründen.Private Equity schafft robuste, stabile Unternehmen. Diese Unternehmen sind mindestens genauso stabil wie Unternehmen anderer Beteiligungsformen mit ähnlichen Eigenschaften. Einige der für die aktuellen Forschungsergebnisse verwendeten Studien legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein PE-finanziertes Unternehmen scheitert, um bis zu 50 % niedriger ist als bei vergleichbaren, nicht durch Private Equity finanzierten Unternehmen. Beteiligungskapital-finanzierte Unternehmen legen einen deutlicheren Schwerpunkt auf Internationalisierung. Vereinzelt gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Private Equity möglicherweise eine große Rolle bei der Unterstützung von Unternehmen in ihren Anstrengungen zur Internationalisierung spielt. Dies geschieht dadurch, dass den Portfoliounternehmen strategische und operative Orientierungshilfe bei der Erschließung ausländischer Märkte gegeben wird und sie zudem direkt finanziert werden. Auch wird mit Beteiligungskapital ein breites Spektrum an Unternehmen finanziert, von denen 83 % kleine und mittelständische Unternehmen sind – die Motoren wirtschaftlichen Wachstums. Drei der fünf Sektoren, die am meisten von Private-Equity-Investitionen profitieren – Industrie- und Gewerbeprodukte, Biowissenschaften und Kommunikation – sind kapitalintensiv und erhalten typischerweise beträchtliche Investitionen in Form von physischem Kapital; darunter Infrastruktur, Maschinen, Gebäude und Computer.

Vincenzo Morelli, Vorsitzender der EVCA, erklärte: "Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen wir uns in Europa konfrontiert sehen, zeigen diese Ergebnis-se eindeutig, dass Private Equity – ganz unabhängig vom Wirtschaftszyklus – bei der Bereitstellung von verlässlichen, stabilen Investitionen in Unternehmen aller Größen in ganz Europa eine unverzichtbare Rolle spielt. Private Equity ist ein Motor für Innovation, Wandel und Leistungsverbesserung, der Unternehmen in Europa dabei unterstützen kann, zu überleben, zu wachsen und sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten."

Die vollständige Studie finden Sie hier.