Stimmung am Beteiligungsmarkt erholt sich

- Beruhigung auf den Finanzmärkten sorgt für Entspannung auf niedrigem Niveau
- Investment Proposals in Frühphase sehr gut, Portfolioabschreibungen bereiten Sorgen

Das German Private Equity Barometer, das von BVK und KfW gemeinsam für das Handelsblatt ermittelt wird, erholt sich im dritten Quartal und gleicht seinen starken Rückgang im zweiten Quartal fast vollständig aus. Der Geschäftsklimaindex für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt steigt um knapp 19 Zähler auf 42,3 Punkte. Die befragten Beteiligungsgesellschaften bewerten sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen besser als im letzten Quartal.

Der Anstieg des Geschäftsklimas folgt der Beruhigung auf den Finanzmärkten. Die Beteiligungsfinanzierer schätzen sowohl Fundraising- als auch Exitbedingungen neu deutlich positiver ein. Eine Trendwende ist das noch nicht: Die Befragten erwarten höhere Portfolioabschreibungen.

Im Frühphasensegment sind die Nachfrage nach Beteiligungskapital und die Qualität der eingehenden Investment Proposals hoch. Der Teilindikator zur Qualität der Proposals erreicht im dritten Quartal ein Allzeithoch. Im Gegensatz dazu sinkt im Spätphasensegment die Nachfrage nach Beteiligungskapital erneut; die Qualität der Investment Proposals stagniert auf niedrigem Niveau.

Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe Dr. Jörg Zeuner hofft auf mehr Deals im Frühphasensegment: "Wir rechnen mit besseren konjunkturellen Rahmenbedingungen im Verlauf des nächsten Jahres. Daraus ergeben sich angesichts der hohen Qualität der Investment Proposals gute Chancen für die Beteiligungsfinanzierer."

BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs sieht die Beteiligungsbranche gut aufgestellt: "Zwar bleibt der Ausblick für die Real- und Finanzwirtschaft weiterhin unsicher und die in beiden Bereichen stark vernetzte Private Equity-Branche kann sich hiervon nicht völlig abkoppeln. Wir gehen aber davon aus, dass die jetzige Stimmungskorrektur kein Strohfeuer ist. Erfreulich ist, dass die verbesserte Stimmungslage auf einer breiten Basis steht und sowohl in der Früh- als auch Spätphase festzustellen ist."

Chart: German Private Equity Barometer Das German Private Equity Barometer ist der gemeinsam von BVK und KfW erstellte Stimmungsindikator für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt. Dazu werden die in Deutschland aktiven Beteiligungsgesellschaften nach ihren Einschätzungen zur aktuellen und erwarteten Geschäftslage und den verschiedenen stimmungsbeeinflussenden Faktoren befragt. Das German Private Equity Barometer gibt zum einen Auskunft über das Geschäftsklima auf dem deutschen Markt insgesamt und differenziert zum anderen für die beiden Segmente Frühphase (Seed-/Start up-Investoren) und Spätphase (Wachstums- und Buy-Out/Buy-In-Investoren).Als Datengrundlage zur Ermittlung des Barometers werden von KfW und BVK die Mitgliedsunternehmen des BVK vierteljährlich nach der Einschätzung ihrer aktuellen Geschäftslage sowie der in den jeweils nächsten 6 Monate erwarteten Geschäftslage (jeweils Antwortmöglichkeiten von "sehr gut" bis "sehr schlecht") befragt. Auf dieser Datenbasis berechnet die KfW das German Private Equity Barometer. Das German Private Equity Barometer kann zwischen den Extremwerten -100 (d.h. alle Befragten schätzen das Geschäftsklima schlecht ein) und +100 (d.h. alle Befragten schätzen das Geschäftsklima gut ein) schwanken. Ein Wert von Null bedeutet, dass sich positive und negative Einschätzungen gerade ausgleichen. Werte größer (kleiner) als Null zeigen eine überwiegend positive (negative) Einschätzung des Geschäftsklimas an.Zum 1. Quartal 2011 wurde die Berechnung der Indikatoren des German Private Equity Barometers im Detail verbessert. Hierbei wurde auch der Faktor, mit dem die Angaben der antwortenden Beteili-gungsgesellschaften bei der Berechnung der Indikatoren gewichtet werden, angepasst. Werte früherer Veröffentlichungen sind daher nicht mehr mit den ab dem 1. Quartal 2011 veröffentlichten Angaben vergleichbar. Tags: Powered By: iCharts create, share, and embed interactive charts online