BVK: Steinbrück-Papier geht an der Realität vorbei

Zur Veröffentlichung des Positionspapiers von MdB Peer Steinbrück erklärt Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK): "Wir sind enttäuscht über die Vorschläge von Herrn Steinbrück. Private-Equity-Häuser sind keine Schattenbanken, sondern stellen für Unternehmen vor allem im Bereich der Mittelstandsfinanzierung wichtiges Eigenkapital zur Verfügung".

Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat heute sein lang erwartetes Konzept zur Finanzmarktregulierung "Vertrauen zurückgewinnen: Ein neuer Anlauf zur Bändigung der Finanzmärkte" der Öffentlichkeit vorgestellt. Schwerpunkt seines Maßnahmenkatalogs sind Vorschläge für eine europaweite Bankenregulierung und -aufsicht. Zudem nimmt er Stellung zur Regulierung des Schattenbankensektors. In seinen Ausführungen zu Schattenbanken macht er auch Aussagen zu Private Equity-Gesellschaften und ihre Verbindungen zum regulären Bankensektor, die nicht zutreffend sind. So bezeichnet er den Private Equity-Sektor als nicht reguliert und schlägt vor, die Kreditvergabe oder Beteiligung von Banken an Finanzinstituten, wie z. B. Hedge-Fonds oder Private-Equity-Fonds zu verbieten.

Beteiligungsgesellschaften sind keine Schattenbanken

Private Equity- und Venture Capital-Fonds stellen voll haftendes Eigenkapital für den Erwerb von Unternehmensbeteiligungen bereit. In unterschiedlichen Phasen der Unternehmensentwicklung erweitern sie den Kreis der Eigentümer eines Unternehmens (Start up -/Wachstumsfinanzierung) und stellen den Unternehmen dabei Kapital für das weitere Wachstum zur Verfügung. Oder sie ersetzen ausscheidende Gesellschafter (Nachfolgeregelung/Konzern Buy-Outs/Management Buy-Outs).

Private-Equity-Gesellschaften sind keine Schattenbanken, da durch sie Eigenkapital bereitgestellt wird, sie nicht in Fremdkapital bzw. Kreditinstrumente investieren und somit kein Kredit- bzw. Bankgeschäft betreiben. Sie unterscheiden sich damit grundlegend von Geldmarktfonds, Zweckgesellschaften und auch vielen Hedgefonds, die Teile der Kreditintermediationskette außerhalb des Bankensektors sind, da sie Kapital einsammeln und dieses in Anleihen und andere Kreditinstrumente einschließlich zugehöriger Derivate investieren. Zudem sind Private-Equity-Gesellschaften keineswegs unreguliert. Bereits im vergangenen Jahr ist die europäische AIFM-Richtlinie in Kraft getreten. Diese reguliert u.a. auch den Private-Equity-Sektor und wird derzeit in deutsches Recht umgesetzt.