Hochrangige Politiker beim 13. Deutschen Eigenkapitaltag: Von der Leyen und Machnig mit politischen Reden

Zum wichtigsten Treffen der deutschen Private-Equity-Branche werden heute rund 300 Vertreter aus Wirtschaft, Medien und Politik im Jüdischen Museum Berlin erwartet. Gastgeber des Deutschen Eigenkapitaltags ist der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), der die jährliche Konferenz zum 13. Mal ausrichtet.

Eröffnet wird die Veranstaltung von Matthias Machnig, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie des Freistaates Thüringen (SPD). Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, hält am Nachmittag die Hauptrede zum Thema "Europa vor der doppelten Vertrauensfrage".



Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, auf dem
13. Deutschen Eigenkapitaltag


Mit der Frage "Welche Wirtschafts- und Finanzpolitik brauchen die Unternehmen in Deutschland?" beschäftigt sich Ernst Burgbacher, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie sowie Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung, in seinem Impulsvortrag sowie in der sich anschließenden Podiumsdiskussion. Mit ihm sitzen Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Dr. Frank Steffel, MdB, Mitglied des Finanzausschusses sowie Berichterstatter der AG Finanzen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Thema Private Equity, Carsten Schneider, MdB, Haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und Dr. Hubertus Kolster von CMS Hasche Sigle auf dem Podium. Auch Dr. Hanns Ostmeier ist Teil der Runde – für ihn ist der Deutsche Eigenkapitaltag die Abschiedsveranstaltung als BVK-Präsident, er scheidet turnusgemäß zum Ende des Monats aus dem Vorstand aus.

Podiumsdiskussionen zu Wirtschafts- und Gesundheitspolitik

Die Finanzierung von Innovationen zur Sicherung des Standortes Deutschland beleuchtet Werner Oerter, Leiter des Bereiches KfW Mittelstandsbank, der damit ein wichtiges Thema zur Debatte stellt. Denn auch beim Schwerpunkt Gesundheit geht es um die Frage, welche Rolle Beteiligungskapital bei der Finanzierung von Innovation und Technologietransfer in der Medizin spielen kann. Dieser Diskussion stellen sich Prof. Dr. Detlev Ganten, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Charité, Johannes Singhammer, MdB und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sowie Dr. Edgar Franke, MdB und Mitglied des Bundestagsausschusses für Gesundheit und Dr. Klaus Stöckemann von Peppermint VenturePartners.

Auch nachhaltiges Investieren spielt in der Branche eine zunehmend große Rolle. Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, hält einen Vortrag zum "Umgang mit Nichtwissen – Risikoeinschätzung zwischen Wunsch und Wirklichkeit". Aus der Perspektive der Investoren beleuchtet Ralph Günther, Principal bei Pantheon LLP, wie wichtig Nachhaltigkeitskriterien bei der Investmententscheidung von Beteiligungsgesellschaften inzwischen sind. Auch Dr. Axel Herberg, Senior Managing Director der Blackstone Group, sieht im Finanzinvestor einen Co-Unternehmer, der sich um die Interessen der Firmen kümmert. Als gutes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaft stellt sich BMG Rights Management vor, dass sich mithilfe von KKR zum Global Player im Musikmarkt entwickelt hat.

Vorstellung einer neuen Studie zur Beteiligungsdauer von Private-Equity-Gesellschaften

Dass Beteiligungsgesellschaften langfristig orientierte Investoren sind, belegt eine neue BVK-Studie. Durchschnittlich lagen 57 Monate zwischen dem Einstieg einer Beteiligungsgesellschaft und dem vollständigen Ausstieg aus den finanzierten Unternehmen. Mehr als jede zweite Beteiligung (52 %) wurde länger als vier Jahre gehalten; jede vierte sogar mindestens sechs Jahre. Beteiligungsgesellschaften geben damit eine langfristige Perspektive – auch für die Zeit nach der Beteiligung. Von den untersuchten 614 Private-Equity-Verkäufen in Deutschland kommen besonders kurze Beteiligungen von weniger als einem Jahr nur in Ausnahmefällen (2 %) vor. Nur 14 % der Beteiligungen wurden höchstens zwei Jahre gehalten.

Zudem widerlegt die Analyse das Vorurteil, dass Weiterverkäufe an andere Finanzinvestoren besonders oft und innerhalb kurzer Zeit realisiert werden. Nur knapp ein Drittel der untersuchten Beteiligungsverkäufe (196) entfiel auf Verkäufe an Finanzinvestoren wie Beteiligungsgesellschaften. Dagegen erfolgte mehr als die Hälfte (327) durch Trade Sales an strategische Käufer, also an andere Unternehmen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Beteiligungszeiträume bei Trade Sales (55 Monate) und bei Verkäufen an andere Finanzinvestoren (57 Monate) nicht signifikant und liegen im Bereich des Gesamtdurchschnitts.