Finanzpolitikerin Tillmann besucht Ilmenauer Quarzschmelze

Die Thüringer Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann hat gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) die QSIL GmbH Quarzschmelze Ilmenau in Langewiesen besucht. "Für mich ist es wichtig, zu erfahren, welche privaten Finanzierungsmöglichkeiten deutschen Unternehmen zur Entwicklung ihres Geschäftes offen stehen, da wir als Finanz- und Haushaltspolitiker dafür im Bundestag zuständig sind", sagte die CDU-Politikerin, die zugleich stellvertretende Vorsitzende des Finanzausschusses ist, bei ihrem Besuch von QSIL. Das 1992 gegründete Unternehmen mit einer Tochtergesellschaft in den USA produziert aus den Ausgangsstoffen Quarz und Granit Quarzglasprodukte für die Halbleiterindustrie in der ganzen Welt.


Besichtigung der Quarzglasproduktion von QSIL (v.l.n.r.): Michael Keitz (Geschäftsführer QSIL); Ulrike Hinrichs (Geschäftsführerin BVK); Antje Oßmann (Vorsitzende Betriebsrat); die Thüringer Bundestagsabgeordnete und Finanzpolitikerin Antje Tillmann; Dr. Helmut Vorndran (BVK-Vorstandsmitglied und Sprecher der Geschäftsführung von Ventizz Capital Partners Advisory AG); Stephan Behr (Geschäftsführer QSIL); Dr. Hanns Ostmeier (Präsident BVK)

"QSIL hat sich durch Beteiligungskapital hier in der Region sehr gut zu einem ertragreichen Unternehmen und wichtigen Steuerzahler entwickelt, wie Sie sehen können", erklärte Stephan Behr, Geschäftsführer der Quarzschmelze. Berühmt sind die Thüringer vor allem für ihr Plasmaschmelzverfahren. QSIL ist als weltweit einziges Unternehmen in der Lage, Holzylinder, wie sie beispielsweise in Rohrsystemen chemischer Fabriken verbaut werden, in einem einfachen Produktionsverfahren herzustellen. Angesichts dieser Technologieführerschaft sei es von entscheidender Bedeutung gewesen, so Behr, dass ein Investor und Partner gefunden werden konnte, der die Gesellschafterstreitigkeiten beendet und die Unternehmensentwicklung forciert habe.

Einen Partner fand QSIL in der Private Equity-Gesellschaft Ventizz Capital Partners. Die im Jahr 2000 gegründete Beteiligungsgesellschaft ist einer der führenden Private Equity-Investoren im Bereich Wachstumsfinanzierung und hat bislang in 43 technologieorientierte Unternehmen investiert. "Mit Ventizz als Mehrheitsaktionär konnten wir die Zahl der Gesellschafter reduzieren und das Unternehmen endlich weiterentwickeln", erläuterte Behr der Finanzpolitikerin Tillmann. Der Private Equity-Fonds beteiligte sich von 2006 bis 2011 an QSIL und brachte die Quarzschmelze weiter voran: Ein neues Produktionsgebäude, ein Labor zur Spurenanalytik und die Expansion des Unternehmens waren die größten Projekte, die die Beteiligungsgesellschaft umsetzte. Betrug der Umsatz vor dem Einstieg von Ventizz rund elf Millionen Euro, wies die Bilanz im vergangenen Jahr bereits 25 Millionen Euro aus. Die Profitabilität stieg seit 2005 um das Dreifache auf über neun Millionen Euro. Besonders gefragt ist die Produktpalette im Ausland, nicht zuletzt im asiatischen Raum.

Großes Interesse zeigte Tillmann als deutsche Bundespolitikerin an der Belegschaft. Was hätten sie vom Einstieg des neuen Mehrheitsgesellschafters bei Qsil gehalten? "Natürlich hatten wir bedenken, als wir von den neuen Plänen hörten", antwortete Antje Oßmann, Vorsitzende des Betriebsrates. So sei intensiv über die Umstrukturierung diskutiert worden. Auch habe sich bei der Belegschaft die Frage nach der Sicherheit der Arbeitsplätze gestellt, erinnerte sich die Arbeitnehmervertreterin. Doch der Einstieg des Private Equity-Investors habe sich positiv ausgewirkt: Die Zahl der Beschäftigten stieg von 90 auf 150 und in den kommenden beiden Jahren will das Unternehmen weiter am Standort Langenwiesen wachsen. Neben einer neuen Werkshalle sollen auch 30 neue Arbeitsplätze entstehen.

Im Frühjahr 2011 hat Ventizz die Quarzschmelze wieder an ein privates Gesellschafterkonsortium, zu dem auch Geschäftsführer Behr zählt, verkauft. "QSIL ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Private Equity-Fonds in Deutschland funktioniert", bilanzierte Dr. Helmut Vorndran, Sprecher der Geschäftsführung von Ventizz. Auch die Finanzexpertin Tillmann kommt zu dem Schluss: Es sei nicht nur das anonyme Geld, sondern auch die Beratungsleistung, die mit Beteiligungskapital einhergehe. "Davon konnte ich mich hier und heute gut überzeugen", sagte Tilmann nach der Besichtigung der Produktionsstätten. Die Politikerin ist der Meinung, dass private Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen eine wichtige Alternative zu staatlichen Förderprogrammen sind, die durch Steuergelder finanziert werden. Abgeordnete Tillmann will auch künftig für die Stärkung des Investitions- und Wirtschaftsstandorts Deutschland eintreten und dabei im Parlament auf die positive Rolle hinweisen, die privates Beteiligungskapital bei der Finanzierung hiesiger Unternehmen spielt.

Auch der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski hätte gern an dem Termin teilgenommen. Leider war dies nicht möglich, da zeitgleich im Bundestag die Gedenkfeier für die Opfer der rechten Gewalt stattfand und er dort zugegen war.