German Private Equity Barometer: Kräftiger Stimmungsaufschwung am Beteiligungsmarkt

- Beteiligungsmarktklima verbessert sich im dritten Quartal in Folge
- Nicht nur die Erwartungen, sondern auch die Lagebeurteilungen fallen jetzt positiv aus
- Fundraising-Möglichkeiten für Innovationsfinanzierer jedoch nach wie vor unzureichend

Ein Sorgenkind der deutschen Wirtschaft, der deutsche Beteiligungsmarkt, hat die Tiefen der Finanzkrise des vergangenen Jahres überwunden und startet mit einem kräftigen Stimmungsaufschwung in das Jahr 2010. Das ist das zentrale Ergebnis des German Private Equity Barometers, dem von der KfW Bankengruppe konzipierten und in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) erhobenen vierteljährlichen Indikator zum Geschäftsklima für den Early- und Later-Stage-Bereich.

Das Barometer setzt die im dritten Quartal 2009 begonnene Erholung fort und wächst kräftig um 10,9 Punkte. Aktuell bewegt es sich auf einem Niveau von 32,7 Punkten, nachdem der Barometerwert im Sommer 2009 unter dem Eindruck massiver Abschreibungssorgen mit -6 Punkten sein Allzeittief erreicht hatte. "Insbesondere die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist der Grund für die deutliche Stimmungsbelebung. Die Akteure beurteilen jetzt auch nicht nur ihre Erwartungen positiv, sondern auch ihre tatsächliche Lage", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Gleichwohl liegt das German Private Equity Barometer noch immer klar unter seinem langjährigen Durchschnittswert von etwa 40 Punkten. "Hemmschuh bleibt, dass die Wagnisfinanzierer weiterhin große Probleme bei der Einwerbung von Fondsmittel haben. Dies birgt die Gefahr, dass die zunehmende Nachfrage von Seiten der Unternehmen nach Beteiligungskapital nicht bedient werden kann", so Irsch.

Besonders die Stimmung im Early-Stage-Bereich hat sich aufgrund der verbesserten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich aufgehellt (+15,3 Punkte). Dabei beurteilen die Akteure vor allem ihre aktuelle Lage besser (+31,2 Punkte). Trotzdem ist es für eine Entwarnung noch zu früh: Die Geschäftserwartungen im Bereich Innovationsfinanzierung für die kommenden sechs Monate sind leicht gesunken (-0,6 Punkte). "Die Akteure im Frühphasensegment konnten ihre Fundraising-Möglichkeiten trotz der verbesserten wirtschaftlichen Situation noch nicht nachhaltig erweitern", sagt Dörte Höppner, BVK-Geschäftsführerin. Im Later-Stage-Bereich hingegen beurteilen die Marktteilnehmer sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate positiver (+9,5 Punkte / +4,7 Punkte). "In der Spätphase wird auch davon profitiert, dass nun wieder vermehrt strategische Investoren aus der Industrie als Abnehmer von Beteiligungen in Betracht kommen. Erfreulich ist die Entspannung bei den Exits. Die Börsengänge im ersten Quartal nähren die Hoffnung auf weitere erfolgreiche Beteiligungsverkäufe im laufenden Jahr", sagt Dörte Höppner.

Das von der KfW konzipierte und in Kooperation vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) und der KfW Bankengruppe vierteljährlich erhobene German Private Equity Barometer gibt Auskunft über das Geschäftsklima (aktuelle und erwartete Geschäftslage) auf dem deutschen Markt für Beteiligungskapital insgesamt sowie differenziert für die beiden Segmente Early Stage (Seed- und Start-Up-Finanzierungen) und Later Stage (Wachstums- und Buy-Out/Buy-In-Finanzierungen). Die detaillierte Analyse des aktuellen German Private Equity Barometers steht hier zum Download.