Mittelständische Beteiligungsgesellschaften beweisen Stabilität in der Finanz- und Wirtschaftskrise

Die im Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zusammengeschlossenen Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften haben 2009 in einem schwieriger gewordenen Umfeld einen signifikanten Beitrag zur Stabilisierung mittelständischer Unternehmen geleistet. Insgesamt investierten die 15 Beteiligungsgesellschaften 137 Mio. € in 406 mittelständische Unternehmen und unterstrichen damit die Rolle der Beteiligungsgesellschaften als Finanzierungspartner des Mittelstandes. Als Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft sind die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften als Kapitalgeber für den Mittelstand wettbewerbsneutral aufgestellt und sehr eng mit ihrer Region verbunden. Sie investieren vornehmlich in Form stiller Beteiligungen und ausschließlich im eigenen Bundesland. Als wichtiger Teil des deutschen Beteiligungsmarktes investieren sie vornehmlich in kleine mittelständische Unternehmen, aber auch in Unternehmensgründungen.

Auch wenn die Mittelständische Beteiligungsgesellschaften gegenüber dem Vorjahr (158 Mio. € in 504 Unternehmen) rund 13 % weniger investierten, verlief das Geschäft angesichts der eingetrübten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Bereich des Beteiligungsmarktes noch vergleichsweise stabil. Dies beweisen auch die Genehmigungen, die mit 158 Mio. €/554 Beteiligungen ebenfalls nur leicht unter dem Vorjahreswert (168 Mio. €/591 Beteiligungen) lagen, aber das Investitionsvolumen übertrafen und damit einen positiven Ausblick auf das Jahr 2010 zulassen. Traditionell ist das Investitionsverhalten der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften wesentlich von der Investitionstätigkeit des Mittelstands im Rahmen von Wachstumsprojekten und Kapitalverstärkungen geprägt. Die konjunkturelle Abkühlung hat die Investitionstätigkeit und Wachstumspläne der Unternehmen hart getroffen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Aktivitäten der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften. So rückte die Stabilisierung der Portfoliounternehmen im Jahr 2009 stärker in den Vordergrund. Hier profitierten zahlreiche Mittelständler auch von der engen Zusammenarbeit mit den Bürgschaftsbanken.

Partner und Impulsgeber des Mittelstandes

Die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften unterstützen den deutschen Mittelstand seit fast 40 Jahren und haben sich zu einem wichtigen Partner entwickelt. Seit ihrem Bestehen finanzierten die Gesellschaften rund 11.000 mittelständische Unternehmen mit mehr als 3,3 Mrd. €. Dabei bauten die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften ihre Aktivitäten in den letzten zehn Jahren sukzessive aus, was auch auf die gestiegene Bedeutung und Akzeptanz von Beteiligungskapital bei den Unternehmen zurückzuführen ist. Hielten sie im Jahr 2000 noch 2.400 Beteiligungen mit über 860 Mio. €, waren es 2009 bereits 3.240 Unternehmen mit einem Volumen von rund 1,2 Mrd. €. Diese Unternehmen beschäftigen rund 245.000 Mitarbeiter und wiesen einen Umsatz von 30 Mrd. € aus. Ihren Erfolg verdanken die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der konsequenten Ausrichtung an den Finanzierungsbedürfnissen des Mittelstandes. Zudem erweiterten viele ihr Beteiligungsangebot für junge Technologieunternehmen und starteten Programme zur Förderung von Unternehmensnachfolgen im Mittelstand.

Ausblick

Bei vielen Unternehmen werden die Jahresabschlüsse 2009 deutliche Spuren der Krise aufweisen, was sich auf die Ratingeinschätzungen der Banken auswirken wird. Das wird den Zugang zu Fremdkapital weiter erschweren und auch verteuern - teilweise mit existenziellen Folgen für viele Unternehmen. Eine ausreichende Eigenkapitalausstattung kann hier Härten verhindern, weshalb die deutschen Beteiligungsgesellschaften und mit ihnen die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften auch für 2010 keinen Rückgang der Nachfrage nach Beteiligungskapital erwarten. Deshalb wird von einem Anstieg der Investitionen ausgegangen. Zusätzliche Impulse für die eigene Geschäftstätigkeit erwarten die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften zudem vom Konjunkturpaket II der Bundesregierung und dadurch, dass beihilferechtliche Restriktionen, die das Geschäftsmodell der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften in den letzten Jahren belastet haben, Ende 2009 weitgehend entfallen sind.

Hintergrundinformationen

Die ersten Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften wurden zu Beginn der 70er Jahre als Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft gegründet. Die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften investieren vornehmlich in Form stiller Beteiligungen und ausschließlich im eigenen Bundesland. Sie refinanzieren sich i.d.R. aus dem ERP-Beteiligungsprogramm der KfW und übernehmen als öffentlich refinanzierte Beteiligungsgesellschaften Förderaufgaben. Aktuell gibt es in jedem deutschen Bundesland eine Mittelständische Beteiligungsgesellschaft, wobei Berlin und Brandenburg eine gemeinsame Gesellschaft haben.