German Private Equity Barometer: Ergebnisse 2011

Das Geschäftsklima des deutschen Beteiligungskapitalmarktes im Spiegel des German Private Equity Barometers

Die deutschen Beteiligungsgesellschaften starten mit guter Stimmung ins Jahr 2011. Das German Private Equity Barometer zeigt einen Anstieg des Geschäftsklimas im ersten Quartal 2011 um 5 Zähler auf 47,0 Punkte. Die zunehmend als gut befundenen Bedingungen beim Fundraising und den Exitmöglichkeiten sowie ein sinkender Abschreibungsbedarf für Totalverluste heben die Laune. Der konjunkturbedingte Auftrieb der Einstiegspreise für neue Beteiligungen dämpft dagegen den Stimmungs­aufschwung. Der Anstieg des Geschäftsklimas zeigt sich sowohl für das Früh- als auch für das Spätphasensegment des Beteiligungskapitalmarkts. Die Marktfaktoren signalisieren in der Gesamtschau, dass sich das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt in absehbarer Zeit weiter positiv entwickeln dürfte.

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungskapitalmarkt verbessert sich im Frühsommer 2011 deutlich. Das German Private Equity Barometer zeigt im zweiten Quartal 2011 einen Anstieg um 12,6 Zähler auf einen Wert von 59,6 Punkten. Der Anstieg geht insbesondere mit einer starken Verbesserung der Beurteilung der Nachfrage nach Beteiligungskapital sowie der Innovationstätigkeit der Unternehmen einher. Im Frühphasensegment des Beteiligungskapitalmarkts klettert der Geschäftsklimaindex ein wenig stärker als im Spätphasensegment, in dem die Geschäftserwartungen nun auf einem Rekordniveau liegen. Aufgrund der zu beobachtenden Konsolidierungstendenzen bei einigen Marktfaktoren ist aber davon auszugehen, dass sich der Geschäftsklimaindikator für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt auf absehbare Zeit auf dem erreichten Niveau stabilisiert.

Die Stimmung auf dem deutschen Beteiligungsmarkt verzeichnet im dritten Quartal 2011 einen starken Einbruch. Das German Private Equity Barometer (GPEB) geht um 30,4 Zähler zurück – stärker als je zuvor in einem einzigen Quartal seit Erhebungsbeginn 2003. Vor allem die schwache konjunkturelle Entwicklung und die Verwerfungen an den internationalen Anleihen- und Aktienmärkten drücken die Marktstimmung. Die Beteiligungsgesellschaften beklagen in diesem Zusammenhang vor allem eine Verschlechterung ihrer Fundraising-Situation sowie Exit-Optionen. Aufgrund des typischerweise eingesetzten Fremdkapitalhebels im Spätphasensegment, leiden Later-Stage- und Buy-Out-Finanzierer besonders unter der gesamtwirtschaftlichen Situation: Während der Stimmungsindex im Frühphasensegment um 15,8 Zähler fällt, bricht er im Spätphasensegment um 41,9 Zähler ein.

Zum Jahresende hat sich die Stimmung der deutschen Beteiligungsfinanzierer leicht aufgehellt. Nach dem Rekordrückgang des German Private Equity Barometers im dritten Quartal 2011, gewinnt der Indikator für das Geschäftsklima im vierten Quartal 2011 6,8 Zähler und liegt nun bei 36,1 Punkten. Die Stimmungsaufhellung steht allerdings auf einem schwachen Fundament: Der Anstieg des Indikators ist vor allem auf eine vorteilhafte Entwicklung bei den Einstiegspreisen und dem Zinsniveau zurückzuführen, die mit der anhaltenden Unsicherheit im Markt und einer sich abkühlenden Konjunktur einhergehen. Die für eine nachhaltige Erholung maßgeblichen Teilindikatoren zum Fundraising und den Exitmöglichkeiten bleiben – insbesondere bei den Frühphasenfinanzierern – auf Talfahrt.