Studie: People Due Diligence bei Early Stage unzureichend

Neues aus dem BVK
24.07.2017

Laut einer nun veröffentlichten Umfrage der internationalen Coaching-Plattform Ardtberg zum Thema „People Due Diligence“ sind Menschen zwar ein sehr wichtiges Asset von Jungunternehmen, sie werden jedoch nur mit unzureichenden Methoden bewertet. Daher spiegelt die gängige Bewertungspraxis von Humankapital bei Early Stage Investments selten die tatsächlichen Risiken wieder. In der Konsequenz können die Gründer-Teams nicht optimal von den Investoren betreut werden, wodurch sich das Ausfall-Risiko der Investments erhöht, bilanziert die Studie, die auch der BVK unterstützt hat.  

Befragt wurden über 500 der führenden, in Europa und USA ansässigen Start-up-Investoren. Dazu zählen Venture Capital- und Private Equity-Unternehmen sowie Business Angels und Company Builder. Wichtigste Erkenntnisse sind: Unabhängig von Größe, Fokus und Standort schätzen über 77 Prozent der Investoren das Thema Humankapital („Talent“) für ihre Anlageentscheidungen als sehr relevant ein. Bei der Bewertung von Beteiligungen ist dabei das Alignment des Führungsteams das wichtigste Kriterium (71%), gefolgt von der Unternehmenskultur (63%) und der Abwanderungsquote (45%). Zur Bewertung der Führungsteams setzen die Investoren primär auf persönliche Interviews (93%) und auf ihr Bauchgefühl (86%). Nur zehn Prozent nutzen formale Assessments wie MBTI, TKI oder Hogan. Die Studienmacher finden es bemerkenswert, dass sich VC-Investoren auf persönlich geführte Interviews und das „Bauchgefühl“ verlassen, anstatt auf professionelle Assessment-Tests zu setzen. Zumal in den Augen der Studienteilnehmer die eigenen, internen Bewertungs-Tools nicht optimal sind: Bei der Bewertung ihrer eigenen Methoden geben 60 Prozent der Befragten den Mittelwert „gut“ an und 33 Prozent halten ihre Tools nicht für gut. Mit „sehr gut“ bewerten nur knapp sieben Prozent der Studienteilnehmer ihre Tools. Die Höchstnote „exzellent“ wurde nicht vergeben.

Einen strukturierten Prozess unter Einbeziehung externer Experten, wie das üblicherweise in anderen Bereichen einer „Due Diligence“ der Fall ist (z.B. zur Überprüfung steuerlicher, rechtlicher und kommerzieller Aspekte), kennt die Venture Capital-Branche derzeit nicht. Ganz anders im Umfeld größerer Private Equity-Investments ab 100 Mio. EUR, wo professionelle Assessments zum Standard gehören.

Mehr Details enthält die Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.
 

(Quelle: Ardtberg, 23.07.2017)