17. Deutscher Eigenkapitaltag des BVK: Auf dem Weg in die digitale Zukunft

Neues aus dem BVK
10.06.2016

„Mit der Digitalisierung werden die Karten neu gemischt. Um unsere Spitzenposition zu halten, müssen wir unsere Stärken als Industrienation digital fortschreiben und Deutschland fit machen für die Gigabit-Gesellschaft der Zukunft“, sagte der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt MdB auf dem 17. Deutschen Eigenkapitaltag des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften am 9. Juni 2016 im Jüdischen Museum Berlin. Zu Gast waren 300 Teilnehmer aus der Beteiligungsbranche, der Politik, der Wirtschaft und den Medien. Er berichtete auf der Jahreskonferenz des Branchenverbandes vom Wirtschaftswunder 4.0. „Dafür schaffen wir heute die Voraussetzungen – mit der Bundesförderung für superschnelles Breitband, mit 100 Millionen Euro für Mobility-Startups und dem weltweit einzigartigen Digitalen Testfeld Autobahn für automatisiertes und vernetztes Fahren.“

Der Vormittag der Konferenz stand ganz im Zeichen der vierten industriellen Revolution. Prof. Dr. Friedbert Pflüger, Vorsitzender der Internet Economy Foundation, informierte die Beteiligungsbranche über die sieben Schritte, die seiner Meinung nach nötig seien, um die Digitalwende zu meistern. „Wenn Deutschland und Europa bei der Internet-Wirtschaft eine Rolle spielen wollen, müssen Politik und Gesellschaft jetzt ein gesamtgesellschaftliches Projekt anstoßen: die Digitalwende. Die Chancen der Digitalisierung sind da - sie lassen sich aber nur mit den richtigen Rahmenbedingungen nutzen. Eine bessere Finanzierung von Startups, vor allem in der Wachstumsphase, die nötige Infrastruktur und gebündelte politische Kräfte sind Grundvoraussetzungen, wenn wir mit Amerika und Asien mithalten wollen."Anschließend diskutierten Thomas Jarzombek MdB, Vorsitzender der AG Digitale Agenda der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und Lars Klingbeil MdB, Netzpolitischer Sprecher und Vorsitzender der AG Digitale Agenda der SPD-Bundestagsfraktion, mit Stefan Körzell vom DGB und Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender der Klöckner & Co SE, über die Herausforderungen, vor denen die deutsche Wirtschaft bei der Digitalwende steht.

Die bedeutende Rolle von Beteiligungskapital für den Mittelstand hob Karl Haeusgen, Vorstandssprecher der HAWE Hydraulik SE und Vizepräsident des VDMA, in seiner Rede hervor, der dabei auch die unterschiedlichen Perspektiven von Mittelstand und Maschinenbauunternehmen einerseits und Beteiligungsunternehmen andererseits thematisierte. Das Familienunternehmen wurde sechs Jahre mit Beteiligungskapital finanziert, als eine Gesellschafternachfolge anstand. „Es stellte sich dann die Frage, wie wir ausreichend Eigenkapital bekommen und gleichzeitig einen Partner, der zu uns passt. Unser Konzept ging auf: Wir konnten nicht nur unser Familienunternehmen erhalten, sondern auch deutlich profitables Wachstum erzielen“, erinnerte sich Haeusgen.

Am Nachmittag warf die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke, MdB, einen Blick auf den Mittelstand von Morgen. „Dass die Gründer von heute unsere wirtschaftliche Zukunft sichern, ist eine Binsenweisheit. Das klappt aber natürlich nur dann, wenn sie ihre guten Ideen auch tatsächlich in Deutschland umsetzen und auf den Markt bringen können. Deshalb ist es so wichtig, die Rahmenbedingungen für Wagniskapital zu verbessern“, betonte Gleicke, die auch Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung ist. Mit Blick auf die Digitalisierung erklärte die Staatssekretärin, diese bedeute für den Mittelstand eine enorme Investitionsanstrengung: „Die Digitalisierung stellt sowohl für die jungen Start-ups als auch für die etablierten Betriebe eine große Herausforderung dar. Eine Digitalisierungsstrategie ohne die richtigen Finanzierungsinstrumente kann nicht gelingen.“ Wo der Finanzplatz Deutschland regulatorisch aktuell steht, hat Ralph Brinkhaus MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Bereich Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik beleuchtet.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war das Panel zu Fondsfrauen. Nur 9 % der Fondsmanager in Deutschland sind weiblich. “Es ist für die Fonds ein absoluter Vorteil, wenn Frauen mit an Bord sind – vor allem auch auf Partnerebene. Frauen haben eine andere Herangehensweise, denken langfristiger. Frauen müssen hier auch mutiger werden und die Kreise der Männer erobern“, sagte Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK.

Am Abend sprach der FDP-Vorsitzende Christian Lindner auf der Dinner Party des BVK vor rund 340 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien und drängte auf eine Verbesserung der Rahmenbedigungen für Wagniskapitalfinanzierung und die Stärkung privater Kapitalgeber.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des BVK, die im Anschluss an den Eigenkapitaltag stattfand, schied Dr. Peter Güllmann turnusgemäß als Vorstandssprecher des BVK aus. Aus den Reihen des Vorstandes wurde Joachim von Ribbentrop als neuer Vorstandssprecher neben Wilken von Hodenberg gewählt.

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