German Private Equity Barometer: Stimmungsdämpfer zum Jahresauftakt

Neues aus dem BVK
22.05.2015

Wie im Vorjahr ist das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungsmarkt auch am Jahresanfang 2015 abgekühlt, bleibt aber insgesamt positiv. Der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers sinkt im ersten Quartal um 7,2 Zähler auf 50,2 Saldenpunkte. Die Abkühlung des Geschäftsklimas ist maßgeblich auf gesunkene Geschäftserwartungen zurückzuführen. So fällt der Indikator für die Geschäftserwartungen um 16,4 Zähler auf 44,8 Saldenpunkte.

Die aktuelle Geschäftslage legte dagegen noch einmal leicht zu. Der entsprechende Indikator steigt um 2,0 Zähler auf 55,6 Saldenpunkte. Im Frühphasensegment kühlte das Geschäftsklima nach dem Stimmungshoch zum Jahresende wieder kräftig ab und der Indikator für das Geschäftsklima sinkt um 10,8 Zähler auf 46,0 Saldenpunkte. Dabei korrigierten die Frühphasenfinanzierer ihre aktuelle Geschäftslage nur leicht nach unten, verschlechterten ihre Geschäftserwartungen dagegen deutlich. Auch bei den Spätphasenfinanzierern verhageln die Geschäftserwartungen die Stimmung. Der Indikator für das Geschäftsklima sinkt um 5,0 Zähler auf 52,8 Saldenpunkte, wobei das schlechtere Geschäftsklima wie im Frühphasensegment auf pessimistischere Geschäftserwartungen zurückzuführen ist. Dagegen hat sich die aktuelle Geschäftslage im Segment verbessert.

Trotz der Abkühlung des Geschäftsklimas zum Jahresauftakt ist das Geschäftsklima nach wie vor gut, sein mittelfristiger Aufwärtstrend bleibt intakt. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung sind die Signale aber uneinheitlich. So sind die Geschäftserwartungen überdurchschnittlich stark eingebrochen und nun deutlich schlechter als die aktuelle Geschäftslage. Erfreulich bleibt die Entwicklung der sich vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfelds weiter verbesserten Bedingungen für Fundraising und Exits. Beide Indikatoren haben im ersten Quartal neue Höchststände erreicht. Kehrseite des aktuellen Marktumfelds sind allerdings hohe Unternehmensbewertungen. Im Frühphasensegment fiel die Einschätzung hinsichtlich der von den VC-Investoren zu zahlenden Einstiegspreise auf einen neuen Tiefpunkt. Dies könnte die Investitionsbereitschaft senken, vor allem, da die Beteiligungskapitalgeber weiterhin unzufrieden mit der Qualität ihres Deal Flows sind. An der Innovationstätigkeit der Start-ups liegt diese Unzufriedenheit allerdings nicht. Auch hier erreicht die aktuelle Bewertung einen Bestwert.