Beteiligungskapital für Investoren

Sie möchten in Private Equity investieren und sich über den deutschen Markt informieren? Dann lesen Sie mehr darüber in unserem aktuellen Private Equity Investor Brief.

In der Regel stammt das in Private Equity-Fonds gesammelte Kapital von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Banken oder Pensionskassen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie bei ihren Kunden Geld einwerben und es gebündelt auf dem Kapitalmarkt anlegen. So erhalten Pensionskassen und Versicherungen monatliche Beiträge der Beschäftigten bzw. Kunden und Banken nehmen die Spareinlagen ihrer Bankkunden entgegen. Dieses Geld soll dann gewinnbringend angelegt werden, denn die Kunden erwarten eine angemessene Verzinsung.

Eine mögliche Anlage für diese professionellen Anleger ist die Investition in einen Private Equity-Fonds. Die wichtigste Rolle weltweit spielen dabei die Pensionskassen im angelsächsischen, aber auch asiatischen Raum. Sie legen die ihnen anvertrauten Mittel auf dem Kapitalmarkt an, um eine möglichst hohe Rendite für die Pensionsgelder zu erzielen. In Deutschland gibt es aufgrund unseres umlagefinanzierten Rentensystems vergleichsweise wenige Pensionskassen. Deshalb müssen heimische Private Equity-Fonds ihr Kapital auch in hohem Maße bei ausländischen Investoren einwerben.

Der Anlagezeitraum beträgt bei Private Equity meist zehn Jahre. Die Investoren erklären sich bereit, das zugesagte Kapital den Fondsmanagern "auf Abruf" zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht, wenn die Beteiligungsgesellschaft ein Unternehmen gefunden hat, in das investiert werden soll. Private Equity-Gesellschaften kaufen mit dem Kapital der institutionellen Investoren Anteile von nicht-börsennotierten Unternehmen, von denen sie glauben, dass diese mit dem notwendigen Kapital und dem unterstützenden Know-how der Beteiligungsgesellschaft wachsen und an Wert gewinnen. Wenn dieses Ziel nach durchschnittlich vier bis sieben Jahren erfüllt ist, werden die Unternehmen bzw. die gehaltenen Anteile mit Gewinn verkauft oder an die Börse gebracht. Vom Verkaufserlös werden zunächst die Einlagen der Investoren zurückgezahlt. Wurde eine Rendite erwirtschaftet, fließt auch diese an die Investoren. Die Renditen durch Private Equity sichern somit vielen Arbeitnehmern die Rente und den Versicherten ihre Leistungen. Wenn der Fonds schließlich eine Mindestverzinsung erzielt, erhalten auch die Private Equity-Manager einen Anteil am Kapitalgewinn, da auch sie sich mit eigenem Kapital am Fonds beteiligt haben.

Auch börsennotiertes Beteiligungskapital - so genanntes "Listed Private Equity" - ist eine Möglichkeit für Beteiligungsgesellschaften, bei privaten und institutionellen Anlegern Kapital einzuwerben, das anschließend in Unternehmen investiert wird. Die Börse wird dabei als Kapitalquelle genutzt: Über an einer Börse gelistete Vehikel wird in Private Equity-Fonds oder Unternehmen investiert. Anlageschwerpunkte sind die verschiedenen Private Equity-Segmente wie Buyouts, Venture Capital oder Mezzanine-Investitionen sein.

Im Gegensatz zum "klassischen" Private Equity bietet Listed Private Equity über die börsengehandelten Anteile den Anlegern bzw. Investoren eine größere Liquidität bzw. Handelbarkeit – sie können ihre Anteile jederzeit wieder über die Börse verkaufen. Zudem sind Managementgebühren und Mindestanlagebeträge deutlich niedriger als bei nicht börsennotierten Private Equity-Anlagen, die sich in der Regel ausschließlich an institutionelle Investoren richten. Listed Private Equity kann den Anlegern zwar eine hohe Rendite ermöglichen, dafür ist das Risiko aber auch relativ hoch. Deshalb sollten – wie bei "klassischem" Private Equity - nur professionelle Anleger in diese Anlageform investieren.

Weltweit gibt es rund 250 börsennotierte Private Equity-Gesellschaften – die meisten davon (knapp 150) in Europa. In Asien und Amerika sind jeweils rund 50 Namen auf den Kurszetteln zu finden, in anderen Teilen der Welt weitere zehn. Mehr als drei Viertel der börsennotierten Private Equity-Gesellschaften investieren direkt. Allerdings gibt es auch Unternehmen, die zweierlei machen – direkt investieren und Fonds auflegen – wie die Deutsche Beteiligungs AG - oder die direkt und in andere Fonds investieren – wie die 3i Group oder GIMV.