Was unterscheidet eine offene von einer stillen Beteiligung?

Beteiligungsgesellschaften übernehmen im Falle einer offenen bzw. direkten Beteiligungen Anteile (GmbH-Anteile oder Aktien) an einem Unternehmen und unterstützen dieses mit ihrer direkten Beteiligung durch finanzielle Mittel und Know how. Die Private Equity-Gesellschaft wird also über einen bestimmten Zeitraum hinweg Mitgesellschafter an dem Portfoliounternehmen bis zum Verkauf der Anteile.

Stille Beteiligungen sind eine Ausprägungsform von Mezzaninekapital. Obwohl sie rechtlich kein Eigenkapital darstellen, werden sie als wirtschaftliches Eigenkapital betrachtet und haben deshalb u.a. auch einen positiven Einfluss auf das Rating eines Unternehmens. Der stille Gesellschafter leistet eine Einlage in das Vermögen eines Unternehmens – aber ohne Anteile daran zu erwerben. Den eigenkapitalähnlichen Charakter erhalten stille Beteiligungen durch ihre vertragliche Ausgestaltung. Sie wird langfristig (meist 10 Jahre) vergeben. Es sind dafür keine Sicherheiten durch das Unternehmen zu stellen, und die stille Beteiligung wird im Insolvenzfall nach den übrigen Gläubigern – aber vor dem Eigenkapital – bedient. Darüber hinaus ähnelt die stille Beteiligung grundsätzlich einem klassischen Kredit. Es werden deshalb auch Laufzeit, Zins und in der Regel erfolgsabhängige Vergütungskomponenten festgelegt.

Das Unternehmen zahlt die stille Beteiligung zuzüglich der vereinbarten Zinsen zurück. Stille Beteiligungen bleiben in der Regel anonym, das heißt: Der Gesellschafter tritt nach außen hin nicht in Erscheinung und wird nicht in das Handelsregister eingetragen.

Genauso wie bei offenen Beteiligungen partizipieren die Beteiligungsgesellschaften am Gewinn des Unternehmens, bezüglich des Verlustes haftet die Beteiligungsgesellschaft gegenüber Gläubigern des Unternehmens lediglich in Höhe ihrer stillen Einlage.

Besonders die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBGen) engagieren sich im Rahmen stiller Beteiligungen – wettbewerbsfähige Unternehmen erhalten hierdurch Finanzierungsspielräume, die ein solides Wachstum ermöglichen. Aber auch im Rahmen offener Beteiligungen treten die MBGen auf, in einem solchen Fall immer mit Minderheitsbeteiligungen.