Warum sind die Private Equity-Gesellschaften von der Finanzkrise nicht wie Banken und andere Finanzmarktakteure betroffen?

Die Finanzkrise ist eine Kreditgeberkrise, also eine Bankenkrise. Private Equity-Gesellschaften sind Kreditnehmer so wie Unternehmen und Privatpersonen. Sie investieren ausschließlich Kapital in Unternehmen, mit dem Ziel, deren Wert zu steigern. Private Equity-Gesellschaften leiden zwar darunter, dass die Banken derzeit sehr restriktiv bei der Kreditvergabe sind, denn Private Equity finanziert bei Mehrheitsbeteiligungen einen Teil des Kaufpreises über Fremdkapital, also Krediten von Banken.
Allerdings haben Private Equity-Gesellschaften als Folge der restriktiven Kreditvergabe die Möglichkeit, ihre Eigenkapitalanteile zu erhöhen. Bereits vor der Finanzkrise betrug die Eigenkapitalquoten der Unternehmen, in die Private Equity investiert ist, im Schnitt 30 Prozent – und war damit deutlich höher als die durchschnittliche Eigenkapital-Quote deutscher Unternehmen, die bei etwa 17 Prozent liegt. Private Equity ist also nicht auf Fondsebene mit Krediten finanziert, sondern setzt Fremdkapital – wenn überhaupt – nur bei den von ihnen finanzierten Unternehmen ein. Dies ist ein großer Unterschied zu den Hedgefonds, die sich auch auf Fondsebene verschulden. Private Equity geht verantwortungsvoll mit seinen Unternehmen um und profitiert dabei von der langjährigen Erfahrung, die die Private Equity-Gesellschafter haben. Das aufgenommene Fremdkapital wird ausdrücklich nicht für spekulatives Handeln genutzt, wie es andere Finanzmarktakteure tun. Private Equity-Gesellschaften arbeiten mit den von ihnen finanzierten Unternehmen gemeinsam daran, den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern und deren Marktposition zu verbessern.