Warum nehmen Private Equity-Investoren Unternehmen von der Börse?

Zahlreiche Unternehmen sind zwar an der Börse gelistet, jedoch spiegelt der Wert der Aktie bisweilen nicht den tatsächlichen Unternehmenswert wider. Dies ist nicht nur schlecht für die Aktionäre, sondern schränkt auch das Management des unterbewerteten Unternehmens ein. Mit anderen Worten: Die Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten sind durch die Unterbewertung eingeschränkt, so dass es angeraten ist, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Private Equity-Investoren nehmen in diesem Fall den Platz der Aktionäre ein – jedoch mit ihrem privaten Kapital. Außerhalb der Börse können die Investoren – ohne den kurzfristigen Erwartungsdruck der Aktionäre – das Unternehmen langfristig und nachhaltig entwickeln.

Im Jahr 2006 nahmen Private Equity-Investoren in Europa 44 Unternehmen von der Börse und zahlten 41 Mrd. € an deren Aktionäre. Insgesamt erhielten die Aktionäre einen höheren Preis für ihre Beteiligungen an Unternehmen, die von der Börse genommen wurden, als für börsennotierte Aktien.