Sind Private Equity und Hedge-Fonds nicht ein und dasselbe?

Private Equity und Hedge-Fonds haben eins gemein: sie sind alternative Kapitalanlagen, die ihren Anlegern höhere Renditen ermöglichen, aber auch risikoreicher sind als traditionelle Kapitalanlagen, wie Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf. Denn während Hedge-Fonds eher kurzfristig investieren – z.B. in Aktien, Devisen oder Edelmetalle – investieren Private Equity-Fonds langfristig in Unternehmen. Eine Ausprägung von Private Equity ist Wagniskapital (Venture Capital), das in der frühen Lebensphase oder Wachstumsphase eines Unternehmens zum Einsatz kommt. Wachstumsfinanzierungen sind meist Minderheitsbeteiligungen für mittelständische Unternehmen, während bei Mehrheitsbeteiligungen (Buy-Outs) die Private Equity-Gesellschaft neuer Eigentümer des Unternehmens wird. Die Unternehmen sind zumeist nicht an der Börse notiert. In den 4 bis 7 Jahren, die Private Equity-Gesellschaften durchschnittlich in den Unternehmen investiert sind, steigern sie deren Wert damit die Unternehmen mit Gewinn weiterverkauft oder an die Börse gebracht werden können. Der Einstieg von Private Equity in ein Unternehmen ist das Ergebnis einer genauen gegenseitigen Prüfung von Eigentümern und Private Equity-Gesellschaft. Nur wenn beide von einer Zusammenarbeit überzeugt sind, investiert Private Equity. Hedge-Fonds hingegen kaufen sich Anteile börsengelisteter Unternehmen ohne sich vorher mit dem Management abzusprechen. Prominentestes Beispiel hierzulande für den Einstieg von Hedge-Fonds ist die Deutsche Börse. Bekannte Beispiele für Private Equity-Investitionen sind Premiere, Kion und SULO.