Gehen von Private Equity systemische Risiken für die Finanzmärkte aus?

Nein. Die Private Equity-Fonds sind keine Fonds in dem Sinne, als dass auf einem Konto die gesamten Einlagen der Investoren gesammelt und schließlich investiert werden. Die Investoren verpflichten sich lediglich gegenüber dem Private Equity-Fonds innerhalb von zehn bis zwölf Jahren einen bestimmten Betrag bereitzustellen, der dann aber sofort und direkt in das Investitionsobjekt (also ein Unternehmen) investiert wird. Die Investoren sind an diese Zusage gebunden. Sie können einen zugesagten Betrag an keiner Stelle und zu keinem Zeitpunkt wieder abziehen. Anders bei Hedgefonds. Hier wird das Geld aller Anleger tatsächlich eingesammelt und investiert. Die Investoren haben Kündigungsfristen von maximal drei Monaten und können nach dieser Frist ihre Einlage zurückfordern. Das bedeutet, dass im Fall einer Krise womöglich alle Anleger auf einmal ihr Geld wiederhaben wollen und der Hedgefonds alle seine Anlagen kurzfristig verkaufen muss. Dieses Phänomen war in der Finanzmarktkrise 2008/2009 bei den Kurskapriolen der VW-Aktie zu beobachten. Derartige Kursausschläge rütteln an der Stabilität der Finanzmärkte. Sie gehen, wie oben dargestellt, aber nie von Private Equity aus.