VAG-Gruppe: Expansion mit Qualitätsprodukten

Qualitätsprodukte halten. Investitionsgüter wie die Großarmaturen der VAG-Gruppe in Mannheim, die von der Wasser- und Abwasserwirtschaft für die Steuerung ihrer Leitungsnetze genutzt werden, halten sogar jahrzehntelang. Robert Fellner-Feldegg, Geschäftsführer der Gruppe: „Man verdient sich seinen guten Ruf durch Zuverlässigkeit. VAG hat 1976 Armaturen in die Wasserversorgung von Mumbai eingebaut, die seitdem nicht mehr gewartet wurden und einwandfrei funktionieren. Gute Technik und Innnovation sind die Basis dafür.“ Solche Standzeiten und die frühe industrielle Entwicklung haben dazu geführt, dass der deutsche und europäische Infrastrukturmarkt heute weitgehend gesättigt sind. Die VAG-Gruppe hat frühzeitig neue Absatzmärkte erschlossen und erzielt heute zwei Drittel vom Umsatz im Ausland, größter Auslandsmarkt ist China.

Das Unternehmen begann schon in den 1980er Jahren mit der Erschließung des chinesischen Markts: In dieser Zeit wurde die Modernisierung Chinas eingeleitet und der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel löste eine Urbanisierung der Ostküste aus, die von umfassenden Infrastrukturmaßnahmen begleitet wurde. Michael Du, Geschäftsführer von VAG Water Systems (Taicang) Co., der VAG-Tochtergesellschaft in China: „Jedes Jahr entsteht ein Bedarf an 200 neuen Wasserwerken.“

Anfangs war VAG mit einer Vertriebsgesellschaft in China vertreten. 2004 folgte die Eröffnung eines Produktionsstandorts in Taicang (ca. 50 km von Schanghai), um Vorteile im Wettbewerb mit rund 2.000 chinesischen Anbietern und anderen Importeuren zu erreichen. Michael Du, „Damit haben wir eine klare Strategieaussage gemacht: VAG ist ein Hersteller der auf langfristige Präsenz in China zielt – mit lokal hergestellten Produkten und Service vor Ort.“ Neben Technik mit dem Nimbus „Made in Germany“ ein entscheidender Faktor für die Marktakzeptanz.

Für die erste Fabrik in Taicang I wurden 2,5 Mio. € investiert, um mit 40 Mitarbeitern auf 4.000 m2 gemieteter Fläche Flanschklappen zu produzieren (Großventile, die den Durchsatz von Flüssigkeiten in Rohrleitungen regulieren). Für den Aufbau der kritischen Fertigungsgröße holte sich das Unternehmen 2008 die Beteiligungsgesellschaft Halder an Bord. Mithilfe von Beteiligungskapital stemmte VAG seine bisher größte Investition in China: Insgesamt 12,5 Mio. € wurden in Taicang II investiert, die Produktionsfläche wuchs auf 9.000 m2, zusätzlich entstanden 1.000 m2 Bürofläche – nicht mehr gemietet, sondern mit langfristigen Nutzungsrechten - und die Belegschaft wuchs auf 180 Mitarbeiter.

Damit war VAG endgültig in Asien „angekommen“, dies zeigte sich auch an Veränderungen des Produktprogramms: War Taicang I auf Flanschklappen mit einem Durchmesser bis zu 1,20 m ausgerichtet, wurden in Taicang II Modelle mit bis zu 4 m Durchmesser hergestellt. Diese Neuentwicklung war eine Reaktion auf Anforderungen des chinesischen Markts: Vor allem der Versorgungsbedarf der expandierenden Großstädte führte zu immer größeren Rohrweiten in den Wassernetzen und ließ die Dimensionen von Steuerungsarmaturen entsprechend wachsen. Damit wurde die chinesische Tochtergesellschaft in der Unternehmensgruppe zum Vorreiter für Großventile, die seither auch in andere Länder exportiert werden.

Im Herbst 2012 wurde die Fertigung zur Erweiterung des Produktionsprogramms erneut ausgebaut. VAG beschäftigt in Taicang mittlerweile 240 Mitarbeiter, der Umsatz der Gruppe lag in China bei fast 20 Mio. Euro - nach Deutschland ist China der größte Markt des Unternehmens.

Die eigene Produktion ist nicht der einzige Erfolgsfaktor: VAG hat in China ein Netz von 15 Niederlassungen mit 60 Vertriebsingenieuren aufgebaut und im Frühjahr 2012 wurde in Taicang ein eigenes Service-Center eröffnet. Dort wird der Kundendienst für China und andere asiatische Länder geregelt, zusätzlich dient es als Schulungszentrum für chinesische Vertriebsmitarbeiter und Kunden. Bereits seit 2009 gibt es ein Besucherzentrum – bei bisher über 2.000 Besuchern eine unerlässliche Plattform für das Kontaktmanagement mit Interessenten aus der Branche, von Behörden und Universitäten.