UMASAN: Haute Couture vegan - wenn im Modebereich mit Luxusirrtümern aufgeräumt wird

Gerade erst scheint vegane Ernährung in urbanen Gefilden salonfähig geworden, schon kündigt sich die Fortführung der Idee, frei von Tierversuchen zu leben, in der Mode-industrie an. Die Designerinnen des Modelabels UMASAN zeigen, dass sich vegane Bekleidung sehen lassen kann und trotzen dabei den Klischees sogenannter Ökomode.

Schon prominente Designer wie Stella McCartney bewiesen, dass High Fashion ohne Pelz und Leder auskommen kann – ein umfassendes grünes und veganes Konzept suchte man in der Modebranche bislang aber vergeblich. UMASANs Philosophie ist in Punkto Bezug und Herstellung ganzheitlich: Die Stoffe stammen zu 100?% aus europäischer Produktion. Als Produktionsstätte wurde bewusst ein traditioneller Konfektionär in der Nähe von Stuttgart ausgewählt. Vegane Produktion bedeutet zudem einen konsequenten Verzicht auf alle tierischen Erzeugnisse wie Wolle, Kashmir, Seide, Leder oder Pelz. Stattdessen verwendet UMASAN Stoffe aus Algen, Buchenholz, Eukalyptus oder Bambus. „Innovation in der Modebranche bedeutet auch, Luxusirrtümer zu korrigieren, kollektive Werte neu zu definieren und individuelle Werte zu steigern“, erklärt Anja Umann, Gründerin von UMASAN. Angesichts der schnelllebigen Branche, in der unter hohem Kostendruck ständig neu und anders produziert werden muss, scheinen diese Standards hoch gesteckt. UMASAN möchte dem Druck der rastlosen Modewelt bewusst entgegenwirken und Nachhaltigkeit etablieren. Die Farben sind ruhig, die Schnitte – basierend auf japanischer Schnittkunst – raffiniert und zugleich unaufgeregt. Diese Zeitlosigkeit schafft einen Gegenpol zur etablierten Modewelt.


Kann man klassische Investoren für den volatilen Modemarkt gewinnen?

Ein Jahr nach der Gründung des Labels UMASAN beteiligte sich die IBB Beteiligungsgesellschaft 2011 an dem Unternehmen. „Die klare strategische Ausrichtung der Gründerinnen ist im hochattraktiven High-Fashion-Markt einzigartig und hat uns überzeugt“, erinnert sich Holger Specht, Investment Director der IBB Beteiligungsgesellschaft. Mit ihrem VC Fonds Kreativwirtschaft finanziert die IBB Beteiligungsgesellschaft kreative Ideen, die in der Bundeshauptstadt entstehen. „Die Leistungen der kreativen Entrepreneure sind zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Stadt geworden und bringen Wachstum und Beschäftigung. Unser Ziel ist es, den Unternehmern zur nötigen Eigenkapitalbasis und damit zu nachhaltigem Wachstum zu verhelfen“, so Specht weiter.
Aus diesem Grund wurde der VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin von der Investitionsbank Berlin (IBB) und dem Land Berlin als Wagniskapitalfonds konzipiert und mit insgesamt 30 Mio. € ausgestattet. Davon profitierten auch die Gründerinnen von Umasan, Anja und Sandra Umann, für die die Beteiligung der IBB Beteiligungsgesellschaft gemeinsam mit Business Angels zum richtigen Zeitpunkt kam. Die finanziellen Mittel nutzte das Unternehmen für die Markenplatzierung und den Aufbau der direkten Vertriebskanäle. Damit verbunden war mitunter die Eröffnung eines UMASAN Flagship-Stores in Berlin-Mitte sowie eines UMASAN Online-Shops. Ein wichtiger Schritt, um sich langfristig in der Modeszene zu etablieren. Ziel der Gründerinnen ist nun, UMASAN international bekannt zu machen – auch, um in der Branche das Bewusstsein für ethische Standards und nachhaltigen Ressourcenverbauch zu steigern. „Das Betreuungskonzept sieht bei einer Beteiligung eine engagierte, aktive Beratung und Begleitung der Portfoliounternehmen durch die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH vor, dank der wir optimistisch in die Zukunft schauen können“, resümiert Anja Umann.