Solarlite GmbH: ökologisch und innovativ mit Private Equity

 Die Solarbranche gilt als ein Zukunftsfeld für die deutsche Wirtschaft. Solarfirmen hierzulande sind stark – speziell in den neuen Bundesländern. Dabei punkten auch kleinere Unternehmen mit zukunftsweisenden Technologien in Nischenmärkten, etwa die Solarlite GmbH aus Duckwitz in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der Parabolrinnentechnologie.

Solarlite hat eine innovative solare Technologie entwickelt, die neben Großanlagen auch kleine Solarkraftwerke attraktiv macht. Das ermöglicht Landwirtschaft und Industrie die Selbstversorgung ohne fossile Brennstoffe und reduziert die CO2-Belastung. Für die kontinuierliche Energielieferung ist die Solarlite-Parabolrinne mit Biomassetechnologien oder anderen Dampferzeugern kombinierbar. Derzeit bietet kein anderes Unternehmen weltweit ein so flexibles solarthermisches System an. Herkömmliche Parabolrinnen benötigen deutlich mehr Material und sind nicht so leicht montierbar wie die Kunststoffrinnen von Solarlite. Auch nutzen diese die Sonnenstrahlung direkt zur Dampf- und damit Energieproduktion: Die hocheffektive Spiegelschicht reflektiert die Sonnenstrahlen auf das Absorberrohr im idealen Spiegelfokus. Die Sonnenstrahlung erhitzt das Wasser im Absorberrohr und wandelt es kontrolliert in Dampf für diverse Einsatzmöglichkeiten um.

Joachim Krüger gründete Solarlite 2005 mit eigenen Mitteln als Einzelfirma. Doch die Weiterentwicklung zum Systemanbieter für Solarkraftwerke erforderte erhebliches Kapital. Zumal ersten Anlagen – etwa für eine Fischzucht in Mecklenburg-Vorpommern, in der die Anlage konstante 27 °C Wassertemperatur sichert, und für eine Industrieanlage in Thailand – bereits 2007 weitere folgen sollten. Erste Investitionen, Betriebsmittel und zusätzlich notwendiges Fachpersonal erforderten rund 1,5 Mio. €. Die Hälfte davon sollte Beteiligungskapital decken.

Investor mit ökologischem Augenmerk


„Unser Eigenkapital steckte bereits in der Produktentwicklung, und den Banken war das Finanzierungsrisiko zu hoch“, sagt Krüger. „Ohne Wagniskapital wären wir nicht weitergekommen – und BonVenture schien auf Anhieb der richtige Ansprechpartner für uns.“ Denn die Münchner BonVenture Gruppe will mithelfen, soziale Probleme im deutschsprachigen Raum zu reduzieren. Dazu überträgt sie den Ansatz von Venture Capital-Programmen auf Organisationen und Unternehmen mit sozialem, ökologischem oder gesellschaftlichem Geschäftszweck. „Mich beeindruckte das ökologische und menschliche Augenmerk, das BonVenture auf Engagements richtet“, sagt Krüger. 2007 beteiligte sich BonVenture mit Darlehen und Eigenkapital an der ersten Finanzierungsrunde. Das half, Forschung und Entwicklung voranzutreiben, deckte kleinere Investitionen und Betriebsmittelkosten. „Die Solarlite unterstützt den notwendigen Wandel in der Energieerzeugung“, sagt Dr. Erwin Stahl, Geschäftsführer der BonVenture Management Gesellschaft. „Ihr Konzept ist ökologisch und technisch überzeugend sowie wirtschaftlich attraktiv.“

An einer zweiten Finanzierungsrunde war 2009 auch die Venture Capital-Gesellschaft Sirius Venture Partners beteiligt. Sie investierte über ihren auf den Bereich erneuerbare Energien fokussierten EcoTech Fonds Düsseldorf in Solarlite. „Wir erwarten, dass sich der Markt für kleinere Solarkraftwerke spannend entwickeln wird – und Solarlite ist sehr gut positioniert, um sich hier einen relevanten Marktanteil zu erarbeiten“, so Johannes Peschko, Investment Professional bei Sirius Venture Partners.

Langfristige Kooperationsvereinbarungen zum Bau von Anlagen


Die Solarlite, 2010 als „Finalist des Deutschen Innovationspreises“ ausgezeichnet, hat heute 27 Mitarbeiter und wächst weiter. Thai Solar Energy Co. Ltd. schloss mit dem Unternehmen 2009 eine langfristige Kooperationsvereinbarung: Lieferung und Bau von Solarkraftwerken in Thailand sollen helfen, die regio-nale Stromversorgung zu sichern. Ein erstes 5-MWe- Kraftwerk wird Anfang 2011 in Betrieb gehen. Für 2010 erwartet die Solarlite GmbH eine deutliche Umsatzsteigerung auf etwa 10 Mio. €.