Resorba: Strukturwandel mit Private Equity

In der Medizin spielt der Verschluss von Wunden eine bedeutende Rolle: Nähen und kleben sind die gängigen Varianten. Doch was einfach klingt, erhält dank innovativer Technik völlig neue Einsatzmöglichkeiten. Mit chirurgischen Nadeln, bei denen der Faden – ohne Nadelöhr - in die Bohrung gepresst ist, oder auch resorbierbarem Nahtmaterial, das sich unter der Haut auflöst, können Ärzte nach Operationen gezielter und kleinflächiger arbeiten – mit nahezu unsichtbaren Narben als Ergebnis.

Die Resorba Wundversorgung GmbH &\; Co. KG hat sich auf die Bereiche Wundverschluss, Prophylaxe und Dental spezialisiert und wird damit ihrem Motto „Reparieren und Regenerieren“ gerecht.

Wandlungsfähig für die Zukunft

Resorba blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das Unternehmen wurde 1931 gegründet und als traditionelles Familienunternehmen geführt. Innovative Ideen wurden dennoch immer großgeschrieben. Als, bedingt durch die BSE-Krise, tierisches Nahtmaterial verboten wurde, stellte das Unternehmen die Produktion auf synthetisches, resorbierbares Material um. Zudem wurde mit der Entwicklung von hochreinem Kollagen ein neues Technologiefeld eröffnet. Das Eiweiß, das auch der Körper selbst produziert, wird als Implantat zur Blutstillung, zur Wundheilung und, mit Antibiotika imprägniert, als Infektionsschutz eingesetzt. Damit schaffte Resorba einen zweiten Geschäftszweig, den das Unternehmen stetig weiterentwickelt. 2006 hat Resorba einen neuen Markt für seine Produkte entdeckt – die Dentalmedizin. Resorba hat seine bewährte Angebotspalette für die Mund-, Kiefer-, Gesichts-, Oralchirurgie und Implantologie optimiert und weiterentwickelt und etablierte sich damit als innovativer Motor am Markt. Heute beschäftigt Resorba rund 180 Mitarbeiter in drei Ländern.

Mit der Beteiliungsgesellschaft neue Strategie entwickelt

Jedoch hatte das Unternehmen in seiner Struktur einige Turbulenzen zu überstehen. In der dritten Generation stand der Verkauf zur Debatte. Die Besitzer des Unternehmens wollten die Nachfolge regeln und deshalb wurde die mutige Entscheidung getroffen, das Unternehmen zu veräußern. Mitte 2009 stieg die Beteiligungsgesellschaft Brockhaus Private Equity bei Resorba zusammen mit einer neuen Geschäftsführung ein. Mit der klaren Zielsetzung, das Unternehmen zu vergrößern und erfolgreicher zu machen, wurde eine neue Wachstumsstrategie eingeführt, der internationale Markt rückte ins Blickfeld und Nischenmärkte wurden erobert. „Mit der Unterstützung von Brockhaus konnten wir uns neu ausrichten. Jetzt gibt es im Unternehmen eine klare Struktur und jeder kann im Rahmen seines Verantwortungsbereiches eigene Entscheidungen treffen. Mit dem Betriebsrat, der Arbeitnehmerschaft und der Beteiligungsgesellschaft herrschen zudem exzellente Beziehungen“, zeigt sich Geschäftsführer Christian Huber mit der neuen Strategie zufrieden. 2011 wurde mithilfe hoher Investitionen der Ausbau des Unternehmens vorangetrieben – aus dem einst regionalen Produzent von Naht-Material entwickelt sich ein international agierendes Unternehmen.

Brockhaus hat nicht nur finanziell, sondern auch mit Know-how und individuellen Ansätzen in das Unternehmen investiert. Dank dem Einstieg der Beteiligungsgesellschaft wurde die Mitarbeiterzahl in den Bereichen Vertrieb und Produktentwicklung um 20 Prozent aufgestockt. Die Anzahl der Auszubildenden wurden ebenfalls stark erhöht. „Man ist sich seiner sozialen und regionalen Verantwortung bewusst und gute Leute können wir immer gebrauchen“, blickt Geschäftsführer Huber in die Zukunft.